Verkehrserziehung aus Läufersicht

Streckentechnisch haben sich die ersten Kilometer meiner Laufstrecke nicht geändert, so daß ich glücklicherweise nur eine Straße überqueren muß. Besagte Stelle hat es jedoch in sich, weil dort eine Straße unter einer Brücke per Unterführung auf selbige geführt wird. Immerhin befindet sich dort ein Stopp-Schild, welches den meisten Autofahrern unbekannt ist. Ich vermute, es wird fehlinterpretiert; die Autofahrer denken sicherlich, jeder müsse anhalten, um den freien Fluß der Autos zu gewährleisten. Daß das Schild, nach dieser These, in einem inkorrekten Winkel steht, ficht niemanden an.

Wenn ich diesen Ort passiere, bin ich natürlich entsprechend vorsichtig. Die Fahrer gucken in der Regel nur nach links, erkennen eine freie Straße und geben Vollgas, bzw. bremsen erst gar nicht ab und rauschen um die Kurve. Fußgänger, Radfahrer und Läufer haben das Nachsehen. Ich habe schon oft meine Stimme erhoben, auf die Autodächer gehauen, mit dem Arm gedroht usw. usf. Da ich ständig damit rechne, bin ich bis jetzt vor einem Unfall bewahrt worden. Besonders ärgert mich die Tatsache, welches vor allem die männlichen Fahrer betrifft, daß sie ihren Fehler nicht einsehen können oder wollen und mich noch lauthals bedrohen und beschimpfen. Der Gipfel der Krönung, was selbst mich in Rage bringt.

Ich sprach sogar schon die Polizei diesbezüglich an. Der Polizist erklärte mir, daß sie dort bereits kontrolliert und innerhalb von ein paar Stunden über 600 Autofahrer erwischt hätten. Anschließend gab er zu, daß es sich nicht lohne, da normale Geschwindigkeitsübertretungen einfach mehr Bares in die Kasse brächten. Erfreulicherweise war der Mann ehrlich.

Wenn ich im Auto sitze und besagte Stelle erreiche, freue ich mich regelrecht den Wagen anzuhalten, ich nehme an, zum Mißfallen nachfolgender Autos. Und habe ich die Position des Beifahrers inne, warne ich: „Voooorsicht, ANHALTEN! Es könnte ein Läufer von rechts kommen!“.

Ein interessantes Beispiel, wie sich Laufen auf andere Themenfelder des Alltagslebens auswirken kann. Ich hoffe, meinen Lesern bleiben solche Fastunfälle (>Statistik) erspart.

In diesem Sinne wünsche ich uns allen ein SICHERES Laufen.

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6 Antworten to “Verkehrserziehung aus Läufersicht”

  1. Ja, so sind manche (nicht alle, ich nicht !!) Autofahrer, rücksichtslos, nach dem Motto : Hoppla, jetzt komme ich, alles andere interessiert mich nicht.

    Ich dachte, solche Verkehrs-Tölpel gibt es nur bei uns, nee, die gibt es wohl überall, und es ist wirklich ratsam, die Augen und die Ohren (weil so viele Leute mit Stöpseln im Ohr laufen !!) offen zu halten.

    Zwei berühmten Läufern wurden von unachtsamen Autofahrern die Beine abgefahren, so auch Dr. van Aaken, einem äußerst ambitionierten Läufer, für mich sowieso der Läufer ist und war, und Bikila Abebe.

    Darum ist wirklich stets äußerste Aufmerksamkeit angesagt.

    Danke für die Erinnerung – und pass gut auf Dich auf, gell !

    8)

  2. In Frankreich ist das Nicht-Anhalten bei Stop-Schildern so richtig teuer – und kostet ganze sechs Punkte (im französischen Flensburg 😉 )

  3. Solche rücksichtslosen Menschen existieren überall. Aber nur die männlichen Wesen sind so starrsinnig. Frauen haben sich bis jetzt immer entschuldigt. An der Ostsee hast Du diese Probleme eher nicht, gell?

    Hase, hier wird das leider als Lappalie betrachtet. Wie heißt denn das französische Flensburg und wie teuer ist es in dem Fall? Wenn es an ihr Geld geht, trifft es die Leute wirklich.

  4. immer mit der dummheit der anderen rechnen, ist da mein motto-
    aufregen lohnt sich nicht 😉
    aber ich bin eine sehr vorischtige fahrerin und halte auch immer 🙂
    beim laufen bin ich auch vorsichtig- lieber etwas später ankommen, als nie!!!

  5. Ich weiß nicht, wie teuer es genau ist.
    Aber das französiche Punktesystem ist genau umgekehrt wie in Deutschland.
    In D fängt man ja mit 0 Punkten an und kriegt welche, wenn man sich beim Verkehrssünden erwischen lässt.
    In F hat man 12 Punkte auf seinem Konto – und kriegt bei Verkehrssünden welche abgezogen. Ist man bei 0 Punkten angelangt, muss man den Führerschein für zwei Jahre abgeben.
    Und das Überfahren von Stop-Schildern kostet ganze 6 Punkte.
    Ohne Sicherheitsgurt fahren kostet drei Punkte.
    Wenn man in einen Kreisverkehr reinfährt, ohne zu blinken, kostet das auch drei Punkte – was in meinen Augen absolut lächerlich ist.
    Aber die Franzosen fragen mich so selten um meine Meinung, wenn sie ihre Verkehrsregeln aufstellen 😉

  6. Sehr weise, Athena! Das fällt aber nicht immer leicht…

    Och, das französische System gefällt mir ganz gut. Für bestimmte Delikte würde ich hier auch richtig „dicke“ Geldstrafen einführen. In Frankreich muß man blinken, wenn man IN einen Kreisverkehr fährt? Hier muß man nur blinken, wenn man heraus fährt.

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