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	<title>Gelebtes Täglichlaufen</title>
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	<description>Aus dem Leben eines Täglichläufers</description>
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		<title>Gelebtes Täglichlaufen</title>
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		<title>Einsame Weite der Ruhe am endlosen Horizont</title>
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		<pubDate>Wed, 04 Nov 2009 07:30:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marcus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Photos]]></category>
		<category><![CDATA[Täglichlaufen. Laufberichte.]]></category>

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		<description><![CDATA[Nun ist mein zehnjähriges Täglichläuferjubiläum bereits eine Woche alt; es ist zu einem endlichen Teil der gelebten Geschichte geworden. Von unsichtbaren Händen in das allmächtige Reich der Vergangenheit hinfort getragen. Und so dreht sich das wertvolle Rad des Lebens weiter, die Zeit und ich laufen ehrfürchtig in eine noch nicht geborene Zukunft, die uns mit [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=blacksensei.wordpress.com&blog=1395169&post=1328&subd=blacksensei&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p><P ALIGN="JUSTIFY">Nun ist mein zehnjähriges Täglichläuferjubiläum bereits eine Woche alt; es ist zu einem endlichen Teil der gelebten Geschichte geworden. Von unsichtbaren Händen in das allmächtige Reich der Vergangenheit hinfort getragen. Und so dreht sich das wertvolle Rad des Lebens weiter, die Zeit und ich laufen ehrfürchtig in eine noch nicht geborene Zukunft, die uns mit einer atemberaubenden Geschwindigkeit besuchen wird, lächelnd für einen Augenblick anhält – um endgültig in das nebulöse Nichts zu verschwinden. Seit Anbeginn der Zeiten. </p>
<p><P ALIGN="JUSTIFY">Der zwielichtige November heißt uns von Herzen willkommen. Dunkle Tage, die nicht wirklich hell werden. Kalte Sturmböen, auf denen Gevatter Regen zauberhaft durch die Welt reitet. Er wütet maßlos; verschlingt mit aller Macht, was sich ihm in den Weg stellt und umhüllt es mit seiner nassen Liebe. Eine trostlose, graue Zeit – bar jeder Hoffnung. So scheint es. Doch der allzu offensichtliche Schein trügt. Die „ungemütliche“ Witterung sorgt dafür, daß oberflächliche Menschen der wahren Erkenntnis fernbleiben. Nur wer mit offenen Armen und freudigen Herzens das Kommende akzeptiert, sich dem Unerwarteten bedingungslos öffnet, wird die Verkörperung der prächtigen Natur verstehen, sie lieben lernen und seinen Frieden mit sich und dem Leben schließen. Er kehrt zu der Quelle seiner selbst zurück. </p>
<div style="text-align:center;">
<a href="http://blacksensei.files.wordpress.com/2009/11/2009_oktober_damm.jpg"><img src="http://blacksensei.files.wordpress.com/2009/11/2009_oktober_damm.jpg?w=300&#038;h=225" alt="" width="300" height="225" class="alignnone size-medium wp-image-1321" /></a> </div>
<div style="text-align:center;">
<a href="http://blacksensei.files.wordpress.com/2009/11/2009_oktober_damm_2.jpg"><img src="http://blacksensei.files.wordpress.com/2009/11/2009_oktober_damm_2.jpg?w=300&#038;h=225" alt="" width="300" height="225" class="alignnone size-medium wp-image-1322" /></a> </div>
<p><P ALIGN="JUSTIFY">Meine Lieblingszeit ist gekommen, wenn die Wälder von Menschen gemieden werden. Das Gros der Bäume hat sein Blätterkleid längst abgeworfen und somit die Wege reichhaltig geschmückt. Rotes, gelbes und braunes Laub staffiert die Pfade behaglich aus. Ein leises Rascheln und Knistern ist der Dank für eine behutsame Überquerung. Die einstmals kräftigen Blätter sind mittlerweile welk geworden, verkümmert liegen sie auf der Erde; hier und dort ragen sie wie angespitzt aus dem Boden, um von Regenwürmern in ihr erdiges Reich überführt zu werden. Durch das fehlende Blattwerk erhöht sich die relative Sichtweite im finsteren Forst. Nur den eigenen Herzschlag hörend, laufe ich in aller Stille in die einsame Leere des trüben Waldes. Zahllose Drosseln springen im Unterholz umher, aufgeschreckt suchen sie das Weite. Im Gegensatz zu den mutigen Eichelhähern, die laut schimpfend ihren Unmut kundtun. In der Ferne hämmern fleißige Spechte ohne Unterlaß. Kleine Eichhörnchen lugen hinter großen Stämmen hervor und wundern sich über meine schwarze, vergängliche Präsenz in ihrem Heim. </p>
<div style="text-align:center;">
<a href="http://blacksensei.files.wordpress.com/2009/11/2009_oktober_wald.jpg"><img src="http://blacksensei.files.wordpress.com/2009/11/2009_oktober_wald.jpg?w=300&#038;h=225" alt="" width="300" height="225" class="alignnone size-medium wp-image-1323" /></a> </div>
<p><P ALIGN="JUSTIFY">Ich erreiche den Damm und nach der ersten Biegung erspähe ich – nichts. Abgeschiedenheit. Genau wie ich es liebe. Die von mir so geschätzte Einsamkeit ist mein größter Verbündeter. Gleichwohl ist dieses Jahr anders. Nicht nur der eben erlebte Moment, nein, das gesamte Jahr stellt ein Novum dar. So eine abstrakte Einsamkeit, die regelrecht greifbar ist, habe ich noch nie erlebt. Zwar begegne ich nahezu täglich diversen Personen, als da wären Grußfreunde, Läufer, Walker, Bekannte und Hundebesitzer. Insgesamt betrachtet, hat sich ihre Anzahl jedoch merklich reduziert. Die gelobte Vereinsamung meines Laufareals schreitet voran. Einerseits begrüße ich das sehr, andererseits fehlen sie im gewohnten Bild. Aber das ist das Leben: Menschen kommen. Menschen gehen. </p>
<div style="text-align:center;">
<a href="http://blacksensei.files.wordpress.com/2009/11/2009_oktober_damm_4.jpg"><img src="http://blacksensei.files.wordpress.com/2009/11/2009_oktober_damm_4.jpg?w=300&#038;h=225" alt="" width="300" height="225" class="alignnone size-medium wp-image-1324" /></a> </div>
<p><P ALIGN="JUSTIFY">Die dunkelgraue Dominanz der gemalten Wolkenschattierungen setzt sich am Horizont fort und vereinigt sich leidenschaftlich mit dem aufgewühlten Seewasser. Nur der unablässige Bewegungsdrang der rauschenden Wellen enttarnt die jeweiligen natürlichen Elemente – fast bin ich geneigt anzunehmen, es handele sich um eine einzige, kalte Wand. Früher hielt ich selten während meiner Läufe an, doch jetzt kommt das immer öfter vor – zum Ufer spazierend, regungsloses Verharren und auf den See hinaus blickend; der Welle um Welle sein kaltes, klares Wasser an den Strand spült. In dieser weiten Abgeschiedenheit der harmonischen Ruhe lauschen, um das Lied des Lebens zu hören, welches mir der säuselnde Wind vertrauensvoll in mein Ohr flüstert. Nun beschließen die Wolkenheere eine offene Formation und lassen uns Erdenbewohner an ihrem kühlen Naß teilhaben. Ein sanfter Nieselregen setzt ein, der für heute mein treuer Begleiter sein wird. Das ungestüme Wasser sucht sich unaufhaltsam seinen Weg, es rinnt mein Gesicht hinunter, tränengleich perlt es zu Boden und löst sich wieder auf. Tief in mir fühle ich eine belebende Stärke, die sich zögerlich entwickelt, eine geschätzte Kraft von Freiheit, die sich sogleich auf meinen Lauf projiziert. </p>
<div style="text-align:center;">
<a href="http://blacksensei.files.wordpress.com/2009/11/2009_oktober_damm_3.jpg"><img src="http://blacksensei.files.wordpress.com/2009/11/2009_oktober_damm_3.jpg?w=300&#038;h=225" alt="" width="300" height="225" class="alignnone size-medium wp-image-1325" /></a> </div>
<p><P ALIGN="JUSTIFY">Das geliebte Laufareal liegt verlassen danieder, nichts bewegt sich. Oder irre ich mich? Vereinzelt leuchten noch grün gekleidete Bäume auf, die sich trotzig der Jahreszeit widersetzen, dennoch! – auch hier demonstriert der Sturm seine Macht und abgetrennte Blätter verlassen für immer ihren angestammten Platz in der Natur. Sie segeln flüsternd herab – wie der stilvolle Tanz der Gezeiten. Plötzlich höre ich ein freudiges Heulen – ähnlich einem Wolf. Beagle Bruno trottet auf mich zu; mit seinem Besitzer führe ich ein kurzes Gespräch. Er winkt leicht mit seinem Regenschirm und fragt mich grinsend, wieso ich so naß wäre. Ich lache und verabschiede mich mit den Worten, daß ich langsam los muß, bevor die Sonne hervor bricht. Doch nicht ohne vorher Bruno zu streicheln, der mich zitternd vor Kälte anguckt. Meine gewohnte Geschwindigkeit aufnehmend, verlasse ich im strömenden Regen den Damm, blicke ein letztes Mal in Richtung des im Wind sich biegenden Schilfes und verliere mich in den Wäldern. Die Intensität der Finsternis vermehrt sich unabänderlich; wohin ich blicke, werde ich Zeuge von der engagierten Aktivität zahlloser Wildschweine. Vermutlich liegen sie im Unterholz versteckt, beobachten mich und fragen sich, wann ich endlich wieder verschwinde. </p>
<div style="text-align:center;">
<a href="http://blacksensei.files.wordpress.com/2009/11/2009_oktober_schilf.jpg"><img src="http://blacksensei.files.wordpress.com/2009/11/2009_oktober_schilf.jpg?w=300&#038;h=225" alt="" width="300" height="225" class="alignnone size-medium wp-image-1326" /></a> </div>
<div style="text-align:center;">
<a href="http://blacksensei.files.wordpress.com/2009/11/2009_oktober_wald_2.jpg"><img src="http://blacksensei.files.wordpress.com/2009/11/2009_oktober_wald_2.jpg?w=300&#038;h=225" alt="" width="300" height="225" class="alignnone size-medium wp-image-1327" /></a> </div>
<p><P ALIGN="JUSTIFY">Ich laufe weiter, mein Körper findet den Rückweg von allein – meine Gedanken schweifen längst in andere Sphären. In vergangenen Zeiten, in alten Erinnerungen und einst absolvierten Läufen mit ihren besonderen Erlebnissen. In direkter Front tauchen die zurückgekehrten Schafe auf, die einmal mehr ihrer Fluchtleidenschaft nachgehen. Später überhole ich schnellen Schrittes einen Radfahrer, der mich entsetzt anstiert, sei es wegen der „Schmach“, weil ein Läufer an ihm vorbeizieht oder ob meiner kurzen Bekleidung, die per definitionem so gar nicht in das allgemeingültige Wetterbild zu passen scheint. Und so endet mein Lauf – ein melancholischer Lauf in einer dunklen Welt voller Ruhe und greifbarer Einsamkeit. Ein Lauf nur für mich, nur für meine eigene Zufriedenheit – geboren in Frieden, Einklang und Harmonie. </p>
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		<title>Ein Jahrzehnt. Mein Weg als Täglichläufer</title>
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		<pubDate>Wed, 28 Oct 2009 07:32:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marcus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Täglichlaufen. Mein Weg.]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Zeit ist reif. Mein substanziellstes Jubiläum in diesem Jahr. Seit zehn Jahren darf ich mich als Täglichläufer sehen. 1999 – 2009.   Vor einer Dekade begann eine Entwicklung, die mich zu einem anderen Menschen werden ließ. Rückblickend betrachtet, handelte es sich um eine bedeutende Zäsur für mich selbst und mein Leben. Ein konkretes [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=blacksensei.wordpress.com&blog=1395169&post=1312&subd=blacksensei&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p><P ALIGN="JUSTIFY">Die Zeit ist reif. Mein substanziellstes Jubiläum in diesem Jahr. Seit zehn Jahren darf ich mich als Täglichläufer sehen. <b><font color="#ffcc11">1999 – 2009. </font> </b> Vor einer Dekade begann eine Entwicklung, die mich zu einem anderen Menschen werden ließ. Rückblickend betrachtet, handelte es sich um eine bedeutende Zäsur für mich selbst und mein Leben. Ein konkretes Datum kann und will ich nicht nennen. Im September/Oktober/November 1999 vollzog sich die aufkeimende Wandlung vom unregelmäßigen Schönwetterläufer zum Täglichläufer. Zu diesem Zeitpunkt war ich gerade einmal zweieinhalb Jahre dem Laufsport treu. Die Trainingseinheiten expandierten – natürlich unbewußt. Damals nahm ich das Laufen nicht im Ansatz wie heute wahr. Es war eine ganz andere Welt. Eine viel schwächere Ausgabe meiner selbst. Körperlich wie mental. </p>
<p><P ALIGN="JUSTIFY">Nun jährt sich der Auftakt meines Täglichlaufens zum zehnten Mal. Ein Wechselbad der Gefühle. Ich bin extrem stolz auf mich. Und kann es selbst kaum glauben. Ausgerechnet ich! Es ist aber auch gleichzeitig erschreckend. Wo sind nur die Jahre geblieben? Wie konnte die Zeit derart schnell in die erinnernde Vergangenheit flüchten? Vor meinem geistigen Auge ziehen die schulischen Sportstunden vorbei, an die ich mich mit Grauen zurück erinnere. Als wäre es gestern gewesen! Im Stadion sollte ich laufen und nach 100 Metern beherrschten mich Seitenstiche und die super trainierten Mitschüler zogen Runde um Runde lachend vorbei. Was gäbe ich darum, mit meinem heutigen Körper daran teilzunehmen. Heute wäre ich derjenige, der lächelt. Das Leben wird man nie verstehen; ein seltsamer Zufall bestimmte mich zum Täglichläufer. Mein sportliches Versagen in der Schule lag zum großen Teil natürlich an meiner Person, aber auch der Sportlehrer trug seine Verantwortung daran. Als Mensch, der nur für den Sport lebte, verstand er nicht, seine Begeisterung an die Schüler weiterzugeben oder die bereits vorhandene Freude zu forcieren. Meine einstige Schwäche seinerzeit ist aus heutiger Sicht zu einer Stärke geworden; die Reminiszenz hieran führt dazu, daß ich nie vergessen werde, wie ich früher war, was gleichzeitig auch zu einem latenten Antrieb geworden ist. </p>
<p><P ALIGN="JUSTIFY">Das damalige Unverständnis, was ich dem Sportlehrer entgegen brachte, hat sich in Verständnis transformiert; ich kann ihm keinen Vorwurf machen, zumal wir uns sonst sehr gut arrangierten – bis auf das Fach Sport. Lange nach meiner Schulzeit sah er mich sogar hin und wieder laufen. Eines Tages grüßte ich ihn, jedoch unterbrach ich meinen Lauf nicht. Leider. Ich nahm mir vor, ihn beim nächsten Treffen über meine Täglichlaufaktivität zu informieren und stellte mir sein erstauntes Gesicht vor. Aber wie das Leben so spielt, eine derartige Chance wurde mir nicht zugestanden. Er lebte für den Sport, bedingungsloser Sport war sein Leben und das wurde ihm zum Verhängnis. Kurze Zeit später erlitt er einen Sportunfall und war seitdem gelähmt. Für einen Menschen, der für die Bewegung gelebt hat, ist dies ein Todesurteil. Und so war es auch. Ich sah ihn nie wieder. Ich bin dankbar, daß ich ihn gekannt habe, einen größeren Sportfanatiker habe ich nie wieder getroffen. In meiner Erinnerung lebt er weiter und wird seine Schüler im Sportunterricht zu Disziplin antreiben. Rigoros. – Im Jahr 2000 lernte ich das Täglichlaufen richtig schätzen – wenngleich mir der spezielle Terminus freilich unbekannt war. Auch legte ich noch Ruhetage ein, zwar nur wenige, doch längere „Serien“ bildeten sich nicht. </p>
<p><P ALIGN="JUSTIFY">Es war ein schönes Jahr, der den Grundstein meines Denkens legte. Der Jahresabschluß sollte sich als unschön herausstellen, da gravierende Fußprobleme mich an das Ergometer bannten. Welch deprimierende Zeit! Ich spürte die Kerze, die hell lodernd in mir brennt und wollte laufen, nur laufen und jedes Mal, wenn ich der Flamme Nahrung geben wollte, löschte sie mein Körper. Unmißverständlich. Die gesundheitlichen Probleme zogen sich bis in den März hinein. Als ich dann wieder einigermaßen laufen konnte, faßte ich am <b><font color="#ffcc11">18.03.2001</font> </b> den bewußten Entschluß, ab sofort jeden Tag zu laufen. Täglich. Ohne Ausnahme. Aus Trotz. Aus Rache. An meinem Körper, dieses unzulängliche Gebilde. Ich wußte, daß das nicht lange gut gehen würde, alsbald würden mich neuerliche Schmerzen zum Pausieren zwingen. Meine Einschätzung sollte sich als Irrturm enttarnen. Die Wehwehchen reduzierten sich enorm, dafür erhöhte sich das Vertrauen in meinen Körper. So lief ich nun täglich und genoß es einfach. Selbstverständlich nicht in der heutigen Intensität, Sensibilität und Wahrnehmung. Selbst die Monate zählte ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Vor meinem ersten Jahresjubiläum entstand dann doch ein gewisser Ehrgeiz – „Ein Jahr Täglichlaufen“ – zu vollenden. Und es gelang mir! Von nun an zählte ich die Monate, während ich den Weg in die Täglichläuferzukunft beschritt. An Ruhetage oder Aufhören dachte ich nicht mehr. </p>
<p><P ALIGN="JUSTIFY">Wenn ich geahnt hätte, was ich in den kommenden Jahren alles erleben würde – ich hätte es nicht geglaubt. Die verschiedensten Emotionen erfuhr ich in meinen Laufeinheiten. Ich lief laut lachend durch die Wälder und still weinend. Ich schrie vor Schmerzen auf und zwang mich dennoch weiter zu laufen. Glückliche Läufe wechselten sich mit anstrengenden ab. Melancholische wie traurige Gefühle wurden Zeuge meines Täglichlaufens. Das traurigste Erlebnis in meiner Laufzeit fand 2008 im Zuge eines Regenlaufes statt. Als leidenschaftlicher Regenläufer gab ich mich den nassen Witterungsmächten hin und kostete das kühle Naß par excellence aus. Indes lief ich an einer unbedachten Bushaltestelle vorbei, wo ein an den Rollstuhl gefesselter Mann im strömenden Regen auf den Bus wartete. Jenen Moment, wo sich unsere Blicke trafen, werde ich nie vergessen. Ein trauriger Augenblick des Lebens, voller Gegensätze. In solchen Situationen wird man aufrichtig gewahr, was es bedeutet halbwegs gesund zu sein. Die Gesundheit ist das wichtigste Gut überhaupt im Leben eines jeden Menschen. Das sollten wir nie vergessen. Wie schnell kann sich das seltsame Lebensrad drehen und plötzlich sitze ich in dem Rollstuhl? Leben wir das Leben! Solange wir es noch können. </p>
<p><P ALIGN="JUSTIFY">Die Jahre zogen in das Land und nach wie vor gelang es mir, die Konzeption weiter zu praktizieren. Gleichwohl veränderte sich mein Denken immer mehr. Die aktuelle „Serie“, einst aus einer Trotzreaktion entstanden, wurde zu einem Ritual, welches sich später zu einer Verinnerlichung veränderte, um letztendlich zu einer Art Lebenseinstellung zu werden. Das ist auch der Grund, weswegen ich die erlebten Herausforderungen bisher meistern konnte. Und derlei gab es viele. Die individuelle Grenze, bei Schwierigkeiten Ruhetage einzulegen, erhöhte sich immer gravierender. Täglichlaufen bedeutet nicht nur bei Sonnenschein zu laufen. Gerade die Widrigkeiten sind es, die das Täglichlaufen für mich definieren. So drehte ich 2002 meine Runde – unmittelbar nach einem Sturz, der für ein temporäres Aussetzen der Seh- und Hörkraft sorgte. Ich lief im Winter im hohen Schnee mit blutender Nase und zog eine regelrechte Spur durch die Welt. Wie unangenehm. Für Außenstehende ist das schwer nachvollziehbar, aber für mich ergibt das einen vollkommenen Sinn, da das Außergewöhnliche nie auf glatten Wegen entstehen kann. Ich geriet in eine Auseinandersetzung mit einem Alkoholiker, der mich ein Jahr lang mehr oder weniger belästigte. Auch erinnere ich mich an mehreren Auseinandersetzungen mit Jugendlichen. Im Laufe der Jahre erlebte ich 16 Hundeangriffe, von denen ich 15 abwehren konnte – gebissen wurde ich nicht. Die lieben Vierbeiner konnten mich noch nie vom Laufen abhalten, im Gegensatz zu einer immens hohen Anzahl von kleinen Fliegen – mein einziger Lauf, den ich je abbrach – so geschehen am 02.10.2000. Im Jahr 1999 war ich Zeuge, wie mehrere Personen aus dem rechten Spektrum Hunde quälten und zu Kampfmaschinen ausbildeten – mit Peitschen und Ketten. Widerlich! </p>
<p><P ALIGN="JUSTIFY">Ja, auch gefährliche Situationen ließen sich nicht vermeiden. Mehrfach drohten mich niederfallende Äste fast zu erschlagen, doch das Glück war mir hold. Ebenso bei diversen Fastautounfällen – allein von 2004 bis heute 29 an der Zahl. Selbstredend ereigneten sich auch kuriose Begebenheiten, wenn ich an zwei Vorfälle mit Polizeihubschraubern denke, die mich in nächster Distanz verfolgten – weil während meines Laufes ein Straftäter gesucht wurde. Obwohl ich grundsätzlich in schwarzer Bekleidung und nicht immer lächelnd durch die Wälder laufe, mußte ich sie hierbei enttäuschen. Ich war nicht der Gesuchte. All das gehört zu meinem Täglichlaufen – dadurch wurde ich, was ich bin. Nicht nur schöne Erfahrungen, auch sehr viele unangenehme gehören dazu, ja, müssen dazu gehören, um meiner Täglichlaufphilosophie ihre langfristige Legitimation, ihren Wert zu verleihen. Aber nichts davon konnte meine Intention unterminieren, im Gegenteil! Und dieses Gefühl und Wissen, die sich daraus generieren, bilden ein Reservoir der Stärke für die Zukunft. Oft wurde meine gelebte Täglichlaufkonzeption relativ heftig von verschiedenen Seiten, vor allem gesundheitlicher Natur bedroht. Nichtsdestotrotz laufe ich weiter täglich. Natürlich ist mir bewußt, daß eines Tages der Moment kommen wird, an dem mich der finale Schlußpunkt erreichen wird, denn nichts hält ewig im Leben. Auch mein Täglichlaufen ist wie alles im Leben nur Staub im Wind. Es kam aus dem Nichts, besteht für Nichts und wird dereinst im Nichts sein Ende finden. </p>
<p><P ALIGN="JUSTIFY">Im nicht wirklich anonymen Internet stieß ich durch Zufall auf das Streakrunner Forum, was mich sehr in Erstaunen versetzte. Sollten noch mehr Menschen täglich laufen? Ich gebe zu, daß ich die Vorstellung recht kurios fand, da ich bis dato die Idee ziemlich verrückt einschätzte. Flugs meldete ich mich an und war von 2006 bis 2009 ein kleiner Teil der täglich laufenden Gemeinschaft. Ab einem bestimmten Zeitpunkt entstanden jedoch diverse Differenzen, basierend auf divergenten Ansichten, so daß ich mich verabschiedete. Ich lief schon zu lange täglich, als daß mein Denken dort wirklich verstanden werden konnte. Wenn mein Abschied auch im Streit stattfand, war es doch eine schöne Zeit bei den damaligen positiven Laufverrückten, die ich nicht missen möchte. Ich freue mich, noch heute mit vielen Mitgliedern in Kontakt zu stehen. </p>
<p><P ALIGN="JUSTIFY">Nach dem Austritt stellte ich das Zählen der Tage ein, ich beließ es bei 3002 Tagen am 05.06.2009 und kehrte zur Jahres- bzw. Monatszählung zurück. Aktuell ergeben sich Acht Jahre und Sieben Monate Täglichlaufen in Serie. Was ich erwähnenswert finde, ist die Tatsache, wie bekannt man durch das tägliche Laufen wird. Meine Aktivität beschränkt sich in der Majorität in einem expliziten Stadtteil mit seinem Hochwasserschutzgebiet und den angrenzenden Wäldern. Mittlerweile habe ich sehr oft die Erfahrung gemacht, daß ich überall in der Stadt nur als Läufer bekannt bin. Letzten Montag bei der üblichen Jahresuntersuchung bei meinem Zahnarzt begrüßte er mich mit den Worten: „Na, heute schon gejoggt?“. Und das ist nur ein Beispiel von zahllosen. Daran werde ich mich nie gewöhnen. </p>
<p><P ALIGN="JUSTIFY">Die Ursache hierfür dürfte sich auch in der Tatsache kanalisieren, daß ich selbst bei Minusgraden nur mit kurzer Bekleidung unterwegs bin. Abhärtung war stets ein essentieller Bestandteil meiner Konzeption. Wobei sich die Werte automatisch korrigiert haben, soll heißen, so extrem wie früher bin ich längst nicht mehr. Auf Experimente dahingehend verzichte ich komplett, meine persönliche Schmerzgrenze durfte ich leidvoll erfahren. In den letzten Jahren wurde mir die Gnade von 169 Regenläufen gewährt, acht Läufe fanden bei Gewitter statt und 56 Glatteisläufe gesellten sich dazu. Weiterhin durfte ich 43 Mal in Begleitung laufen. </p>
<p><P ALIGN="JUSTIFY">Gemeinsame Läufe kommen recht selten vor, wodurch ich sie besonders zu schätzen weiß. Ich traf in der Vergangenheit im Rahmen meines Täglichlaufens auf viele interessante Menschen, die partiell zu Freunden wurden. Sehr viele Hundefreunde und ihre Besitzer, sowie zahlreiche Grußbekannte lernte ich kennen. Ein großer Teil von ihnen wurden zu einer Art Anhänger, ich freute mich sie nahezu täglich zu sehen. Licht und Schatten liegen immer dicht beieinander. Umso schmerzlicher das Gefühl, wenn langjährige Bekannte auf einmal für immer verschwinden. Menschen kommen und gehen. Das Karussell des Lebens dreht sich beständig. Alte gehen, neue wachsen nach. Eine Homogenität ist nie gegeben. </p>
<p><P ALIGN="JUSTIFY">Das betrifft auch meine liebsten Begleiter, die Tiere. Sie zeichnen oft für die schönsten Erlebnisse verantwortlich. Seien es meine Schafe, die Hochlandrinder, Fasane, die edlen Bussarde und andere erhabene Raubvögel oder niedliche Stockenten, schimpfende Fischreiher und Graugänse. Eichhörnchen, Rehe und Schwarzspechte reihe ich ebenfalls mit ein. Allein die täglichen Beobachtungen und Begegnungen mit ihnen, heben mein Laufen auf eine wunderbare Ebene der Freude. Sie im Wechsel der Jahreszeiten zu beobachten und die Welt, in der sie leben – erzeugt ein einzigartiges Gefühl. Und genau das ist Täglichlaufen. Es ist ein Gefühl. Im finsteren Forst laufen, dunkle Wolken ziehen am Horizont entlang. Plötzlich öffnet sich der graue Himmel, ähnlich zweier Schiebetüren, die sanft zurückgezogen werden; goldene Strahlen brechen mutig hervor und erobern von oben engagiert die Baumkronen. Sie leuchten durch die Bäume, einzelne Strahlen erreichen den Boden, abgefallenes Laub in allen Farben und Tautropfen reflektieren das grandiose Lichtspiel. Welch ein Gefühl! Niemand wird mich verstehen. Wer nicht meine Erfahrungen, Empfindungen, Erlebnisse und Naturliebe im gleichen Maße absolviert und erfahren hat, kann und wird nicht nachvollziehen können, was ich unter Täglichlaufen verstehe. Denn ein Antisportler, der seit zehn Jahren täglich läuft und mehr als achteinhalb in Serie davon – darf widersprüchlich sein. Das bin ich. Ich vereine viele Widersprüche, aber das Leben hat mich dazu bestimmt. Und es hat Recht. </p>
<p><P ALIGN="JUSTIFY">An dieser Stelle möchte ich mich herzlich bei meinen <strong> Eltern und Brigitte </strong> bedanken. Vor allem dafür, daß mir Eure Unterstützung stets sicher war. Ich weiß, ich habe es Euch nie leicht gemacht; Euch oft mit meinem Täglichlaufen strapaziert – manchmal nervt es mich selbst (als kleiner Trost) – und Euch wiederholt in Sorge versetzt. Sei es durch nächtliche Waldläufe mit Wildschweinkontakt, meiner Sturheit und Unvernunft oder durch gesundheitliche Eskapaden. Meinen verbindlichsten Dank für Eure Geduld; ich verneige mich. Erneut muß ich <strong> Hauptfeldwebel Gl., </strong> damaliger Scharfschützenausbilder in meinem Panzergrenadierbataillon meinen Dank aussprechen, er war derjenige der vor endlosen Zeiten mit seinem Vorbild die Leidenschaft zum Regenlauf in mir auslöste – ein überragendes Geschenk. Das ist mein Weg als Täglichläufer. Den ich jederzeit wieder so gehen würde. Exakt so wie bisher. Auch in der Zukunft werde ich nicht vor Herausforderungen gefeit sein. Ich hoffe, daß ich mich noch einige Zeit als Täglichläufer bezeichnen darf. Wohin wird die Reise gehen? In welche Richtung führt mein Weg? Ich weiß es nicht – aber es werden helle wie dunkle Tage aus der Zukunft in die Gegenwart rasen. Wie immer. Täglichlaufen. <b><font color="#ffcc11">1999 – 2009.</font> </b> Ein Jahrzehnt. Eine Dekade. </p>
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		<item>
		<title>Quo vadis, Deutschland?</title>
		<link>http://blacksensei.wordpress.com/2009/10/25/quo-vadis-deutschland/</link>
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		<pubDate>Sun, 25 Oct 2009 07:41:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marcus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Contra Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Inhalt des heutigen Artikels entzieht sich meiner bewußten Wahrnehmung und sollte hier per se keinen Eingang finden. Im Prinzip ist diese Thematik unwürdig, zu unbedeutend die Kaste, dennoch mache ich eine Ausnahme – letztendlich sind wir alle davon betroffen. Der mündige Wähler hat seine Aufgabe erfüllt und wir haben eine neue Regierung. Dazu später [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=blacksensei.wordpress.com&blog=1395169&post=1307&subd=blacksensei&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p><P ALIGN="JUSTIFY">Der Inhalt des heutigen Artikels entzieht sich meiner bewußten Wahrnehmung und sollte hier per se keinen Eingang finden. Im Prinzip ist diese Thematik unwürdig, zu unbedeutend die Kaste, dennoch mache ich eine Ausnahme – letztendlich sind wir alle davon betroffen. Der mündige Wähler hat seine Aufgabe erfüllt und wir haben eine neue Regierung. Dazu später mehr. Der Weg der Berufsfindung mit seiner Ausbildung und Bildung sollte allgemein bekannt sein. Der Bäckermeister beginnt seine Lehrzeit, erhält irgendwann seinen Gesellenbrief und qualifiziert sich anschließend zum Meister seines Faches. Der General fängt als einfacher Rekrut an, studiert und wird im Rahmen von Beförderungen vom Leutnant über Hauptmann vielleicht General, sofern er sich bewährt hat. Und der Physikprofessor an der Universität wird seinen Lehrstuhl verliehen bekommen, weil er einst Physik studiert hat, danach forscht, veröffentlicht, habilitiert und sich als unentbehrlich erweist. Ich unterstelle eine Leistungsgesellschaft, in der die Besten als Leistungsträger durch Qualifikation und Kompetenz höhere und hohe Posten bekleiden werden. In der Regel. Ein Berufsfeld entzieht sich dem – die Politik. </p>
<p><P ALIGN="JUSTIFY">Das neue Kabinett der Bundesregierung ist ein lächerlich schönes Beispiel. Der ehemalige Verteidigungsminister wird nun Arbeits- und Sozialminister. Der alte Wirtschaftsminister hingegen wird Verteidigungsminister. Ein Jurist wird Umweltminister. Der bisherige Innenminister wird Finanzminister. Ein Müllermeister wird Verkehrsminister. Bäumchen, Bäumchen, wechsele Dich! Qualifikation? Unnötig. Kompetenz? Nicht vorhanden. Erfahrung? Nein. Befähigung? Nicht nötig. Zugegeben, hinter diesen Ministerposten stehen Tausende Mitarbeiter in den jeweiligen Ministerien, die unterstützend und beratend einwirken. Nichtsdestotrotz wirkt es grotesk, daß der höchste Vorgesetzte von der Materie keine Ahnung hat. Das ist befremdlich. Die politische Führung eines der wirtschaftlich wichtigsten Länder der Welt beweist uns, daß sie obsolet ist. Jeder kann alles. Jeder macht, was er will. Es ist nicht mehr obligat sein Handwerk zu erlernen. Man muß nichts wissen oder sein Amt adäquat ausfüllen, um ein Millionenvolk zu regieren. Wen wundert es da noch ernsthaft, daß alles in diesem Staat immer teurer wird, die Fahrt in den Generationenabgrund immer schneller vonstatten geht? Die Steuern erhöht werden, das Gesundheitssystem in Schieflage geraten ist, die Schulden steigen usw. usf. Und wer die Wahrheit sagt &#8211; Meinungsfreiheit? &#8211; wird seiner Ämter enthoben. Welcher Politiker wundert sich noch ernsthaft über die Politikverdrossenheit der Bürger? </p>
<p><P ALIGN="JUSTIFY">Um bei meinen Beispielen zu bleiben, der Bäckermeister übernimmt die Aufgabe des Generals und führt Bürger in Uniform, der Physikprofessor wird die Bäckerei leiten und der General doziert an der Universität in dem Fach Physik über die spezielle Relativitätstheorie. Absurd, oder? Nach vier Jahren müßte die Bäckerei Insolvenz anmelden, stattdessen wird ein neuer Chef geschickt. Ein General. Er wird das Geschäft neu strukturieren und erfolgreich leiten. Und wenn nicht? Auch nicht gravierend. Es ist ja nicht seines. Er haftet nicht persönlich, steht also nicht mit seinem Geld ein. Wie die politische Führungskaste in Deutschland. Bäumchen, Bäumchen, wechsele Dich!  Fortsetzung folgt. In vier Jahren. Quo vadis, Deutschland? </p>
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	</item>
		<item>
		<title>Den Weg gehen – VII. Alte Stärke.</title>
		<link>http://blacksensei.wordpress.com/2009/10/21/den-weg-gehen-%e2%80%93-vii-alte-starke/</link>
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		<pubDate>Wed, 21 Oct 2009 06:34:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marcus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Täglichlaufen. Rückschau.]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Auftakt des vergangenen Monats begann zwar noch im Zeichen der unzulänglichen Schwäche, doch ich konnte bereits den genesenden Aufwind spüren. Ein heikles Stadium der körperlichen Gesundheit stellt diese Übergangsphase dar. Subjektiv betrachtet – nahezu wiederhergestellt – der Körper will in bewährte Muster zurückkehren, darf respektive sollte nicht. Sich in Zurückhaltung üben und die Intensität [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=blacksensei.wordpress.com&blog=1395169&post=1302&subd=blacksensei&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p><P ALIGN="JUSTIFY">Der Auftakt des vergangenen Monats begann zwar noch im Zeichen der unzulänglichen Schwäche, doch ich konnte bereits den genesenden Aufwind spüren. Ein heikles Stadium der körperlichen Gesundheit stellt diese Übergangsphase dar. Subjektiv betrachtet – nahezu wiederhergestellt – der Körper will in bewährte Muster zurückkehren, darf respektive sollte nicht. Sich in Zurückhaltung üben und die Intensität beschränken, ist der weisere Weg. Und so nahm ich mein Standardprogramm nicht sofort wieder auf, sondern näherte mich langsam den einst etablierten Rahmen an. Obwohl die Widrigkeiten sich augenscheinlich in Luft auflösten, benötigte mein Körper mehrere Tage, um die reguläre Form aufzubauen. Nun heiße ich die gewohnte und geschätzte Konstitution erneut in alter Stärke willkommen. </p>
<p><P ALIGN="JUSTIFY">Was bot der siebte Monat in diesem Jahr? In den letzten Wochen wurde der herbstliche Jahreswechsel mit voller Inbrunst vollzogen. Die Temperaturen fielen während meiner Läufe von 18 C° auf 04 C°. In den ruhigen Wäldern verabschieden sich nach und nach die grünen Kleider und die Farben des Herbstes dominieren uneingeschränkt – ein buntes Potpourri im dramatischen Wandel der grünen, roten und gelben Welt in der von mir geliebten Natur. Welch formidabler Anblick! Demungeachtet erreichten mich die ersten kalten wie liebevollen Ausläufer der winterlichen Legionen, die uns immer näher kommen. Vor nicht langer Zeit trauerte ich wehmütig dem Sommer hinterher, doch jetzt freue ich mich auf die kalten Tage. Die kühle, belebende Luft ist ein einziger Genuß; einmal eingeatmet, führt der prosperierende Odem der Wintermacht zu einer Stärke, die sich unverzüglich auf das Laufen auswirkt. Der aufgenommene Sauerstoff verteilt sich im Blut und setzt eine lange vermißte Macht frei. Meine geliebte Kälte – Du bist zurück! Die innere Kraft scheint übermächtig, sie manifestiert sich in großen Schritten, die Geschwindigkeit erhöht sich – greifbare konzentrierte Energie, fühlbar. Ein überhöhtes Empfinden mächtiger Dynamik und immenser Willenskraft, nichts und niemand kann mich während meiner Läufe in natürlicher Freiheit aufhalten. Ungebrochenes, knisterndes Temperament. </p>
<div style="text-align:center;">
<a href="http://blacksensei.files.wordpress.com/2009/10/2009_oktober_seeblick.jpg"><img src="http://blacksensei.files.wordpress.com/2009/10/2009_oktober_seeblick.jpg?w=300&#038;h=225" alt="" width="300" height="225" class="alignnone size-medium wp-image-1301" /></a> </div>
<p><P ALIGN="JUSTIFY">Der in die Vergangenheit aufgebrochene Monat offerierte eine gehaltvolle Alternation. Ein langjähriger Hundefreund von mir, der Rottweiler Bow – einst fester Bestandteil meiner täglichen Laufeinheit wird mich nicht mehr begleiten – er verstarb leider. Das gewohnte Bild hat sich einmal mehr verändert, ja, es ist ärmer geworden. Auch meine <a href="http://blacksensei.wordpress.com/2009/10/07/alles-hat-seine-zeit/">Schafherde </a> verschwand urplötzlich. Glücklicherweise ist mir nun ihr aktueller Aufenthaltsort bekannt; demnächst werden sie ihr gewohntes Zuhause wieder beziehen. Anfang Oktober blockierte ein umgestürzter <a href="http://blacksensei.wordpress.com/2009/10/04/gefallene-liebe-gefallenes-leben/">Baum</a> den Damm, temporär gelang es mir, Täglichlaufen mit Klettern zu verbinden. Das Hindernis wurde jedoch schneller beseitigt als ich es mir in meinen kühnsten Träumen ausgemalt hätte. Für einen weiteren Höhepunkt des Monates zeichneten die <a href="http://blacksensei.wordpress.com/2009/10/17/der-sinn-des-lebens/">Hochlandrinder</a> verantwortlich, die sich selbst in den Stand der Freiheit erhoben, um ungehindert ihre Welt zu erkunden. </p>
<p><P ALIGN="JUSTIFY">In dieser Woche stand auf der Wiese in Dammnähe ein Reh und beobachte mich neugierig. Ich blieb stehen und wir guckten uns an, selbst als ich es ansprach, flüchtete es nicht. Wenige Minuten später lief ich an einem edlen Bussard vorbei, der erhaben auf einem Pfahl thronte – die Entfernung betrug drei Meter. Ein wahres Prachtexemplar! Diese beiden Momente verkörpern für mich mein Täglichlaufen par excellence. Den Blick auf die natürliche Welt gerichtet, nicht auf die menschliche. Im Geist während des Laufens völlig versunken, in das innere Reich der Harmonie – was jüngst dazu führte, daß ich spazierende Freunde gänzlich ignorierte. Erst als ich sie längst passiert hatte, wurde mir mein Fauxpas bewußt. Ich kehrte um und korrigierte lächelnd meine Taktlosigkeit, die mir auch sofort verziehen wurde. Das sind meine liebsten Läufe. Wenn sich der Geist scheinbar vom Körper trennt und sich auf eine andere Ebene erhebt – durch die Welt fliegend – im Einklang mit sich selbst. </p>
<table border="1">
<tr>
<td> 19.09.2009</td>
<td> 06 KM – bei den Schafen angehalten</td>
</tr>
<tr>
<td> 20.09.2009</td>
<td> 09 KM – Erkältung beendet</td>
</tr>
<tr>
<td> 21.09.2009</td>
<td> 10 KM</td>
</tr>
<tr>
<td> 22.09.2009</td>
<td> 10 KM – langes Gespräch mit einer Bekannten</td>
</tr>
<tr>
<td> 23.09.2009</td>
<td> 11 KM – Gespräch mit Grußfreund</td>
</tr>
<tr>
<td> 24.09.2009</td>
<td> 12 KM</td>
</tr>
<td> 25.09.2009</td>
<td> 12 KM</td>
</tr>
<tr>
<td> 26.09.2009</td>
<td> 09 KM</td>
</tr>
<tr>
<td> 27.09.2009</td>
<td> 12 KM – Jagdspiel zwischen Bussard und Möwe</td>
</tr>
<tr>
<td> 28.09.2009</td>
<td> 13 KM – Radfahrerin überholt</td>
</tr>
<tr>
<td> 29.09.2009</td>
<td> 13 KM</td>
</tr>
<tr>
<td> 30.09.2009</td>
<td> 13 KM – Gespräch mit Hundehalterin, Hund aggressiv</td>
</tr>
<tr>
<td> 01.10.2009</td>
<td> 11 KM – wunderbarer Regenlauf</td>
</tr>
<tr>
<td> 02.10.2009</td>
<td> 13 KM – Radfahrerin überholt, Baum umgestürzt</td>
</tr>
<tr>
<td> 03.10.2009</td>
<td> 13 KM </td>
</tr>
<tr>
<td> 04.10.2009</td>
<td> 13 KM – Schranke geschlossen; Gespräch Grußfreund</td>
</tr>
<tr>
<td> 05.10.2009</td>
<td> 15 KM – Melancholischer Lauf</td>
</tr>
<tr>
<td> 06.10.2009</td>
<td> 13 KM</td>
</tr>
<tr>
<td> 07.10.2009</td>
<td> 15 KM</td>
</tr>
<tr>
<td> 08.10.2009</td>
<td> 12 KM</td>
</tr>
<tr>
<td> 09.10.2009</td>
<td> 13 KM – Gespräch mit Grußfreundin</td>
</tr>
<tr>
<td> 10.10.2009</td>
<td> 08 KM</td>
</tr>
<tr>
<td> 11.10.2009</td>
<td> 13 KM – drei Fasane aufgeschreckt</td>
</tr>
<tr>
<td> 12.10.2009</td>
<td> 13 KM</td>
</tr>
<tr>
<td> 13.10.2009</td>
<td> 13 KM – Gespräch mit Grußfreund, Hochlandrinder frei</td>
</tr>
<tr>
<td> 14.10.2009</td>
<td> 13 KM</td>
</tr>
<tr>
<td> 15.10.2009</td>
<td> 14 KM</td>
</tr>
<tr>
<td> 16.10.2009</td>
<td> 14 KM</td>
</tr>
<tr>
<td> 17.10.2009</td>
<td> 14 KM</td>
</tr>
<tr>
<td> 18.10.2009</td>
<td> 14 KM – Täglichlaufen: 08 Jahre und 07 Monate</td>
</tr>
</table>
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	</item>
		<item>
		<title>Der Sinn des Lebens</title>
		<link>http://blacksensei.wordpress.com/2009/10/17/der-sinn-des-lebens/</link>
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		<pubDate>Sat, 17 Oct 2009 06:28:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marcus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Elementares]]></category>
		<category><![CDATA[Fauna]]></category>

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		<description><![CDATA[Was ist der sagenumwobene Sinn des Lebens? Eine der elementarsten Fragen, wenn nicht gar DIE essentiellste Fragestellung überhaupt, welche sich die Menschen schon immer stellten. Fast jeder zerbrach sich darüber den Kopf; große Philosophen und Gelehrte, Dichter und Denker. Die Basis eines fundamentalen Disputes, der nie für alle befriedigend beantwortet werden kann. Dabei ist die [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=blacksensei.wordpress.com&blog=1395169&post=1283&subd=blacksensei&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p><P ALIGN="JUSTIFY">Was ist der sagenumwobene Sinn des Lebens? Eine der elementarsten Fragen, wenn nicht gar DIE essentiellste Fragestellung überhaupt, welche sich die Menschen schon immer stellten. Fast jeder zerbrach sich darüber den Kopf; große Philosophen und Gelehrte, Dichter und Denker. Die Basis eines fundamentalen Disputes, der nie für alle befriedigend beantwortet werden kann. Dabei ist die Antwort simpel, die Erkenntnis einleuchtend – natürlich kanalisiert sich die Beantwortung in der persönlichen Weltsicht, eine individuelle Betrachtung der eigenen Existenz. Der Mensch wird geboren – einfach so – heutzutage in der Regel durch die Vereinigung zwei sich liebender Wesen. Er gibt anschließend ein temporäres Gastspiel auf diesem Planeten ab; in unserem unendlichen Universum der unaufhörlichen Weite. Der Ferne. Des Nichts. </p>
<p><P ALIGN="JUSTIFY">Er lebt, kann selbst jedoch keinen Einfluß auf sein entstehendes Dasein nehmen und wird nach einem begrenzten Augenblick, an dem er am wundervollen Leben partizipiert – für immer in den vergänglichen, unwiderruflichen Sog des ewigen Nichts gezogen werden. Der Sinn des Lebens? Das Leben hat keinen Sinn. Irrelevant, was der menschliche Geist zu interpretieren vermag. Wobei unsere Gattung sehr kreativ im Ersinnen von Rechtfertigungen ist, um unsere triviale Existenz hochtrabend zu legitimieren; wir versuchen sehr engagiert unser beschränktes Agieren als sinnvoll erscheinen zu lassen. Das müssen wir auch, denn die nüchternde Wahrheit wäre zu deprimierend. In der Arterhaltung respektive Fortpflanzung offenbart sich der einzige Sinn allen Lebens. Vereinigung. Geburt. Leben. Tod. Ohne tieferen Sinn. Bedeutungslos. Ein natürlicher Kreislauf. Alles, was wir in diesem Zyklus konstruieren, als da wären – Gesellschaft, Wirtschaft, Politik, Kriege, Krisen – die gesamte Grundlage unserer Zivilisation – dient nur als ablenkende Alibifunktion, um eine scheinbar sinnvolle Tätigkeit zu kreieren und damit dem Leben den Anschein von Sinn zu verleihen. </p>
<p><P ALIGN="JUSTIFY">Bei der Majorität der derzeit noch herrschenden Spezies ist das sogenannte „Kindchenschema“ psychologisch fest verankert. Hierbei handelt es sich um verschiedene Körpermerkmale, die einen Schlüsselreiz etablieren und den Pflegeinstinkt direkt ansprechen. Eine wunderbare Schutzfunktion der Evolution; unabdingbar, um die Grundlage einer langfristigen Aufzucht zu bilden und damit die Eltern an den Nachwuchs zu binden und das Überleben zu gewähren. Dieses Verhalten bewirkt, daß wir menschliche Babys, aber auch Arten übergreifend Jungtiere und Nachwuchs als niedlich deklarieren. So beispielsweise auch der folgende Hochlandrindernachwuchs, den sich <a href="http://anettn.blogspot.com/">Anett</a> als heutiges Thema ausgesucht hat. Ich weiß, daß die explizite Auswahl eine Herausforderung für Dich war und Du Dich beinahe für den Regenlaufbericht entschieden hättest – dies kann ich nur allzu gut nachvollziehen. Die kleinen Putzels sehen ein wenig wie Teddybären aus – während die älteren eine Karriere als Haarmodel anstreben. </p>
<div style="text-align:center;">
<a href="http://blacksensei.files.wordpress.com/2009/10/2009_oktober_hochlandrinder_1.jpg"><img src="http://blacksensei.files.wordpress.com/2009/10/2009_oktober_hochlandrinder_1.jpg?w=300&#038;h=225" alt="" width="300" height="225" class="alignnone size-medium wp-image-1278" /></a> </div>
<p><P ALIGN="JUSTIFY">Zu Beginn dieser Woche wunderte ich mich über massive Spuren in meinem Laufareal, vorrangig auf der Dammstrecke – Familie Schwarzkittel wollte ich die Abdrücke allerdings nicht zuschreiben. Bis ich dann diverse, ich formuliere es als „Hinterlassenschaften“ sah, wurde mir alles klar. Offensichtlich konspirierten die Hochlandrinder mit der verschollenen Schafherde, die ihrerseits großmeisterliche Experten der Flucht waren. Seit ein paar Tagen haben also die Rinderherde ihre Umzäunung durchbrochen und sie spazieren – wieder einmal – frei im Hochwasserschutzgebiet umher. Vor exakt einem Jahr lebten sie die allseits gelobte Freiheit und damals begegnete ich einem großen Bullen – direkt vor mir. Ich bin gespannt, ob erneut ein derart naher Kontakt zustande kommen wird. Wenn ich auch schon andere Geschichten hörte, so betrachte ich die gutmütigen Putzels als harmlos. Welch goldiger Anblick, wenn sie ihren Nachwuchs Wagenburgartig in die Mitte nehmen und beschützen. Ein wunderbares Beispiel für den wahren Sinn des Lebens. Schnörkellose biologische Reproduktion. Oder wie es Tolstoi stilvoller formulierte, „Der Sinn des Lebens ist die Vermehrung der Liebe auf Erden“. </p>
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<a href="http://blacksensei.files.wordpress.com/2009/10/2009_oktober_hochlandrinder_3.jpg"><img src="http://blacksensei.files.wordpress.com/2009/10/2009_oktober_hochlandrinder_3.jpg?w=300&#038;h=225" alt="" width="300" height="225" class="alignnone size-medium wp-image-1280" /></a> </div>
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		<title>Elementare Verhältnismäßigkeit</title>
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		<pubDate>Mon, 12 Oct 2009 11:03:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marcus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Abhärtung]]></category>
		<category><![CDATA[Elementares]]></category>

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		<description><![CDATA[Herbstliche Frische. Angenehme Luft. Kalte Sturmböen. Liebevolle Regentropfen. Dunkle Wälder. Ein von Wolken dominierter Horizont. Graue Tage in Serie. Mein Lieblingswetter! Und der Winter naht. Er ist schneller da – als manche Menschen sich vielleicht eingestehen wollen. Nun ist die Zeit gekommen, in der ich weniger durch meine tägliche Präsenz im Stadtbild Beachtung finde, sondern [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=blacksensei.wordpress.com&blog=1395169&post=1273&subd=blacksensei&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p><P ALIGN="JUSTIFY">Herbstliche Frische. Angenehme Luft. Kalte Sturmböen. Liebevolle Regentropfen. Dunkle Wälder. Ein von Wolken dominierter Horizont. Graue Tage in Serie. Mein Lieblingswetter! Und der Winter naht. Er ist schneller da – als manche Menschen sich vielleicht eingestehen wollen. Nun ist die Zeit gekommen, in der ich weniger durch meine tägliche Präsenz im Stadtbild Beachtung finde, sondern mehr auf Grund meiner Bekleidung. Mein Standardoutfit – wie auf den folgenden Bildern zu sehen – präferiere ich bis ca. -05 C°. Sinkt die Temperatur weiter ab – ersetze ich mein T-Shirt durch ein langes Oberteil. Handschuhe trage ich jedoch schon ab 0 C° – die Hände sind ein neuralgischer Punkt und entsprechend empfindlich. </p>
<div style="text-align:center;"> <img src="http://blacksensei.files.wordpress.com/2009/06/2009_juni_regenlauf.jpg?w=300&#038;h=241" alt="2009_Juni_Regenlauf" title="2009_Juni_Regenlauf" width="300" height="241" class="alignnone size-medium wp-image-1064" /> </div>
<div style="text-align:center;">
<img src="http://blacksensei.files.wordpress.com/2009/01/2009_januar_schneelauf.jpg?w=300&#038;h=205" alt="2009_januar_schneelauf" title="2009_januar_schneelauf" width="300" height="205" class="alignnone size-medium wp-image-663" /></div>
<p><P ALIGN="JUSTIFY">Die Kommentare der Passanten in der kalten Jahreszeit verraten viel über ihr Denken. Das Gros der ungläubig dreinblickenden Beobachter wundert sich, äußert Unverständnis und sie fragen sich, wie ich das nur ertragen kann? Oder warum tue ich mir das überhaupt an? Sie verstehen meine Intention, mein natürliches Handeln nicht. Doch ich verstehe sie ebenfalls nicht. Warum finde ich diese exponierte Beachtung? Und warum ernte ich derart viele Bemerkungen, daß ich ein Buch schreiben könnte? Abhärtung war schon immer ein Bestandteil in meinem Denken, noch vor meiner Zeit als Läufer. Im Rahmen meines Täglichlaufens verbanden sich beide Aspekte, die wunderbar miteinander konvergieren. Den unabänderlichen Wandel der Jahreszeiten mit einem täglichen Lauf zu würdigen, bedingt das persönliche Wohlbefinden eklatant. Beispielsweise reagiert der Körper auf gravierende Temperaturschwankungen weniger sensibel, wobei dies individuell im Grundsatz von Mensch zu Mensch verschieden ist. Ein tägliches Geschenk an Körper und Geist. </p>
<p><P ALIGN="JUSTIFY">Ich sehe jetzt dick eingemummelte Menschen mit Winterjacken, Mützen und Handschuhen – wie weiland vor einem Jahr. Dabei haben wir erst Oktober! Gestern traf ich einen Läufer in langer Bekleidung und Handschuhe. Dies mag angenehm warm sein. Aber ist das bei 10 C° adäquat? Was tragen diese von mir beschriebenen Menschen bei 0 C°? Oder bei Minusgraden? Erwärmt sich der Körper des Läufers nicht? Sie agieren unbesonnen, da die übertriebenen Wärmemaßnahmen ihr Primärziel konterkarieren. Der Körper ist an nichts mehr gewöhnt, er verweichlicht und wird schwach, weil er schlichtweg nicht mehr gefordert wird. Die Folge kanalisiert sich in Erkältungen und Grippenwellen, die vermieden werden wollten – durch Winterkleidung bei 15 C°. Die Menschen haben keinen Zugang mehr zu den elementarsten Dingen des Lebens. Anstatt den Körper zu trainieren, pflegen sie ihn dank übertriebener Maßnahmen krank. </p>
<p><P ALIGN="JUSTIFY">Heutzutage sind groß angelegte Langzeitstudien vonnöten, um anschließend zu eruieren, daß Bewegung für den menschlichen Körper gesund ist – eine Erkenntnis, über die die Menschen sich vor 200 Jahren köstlich amüsiert hätten. Gleichwohl muß man heute forschen, um festzustellen, was eigentlich jedes Kind weiß, respektive wissen sollte. Nicht viel anders verhält es sich mit der sogenannten Abhärtung. Das Wissen um angemessene Kleidung scheint abhanden gekommen zu sein. Freilich ist mein Pfad der Abhärtung in Kombination mit Täglichlaufen ein Sonderweg, den niemand in der Form beschreiten wird, ja, auch gar nicht soll. Doch letztendlich sollte eine gewisse Verhältnismäßigkeit gewahrt sein. Wenn ich meinen Körper im Herbst mit Winterkleidung verhätschele, brauche ich mich anschließend nicht wundern, daß ich im Winter krank werde und die Kälte schwer bis gar nicht ertragen kann. Unser Körper ist weitaus widerstandsfähiger als die meisten Menschen auch nur im Ansatz erahnen, doch sie werden es nie erfahren, da sie ihn nicht fordern und somit auch keine Grenzen verschieben werden. Sie sind Gefangene ihrer selbst. Ihres Denkens. Und so setzt es sich fort. Die Passanten starren mich ob meiner kurzen Bekleidung an – und ich wundere mich weiterhin, wie man im Herbst Winterkleidung tragen kann. Jedoch bin ich vermutlich derjenige, der sich wohler fühlt. </p>
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			<media:title type="html">2009_Juni_Regenlauf</media:title>
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		<title>Alles hat seine Zeit</title>
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		<pubDate>Wed, 07 Oct 2009 07:09:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marcus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Meine Schafe]]></category>

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		<description><![CDATA[Eine Ära endet. Am 30.09.2009 sah ich sie zum letzten Mal. Die grandiosen Hauptakteure zahlreicher Artikel – meine geliebten Schafe. Auf Grund von zwei Regentagen in Folge dachte ich zuerst, sie schützen sich in ihrer Behausung vor dem nassen Wetter, denn Regen mochten sie noch nie – so erklärte ich mir ihr Verschwinden. Doch auch [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=blacksensei.wordpress.com&blog=1395169&post=1268&subd=blacksensei&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p><P ALIGN="JUSTIFY">Eine Ära endet. Am 30.09.2009 sah ich sie zum letzten Mal. Die grandiosen Hauptakteure zahlreicher Artikel – meine geliebten Schafe. Auf Grund von zwei Regentagen in Folge dachte ich zuerst, sie schützen sich in ihrer Behausung vor dem nassen Wetter, denn Regen mochten sie noch nie – so erklärte ich mir ihr Verschwinden. Doch auch bei Sonnenschein und Trockenheit – sind sie nicht mehr da. Also entsprach das Gerücht der Wahrheit, welches mir vor einigen Monaten zu Ohren kam. Leider fand ich keine Gelegenheit mich mit dem Schafsbesitzer auszutauschen, um ihn persönlich zu befragen. Aber dies ist auch nicht mehr nötig, die Realität trügt in diesem Fall nicht. Leider. Ihre Abwesenheit löst wehmütige Gefühle in mir aus. Seit Anbeginn meiner Laufentwicklung waren sie die treuesten Zeugen meiner Aktivität. Sie gehörten einfach dazu, mein Täglichlaufen und das damals noch unregelmäßige Laufen sind fest miteinander verwoben. Sie stellten den ersten Höhepunkt meiner Laufstrecke dar. Täglich fragte ich mich, wo werde ich sie heute treffen? Welche Streiche hecken sie nun wieder aus? Und Tag für Tag begrüßte ich sie, „Naaa, ihr Putzels!?“ oder „Wie geht es euch heute, ihr süßen Wutzels?“. </p>
<p><P ALIGN="JUSTIFY">Wenn ich mich an die Anfänge erinnere, sehe ich sie vor mir flüchtend. Im Laufschritt an ihrem Zaun vorbei und sie rannten ebenfalls – ängstlich davon. Im Laufe der Jahre hat sich das komplett gewandelt. Sie blieben neugierig stehen und wenn ich sie anredete, antworten sie auch oft, freilich verstand ich sie nie wirklich. Und wenn sie von ihrer Weide flüchteten – darin waren sie meisterliche Experten – und sich auf dem Weg befanden, durfte ich in einer Distanz von zehn Zentimetern vorbei laufen; manchmal wichen sie auch gar nicht aus. Sie vertrauten mir. Vor kurzem verließ ich den Wald und lief direkt auf die kleine Schafherde zu, welche einmal mehr ihrer Ausbruchleidenschaft nachgingen und sich an den abgefallenen Eicheln gütlich taten. Die Sonne blendete, sie erkannten mich nicht sofort und sprangen schnell in Richtung Waldrand. Als ich näher kam, blieb ein Schaf stehen und guckte, wer da eigentlich auf sie zukommt, es erkannte mich, drehte um und bewegte sich wieder auf den Weg – alle anderen folgten artig. Mittlerweile ließen sie sich sogar von mir streicheln. Gewachsenes Vertrauen. </p>
<p><P ALIGN="JUSTIFY">Wie oft blieb ich stehen und beobachtete sie! Die Putzels waren nicht nur knuffig im Aussehen, sondern auch sehr goldig in ihrer herzigen Art. Etwa, wenn ihnen Futter gebracht wurde und sie aufrecht mit erhobenen Vorderpfoten am Zaun standen, drei nebeneinander. Ein süßer Anblick, der mich zum Lachen brachte. Vorbei laufen? Unmöglich! Fuhr ihr Besitzer vor – liefen alle augenblicklich zum Tor, selbst wenn er sich noch im Auto befand. Oder wenn sie den Rücken an einem Baum oder Ast schubberten, sich also kratzten, um ein juckendes Bedürfnis abzustellen. Einmal standen im Winter acht Schafe nebeneinander an einer Hecke und fraßen an selbiger – ich lief vorbei und sie drehten nur leicht den Kopf, um anschließend synchron weiter zu essen. Im März dieses Jahres gestattete mir mein ehemaliger Lehrer sogar ein <a href="http://blacksensei.wordpress.com/2009/03/30/verliebt-in-schafbabys/">Babyschaf</a> auf den Arm zu nehmen – zwei Tage war es zu dem Zeitpunkt alt. </p>
<div style="text-align:center;">
<img src="http://blacksensei.files.wordpress.com/2009/10/2009_maerz_babyschaf.jpg?w=400&#038;h=533" alt="2009_Maerz_Babyschaf" title="2009_Maerz_Babyschaf" width="400" height="533" class="alignnone size-full wp-image-1266" />
</div>
<p><P ALIGN="JUSTIFY">Alles hat seine Zeit. Die Ära der Schafe ist nun vorbei. Die Weide leer, verlassen. Niemand mehr da, der neugierig guckt. Niemand, der flüchtet. Geschichte. Oder mich <a href="http://blacksensei.wordpress.com/2009/07/30/begegnungen-akt-i-bis-iii/">„jagt“. </a> Keine lustigen Erlebnisse in der Zukunft. In meinen Laufberichten werde ich sie nicht mehr antreffen. Vergangenheit. Ihre Futterkiste direkt am Zaun läuft über, offensichtlich sind die Nachbarn bisher nicht informiert. Jetzt ist es ein seltsames Gefühl dort entlang zu laufen; mein geistiges Auge projiziert sie weiterhin auf die Weide. Die kleine Schafherde war eine eminente Bereicherung meines Laufens – ein täglicher Höhepunkt – der jetzt nicht mehr existiert. Durch ihr Fehlen wird mein täglicher Lauf ein bedeutendes Stück ärmer, einer langjährigen Vertrautheit und lieb gewonnenen Tradition beraubt. Nie hätte ich damit gerechnet, daß sie eines Tages mich nicht mehr begleiten werden. Es ist, wie es ist. Ich wünsche ihnen von Herzen, daß sie in liebevolle Hände gekommen sind und noch lange leben werden. Vielleicht erfreuen sie nun andere Läufer – an einem anderen Ort. In meinen Erinnerungen werden sie weiterhin ein Lächeln erzeugen. Ich danke ihnen für die schönen Jahre, für die wunderbaren Begegnungen. Diese Seite widme ich „meiner“ Schafherde – ich werde euch vermissen! </p>
<div style="text-align:center;">
<img src="http://blacksensei.files.wordpress.com/2009/10/2009_oktober_erinnerung_schafe.jpg?w=450&#038;h=1116" alt="2009_Oktober_Erinnerung_Schafe" title="2009_Oktober_Erinnerung_Schafe" width="450" height="1116" class="alignnone size-full wp-image-1267" />
</div>
  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/blacksensei.wordpress.com/1268/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/blacksensei.wordpress.com/1268/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/blacksensei.wordpress.com/1268/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/blacksensei.wordpress.com/1268/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/blacksensei.wordpress.com/1268/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/blacksensei.wordpress.com/1268/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/blacksensei.wordpress.com/1268/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/blacksensei.wordpress.com/1268/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/blacksensei.wordpress.com/1268/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/blacksensei.wordpress.com/1268/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=blacksensei.wordpress.com&blog=1395169&post=1268&subd=blacksensei&ref=&feed=1" /></div>]]></content:encoded>
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			<media:title type="html">Marcus</media:title>
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			<media:title type="html">2009_Oktober_Erinnerung_Schafe</media:title>
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	</item>
		<item>
		<title>Gefallene Liebe. Gefallenes Leben.</title>
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		<pubDate>Sun, 04 Oct 2009 07:07:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marcus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Täglichlaufen. Laufalltag.]]></category>

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		<description><![CDATA[Sie war schon da. Noch bevor ich kam. Lange vor meiner Zeit. Zu Beginn nahm ich sie nicht bewußt wahr. Ich sah nur die Gesamtheit, nicht die einzelnen Teile. Seitdem lächelte sie mich an, doch ich lief immer vorbei. Vor einigen Monaten begann es. Sie bewegte sich und kam mir näher. Unmerklich, fast schon heimlich. [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=blacksensei.wordpress.com&blog=1395169&post=1263&subd=blacksensei&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p><P ALIGN="JUSTIFY">Sie war schon da. Noch bevor ich kam. Lange vor meiner Zeit. Zu Beginn nahm ich sie nicht bewußt wahr. Ich sah nur die Gesamtheit, nicht die einzelnen Teile. Seitdem lächelte sie mich an, doch ich lief immer vorbei. Vor einigen Monaten begann es. Sie bewegte sich und kam mir näher. Unmerklich, fast schon heimlich. Stück für Stück, unaufhörlich. Irgendwann fiel sie mir auf – ganz plötzlich. Ab diesem Zeitpunkt konzentrierte ich mich auf sie, ja, sie gefiel mir. Hoch gewachsen, eine stolze Haltung und sehr schön anzusehen. Von Tag zu Tag kamen wir uns näher. Ich freute mich sie jeden Tag zu sehen, wenngleich sie sich langsam veränderte. Die anfängliche Zurückhaltung wich einer latenten Zudringlichkeit, immer stärker. Vergangenen Mittwoch kamen wir uns so nah wie nie zuvor – unser Treffen hatte etwas Bedrohliches an sich. Am Donnerstag folgte ein weiteres Stelldichein. Bei unserer Begegnung streichelte sie liebevoll über meine Haare, nicht wissend, wie gefährlich sie wirklich ist. Ich vertraute ihr, ich ließ sie gewähren und sie ließ mich gehen. Dies war unser letztes Treffen in all ihrer Herrlichkeit. Am Freitag ist sie gefallen – gefallene Liebe. Für immer. Verloren. </p>
<p><P ALIGN="JUSTIFY">Nun, man könnte sich jetzt fragen, wovon ich schreibe. Von einer schönen Frau? Natürlich. Meine Zuneigung galt einer Baumdame. Ein großer Baum, welcher auf der rechten Seite den Damm flankierte, einer von vielen. Es gab einmal eine Zeit, da stand sie aufrecht, hoch in den Himmel gewachsen – stolz und unnahbar. Irgendwann begann eine Entwicklung, die zu einer leichten Neigung führte. Selbst für mich, der täglich diesen Ort passiert, entzog sich die Veränderung zu Beginn. Doch eines Tages fiel mir die Neigung auf, ich konnte sie nicht mehr übersehen. Seitdem beobachtete ich den wunderbaren Baum konzentriert. Die Angst vor dem aufrechten Leben trieb die Baumdame in die Besessenheit sich auf die Seite zu legen. Unaufhaltsam. In ihren letzten Tagen erzeugte sie fast ein Dach, welches sich in drei Metern Höhe quer über meinen Damm ausbreitete. Das baldige Ende war jetzt nur eine Frage der Zeit. </p>
<p><P ALIGN="JUSTIFY">Am Mittwoch hatte der Baum noch zwei Meter bis zum Boden zu überwinden. Ohne Probleme konnte ich durchlaufen. Innerhalb weniger Stunden senkte sie sich um weitere fünf Zentimeter, nun berührten die Blätter zärtlich meinen Kopf. Der Anblick war für mich leicht surreal, jedoch faszinierend – wenngleich die Bedrohung ein ungutes Gefühl in mir auslöste. Die Gefahr war nicht zu leugnen. Als ich am Freitag den Damm erreichte und die erste Biegung absolvierte, erspähten meine Augen das natürliche Hindernis. Wohlan, sie war gefallen. Nimmermehr wird sie erhaben die Welt unter sich betrachten können. Für einige Zeit wird der umgeknickte Baum den Weg blockieren, die Blätter verfärben sich und fallen ab. Zahllose Spaziergänger werden Äste abbrechen, um ein leichteres Vorbeikommen sicherzustellen. Bis irgendwann Personen erscheinen, die mit Sägen bewaffnet den Baum in seine Bestandteile auflösen werden und ihn entfernen; so als ob er nie existiert hätte. </p>
<p><P ALIGN="JUSTIFY">Nicht viel anders unser menschliches Dasein. Wie dieser Baum werden wir klein geboren, wachsen neugierig in die Höhe und sind – hoffentlich – stark, um einen temporären Augenblick am Leben zu partizipieren. Bis dereinst der menschliche Körper zerfällt – ebenso der Geist – und wenn der finale Existenzpunkt erreicht ist, fallen wir ebenfalls danieder. Und lösen uns auf. Vergessen und nicht vermißt. Wie der Baum. Staub im Wind. Gefallene Liebe. Gefallenes Leben. Der Lauf der Endlichkeit. </p>
<div style="text-align:center;">
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<div style="text-align:center;">
<a href="http://blacksensei.files.wordpress.com/2009/10/2009_oktober_baum_2.jpg"><img src="http://blacksensei.files.wordpress.com/2009/10/2009_oktober_baum_2.jpg?w=300&#038;h=225" alt="" width="300" height="225" class="alignnone size-medium wp-image-1262" /></a> </div>
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	</item>
		<item>
		<title>Geliebte Jahreszeiten. Meine Welt.</title>
		<link>http://blacksensei.wordpress.com/2009/09/29/geliebte-jahreszeiten-meine-welt/</link>
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		<pubDate>Tue, 29 Sep 2009 07:08:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marcus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Contra Wettkampf]]></category>
		<category><![CDATA[Täglichlaufen. Laufalltag.]]></category>

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		<description><![CDATA[ Frühling. Die allseits geliebte Jahreszeit des munteren Erwachens. Müde räkelt sich die verschlafene Welt und streift frohen Mutes ihr kaltes Winterhemd ab. Prächtig grüne Kleider werden nach und nach Einzug in die mürrischen aus dem Schlaf gerissenen Wäldern halten. Glückliche Gesänge der Vogelwelt allenthalben – sie verzaubern uns und heißen den Frühling willkommen. Sie [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=blacksensei.wordpress.com&blog=1395169&post=1257&subd=blacksensei&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p><P ALIGN="JUSTIFY"> <I>Frühling.</I> Die allseits geliebte Jahreszeit des munteren Erwachens. Müde räkelt sich die verschlafene Welt und streift frohen Mutes ihr kaltes Winterhemd ab. Prächtig grüne Kleider werden nach und nach Einzug in die mürrischen aus dem Schlaf gerissenen Wäldern halten. Glückliche Gesänge der Vogelwelt allenthalben – sie verzaubern uns und heißen den Frühling willkommen. Sie stimmen das Hohelied des Lenzes an und der Forst erblüht und lebt. Das Prosperieren der Natur läßt sich nicht mehr verheimlichen, der Winter zieht beleidigt von dannen. Steigende Temperaturen. Die Sonne besucht uns vermehrt und kitzelt mit ihren goldenen Strahlen, welche fortwährend wärmer werden und uns mitten im Herz berühren. Mutter Sol läßt uns lächeln. Der Nachwuchs der Graugänse läßt nicht lange auf sich warten und die kleinen possierlichen Putzel spazieren neugierig auf meinem Damm. Erwartungsfroh absolviere ich meine Läufe in meiner Lieblingsjahreszeit. Jeden Tag verändert sich das Leben ein wenig mehr, nichts ist wie es war – alles ist anders – und ich bin täglich dabei. Täglichlaufen und Natur – die natürlichste, evolutionäre Synthese überhaupt. </p>
<p><P ALIGN="JUSTIFY"> <I>Sommer.</I> Überall grünt und blüht es. Flora und Fauna sind sich einig und feiern das höchste Gut – das Leben. Erste Wärmeausläufer durchbrechen die 30 C° Marke und eine trockene Hitze dominiert meine Läufe. Zuerst etabliert sich in mir eine Art Widerwillen, doch später gefällt mir die heiße Anstrengung und wenn sie sich am Ende der sommerlichen Zeit verflüchtigt, vermisse ich sie. Die Wälder tragen das ihrige zu einer moderaten Kühlung bei, wenn auch nur bis zu einer gewissen Grenze. Unbarmherzig strahlt die Sonne und lächelt doch ganz charmant. Eine latente Zurückhaltung der Piepmätze läßt sich in der Endphase des Sommers ausmachen. Die Zeit, um die lieben Weibchen für die Fortpflanzung gesanglich zu beeindrucken, neigt sich ihrem Schlußpunkt entgegen. Die Liebe scheint zu versiegen. Aber auch hier existieren heimliche Verschwörer, die sich davon nicht abschrecken lassen und das ganze Jahr über singen. Welch Glück! </p>
<div style="text-align:center;">
<a href="http://blacksensei.files.wordpress.com/2009/09/2009_september_weiher.jpg"><img src="http://blacksensei.files.wordpress.com/2009/09/2009_september_weiher.jpg?w=300&#038;h=225" alt="" width="300" height="225" class="alignnone size-medium wp-image-1255" /></a> </div>
<p><P ALIGN="JUSTIFY"> <I>Herbst.</I> Goldene wie dunkle Tage werden die Herrschaft über den Augenblick an sich reißen. Licht und Schatten liegen nie so dicht beieinander wie in dieser Jahreszeit. Hochtrabende Glücksgefühle wechseln sich mit düsteren Prognosen ab. Jede Phase hat ihre besonderen Reize, gleichwohl bin ich dem Herbst sehr zugeneigt. Sich ausbreitende Finsternis, expandierende Sturmregimenter, die gemeinsam unheimliche Regenfronten kommandieren und über uns herfallen werden. Am Morgen noch durch wabernden Nebel getarnt – ja, diese Tage kann man nur aus tiefstem Herzen lieben – das ist meine Welt. Sich ausdehnende Frische bei 08 C°, prasselnder Regen und wunderbare Sturmböen – ein gefühlter Traum! Ich liebe es, ein kleiner Teil der von mir beschriebenen romantischen Natur zu sein, wenn der Lauf auch immer nur temporär begrenzt sein mag – der Genuß ist vollendet in seiner Existenz. Freilich haben auch die goldenen Tage ihre lieblichen Reize. Das schützende Blätterwerk wechselt stilvoll seine rauschenden Kleider und wertet sie mit gelbroten Farbtupfern auf. In der Luft tauchen plötzlich Zenturien von Graugänsen auf, allesamt in ihrer spezifischen V-Formation fliegend. Ihre Schatten gleiten lautlos über den Boden, um von meinen Schritten verfolgt zu werden – doch werde ich sie nie einholen. Hoffnungslos. Die Anzeichen des Winters sind nicht zu leugnen. </p>
<p><P ALIGN="JUSTIFY"> <I>Winter.</I> Stetig sinkende Gradzahlen, aufziehende Wolken am Horizont. Angetrieben und fort getragen von der kalten Hand des erhaben lächelnden Winters. Nun ist er zurück. Leise rieselnde Schneeflocken, die behutsam den Himmel verlassen und sanft zur Erde gleiten. Immer mehr. Immer schneller. Immer konzentrierter. Der wehende Wind erzeugt Verwirbellungen in der Luft und nach einiger Zeit bedeckt ein weißer Schneeteppich unsere wohlige Welt. Jeder Laufschritt wird in einer eigentümlichen Weise knirschend quittiert – das Leben ist weiß geworden. In den Wäldern sind die Zweige stilvoll mit einem leichten Schneeüberzug dekoriert. Eine dämpfende Glocke hat mein Laufrevier fest im Griff, die klare Atmosphäre sucht ihresgleichen. Zahlreiche Tierspuren im Schnee verraten die Anwesenheit der sonst verborgenen Waldbewohner, jener Wesen, deren Gastrecht ich täglich nur zu gern in Anspruch nehme. Ich weiß es zu schätzen. Die einsame Ruhe ist eine andere – als noch im Sommer oder Frühling – sie ist viel intensiver, ja, fast schon greifbar. Der Winter ist einzigartig. </p>
<p><P ALIGN="JUSTIFY">Das eine bedingt das andere. Alles bedingt alles. Keine Jahreszeit kann ohne die vorhergehende existieren. Der Lauf der Welt – fest ineinander verwoben, wenngleich sich diverse Zusammenhänge unserem doch arg beschränkten Geist zu Recht entziehen. Ohne Frühling kein Winter. Aber ohne Winter auch kein Frühling. Als Täglichläufer erlebt man mit jedem Tag einen kleinen Teil dieser beständigen Änderung – was sich letztendlich zu einem Gesamtbild zusammensetzt – dem stimmungsvollen Wechsel der Jahreszeiten. Vor einigen Tagen lief ich auf meinem Damm. Die Sonne wärmte meine schwarze Bekleidung angenehm, ein leiser Wind säuselte vertrauensvoll in mein Ohr. Ich schloß meine Augen einen Moment und gab mich nur den elementaren Empfindungen hin. Für einen vergänglichen Augenblick materialisierte sich vor meinem geistigen Auge das unglaubliche Läuferfeld des Berlin-Marathons, welche zur gleichen Zeit liefen. Ich stellte mir vor, wie es wäre dort mitzulaufen – Abertausende Menschen um einen herum, mitten in der Stadt auf Asphalt ein riesiges Gedränge – der Charakter eines laufenden Volksfestes mit lauter Musik und kreischenden Menschen. </p>
<div style="text-align:center;">
<a href="http://blacksensei.files.wordpress.com/2009/09/2009_september_sonnenuntergang.jpg"><img src="http://blacksensei.files.wordpress.com/2009/09/2009_september_sonnenuntergang.jpg?w=300&#038;h=225" alt="" width="300" height="225" class="alignnone size-medium wp-image-1256" /></a> </div>
<p><P ALIGN="JUSTIFY">Nicht meine Welt. Ich öffnete die Augen und glücklicherweise umgab mich nur die geliebte Einsamkeit. Vollkommen allein in der Natur. Die faszinierende Stille in der konzentrierten Ruhe. Abgeschiedenheit. Eloquentes Fühlen in meinem romantischen Laufareal, vorbei an zärtlichen Weihern, leicht biegsamen Schilf und an grün verklärten Wäldern. Das Rauschen der Wellen wahrnehmen, die nassen Wogen begrüßen und die peitschende Gischt des Sees beobachten. Melancholisch die geschwungenen Wolken am Horizont verfolgen. Innehalten und nur die pure Natur, sich selbst und das Laufen genießen. Dort wächst die Harmonie und Zufriedenheit. Allein. Zu jeder Jahreszeit. Jeden Tag. Willkommen in meiner Welt. </p>
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	</item>
		<item>
		<title>Den Weg gehen – VI. Wertsteigerung.</title>
		<link>http://blacksensei.wordpress.com/2009/09/24/den-weg-gehen-%e2%80%93-vi-wertsteigerung/</link>
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		<pubDate>Thu, 24 Sep 2009 07:05:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marcus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Täglichlaufen. Rückschau.]]></category>

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		<description><![CDATA[Wieder wurde ein Täglichlaufmonat in die Schattenschlucht des Vergessens entführt. Er wird nie zurückkehren; er wird verblassen, denn er ist in das geheimnisvolle Reich der Erinnerungen eingetreten. Jeden Tag mehr. Ein Monat, der wie lange nicht von Höhen und Tiefen dominiert wurde. Die Routine gnadenlos durchbrochen – ohne Vorwarnung. Gleichwohl trägt dieses durchschrittene Tal zu [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=blacksensei.wordpress.com&blog=1395169&post=1251&subd=blacksensei&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p><P ALIGN="JUSTIFY">Wieder wurde ein Täglichlaufmonat in die Schattenschlucht des Vergessens entführt. Er wird nie zurückkehren; er wird verblassen, denn er ist in das geheimnisvolle Reich der Erinnerungen eingetreten. Jeden Tag mehr. Ein Monat, der wie lange nicht von Höhen und Tiefen dominiert wurde. Die Routine gnadenlos durchbrochen – ohne Vorwarnung. Gleichwohl trägt dieses durchschrittene Tal zu einer erneuten Wertsteigerung meiner Konzeption bei. Denn Herausforderungen sind wie der Sand in einer Muschel. Ein Körnchen ist die Ursache für die Entwicklung einer Perle – mehrere hingegen – töten die Muschel. Wie immer ist alles eine Frage der Intensität und der persönlich definierten Grenzen. Das Reservoir der erlebten Erfahrung ist tiefer geworden, woraus ich zukünftig intensiver schöpfen kann. <a href="http://blacksensei.wordpress.com/2009/09/18/taglichlaufen-acht-jahre-sechs-monate-cui-dislet-meminit/"> Cui dislet meminit.</a> </p>
<p><P ALIGN="JUSTIFY">Ich konnte mein Halbjahresjubiläum zwar mit einem gebührlichen Lauf würdigen, dennoch fiel selbiger entsprechend bescheiden aus – als mein Tribut an die Gesundheit. Die gesundheitliche Zurückhaltung halte ich weiter aufrecht. Mehr als 10/11 Kilometer wage ich derzeit nicht. So sei es. Die Temperaturen variierten von 13 C° bis 34 C° und boten keine Besonderheiten. Der schönste Lauf der vergangenen Wochen wurde exponiert mit einem Bericht honoriert, ein <a href="http://blacksensei.wordpress.com/2009/09/05/die-trias-der-zufriedenheit-einsamkeit-harmonie-einklang/">Regenlauf</a> par excellence. Ein Traum wahr gewordenen Genusses, unbeschreiblich schön. Für die Sinnesorgane unsichtbar, doch für den Geist fühlbar. Nur für die gefühlvolle Empfindung konzipiert. </p>
<p><P ALIGN="JUSTIFY">Und so blicke ich zurück. Das verrostete Tor in das neunte Jahr befindet sich bereits außer Sichtweite, ebenso all jene Wege, die mich behutsam hierher führten. Für immer und ewig. Entschwunden in eine andere Welt, in eine Welt der lächelnden Gedanken, nur noch existent in meinem Kopf. Was wird mich im neuen Monat erwarten? Das weiß niemand. Licht und Schatten. Abgründe und Gipfel. Sie sind bereits da und warten auf mich, nur die Konstellation ist noch fragwürdig. Doch nicht mehr lange – ich bin auf dem Weg. Den Weg gehen. In den goldenen Herbst – in die noch nicht geborene Zukunft. </p>
<table border="1">
<tr>
<td> 19.08.2009</td>
<td> 13 KM</td>
</tr>
<tr>
<td> 20.08.2009</td>
<td> 11 KM – 34 C°; Grußfreund: “Bei der Hitze???“</td>
</tr>
<tr>
<td> 21.08.2009</td>
<td> 12 KM – sehr drückend, zeitweise Regen</td>
</tr>
<tr>
<td> 22.08.2009</td>
<td> 13 KM – Gespräch mit Grußfreund; Schafe auf der Flucht</td>
</tr>
<tr>
<td> 23.08.2009</td>
<td> 13 KM – Gespräch mit Schafsbesitzer</td>
</tr>
<tr>
<td> 24.08.2009</td>
<td> 11 KM – Spaziergang Grußfreundin; Dialog Grußfreundin</td>
</tr>
<td> 25.08.2009</td>
<td> 13 KM</td>
</tr>
<tr>
<td> 26.08.2009</td>
<td> 13 KM – angehalten und einen Bussard beobachtet</td>
</tr>
<tr>
<td> 27.08.2009</td>
<td> 13 KM</td>
</tr>
<tr>
<td> 28.08.2009</td>
<td> 12 KM</td>
</tr>
<tr>
<td> 29.08.2009</td>
<td> 13 KM – großes Reh gesichtet</td>
</tr>
<tr>
<td> 30.08.2009</td>
<td> 13 KM</td>
</tr>
<tr>
<td> 31.08.2009</td>
<td> 13 KM – Fastunfall mit Auto</td>
</tr>
<tr>
<td> 01.09.2009</td>
<td> 13 KM</td>
</tr>
<tr>
<td> 02.09.2009</td>
<td> 13 KM – langes Gespräch mit einer Bekannten </td>
</tr>
<tr>
<td> 03.09.2009</td>
<td> 14 KM – traumhafter Regenlauf </td>
</tr>
<tr>
<td> 04.09.2009</td>
<td> 13 KM – sehr stürmisch</td>
</tr>
<tr>
<td> 05.09.2009</td>
<td> 13 KM – Mann fragte mich nach dem Weg</td>
</tr>
<tr>
<td> 06.09.2009</td>
<td> 13 KM</td>
</tr>
<tr>
<td> 07.09.2009</td>
<td> 15 KM – gemeinsamer Lauf mit einem Freund</td>
</tr>
<tr>
<td> 08.09.2009</td>
<td> 13 KM</td>
</tr>
<tr>
<td> 09.09.2009</td>
<td> 13 KM</td>
</tr>
<tr>
<td> 10.09.2009</td>
<td> 13 KM</td>
</tr>
<tr>
<td> 11.09.2009</td>
<td> 15 KM</td>
</tr>
<tr>
<td> 12.09.2009</td>
<td> 13 KM – Dammschranke geschlossen</td>
</tr>
<tr>
<td> 13.09.2009</td>
<td> 10 KM – Beginn Erkältung; später Zusammenbruch</td>
</tr>
<tr>
<td> 14.09.2009</td>
<td> 02 KM – Minimaldistanz </td>
</tr>
<tr>
<td> 15.09.2009</td>
<td> 03 KM</td>
</tr>
<tr>
<td> 16.09.2009</td>
<td> 04 KM</td>
</tr>
<tr>
<td> 17.09.2009</td>
<td> 04 KM</td>
</tr>
<tr>
<td> 18.09.2009</td>
<td> 06 KM – Täglichlaufen: 08 Jahre und 06 Monate</td>
</tr>
</table>
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