Archiv nach Kategorie "Tiere"

Ich liebe Plüschbienen

Veröffentlicht in Tiere bei August 20, 2008 von blacksensei

Einmal mehr verlasse ich den Mikrokosmos des Laufens und dringe in die Welt der fliegenden Lebewesen ein. Auf den zwei folgenden Photos kann man herzige Plüschbienen – auch bekannt als Hummeln – erkennen. Meinen Dank an Brigitte für diese goldige Bezeichnung. Dieser Terminus ist perfekt gewählt, wenn man sie streichelt, wird man schnell feststellen, daß sie sich wirklich samtartig anfühlen. Besonders schön das Gefühl, wenn ich eine Hummel beispielsweise aus einem Regenfaß rette und sie anschließend auf meiner Hand krabbelt. Ja, ich liebe Hummeln.

Das Glück

Selten ist es etwas Materielles,
vielmehr sind es die Eindrücke,
die wir der Empfänglichkeit
unserer Sinnesorgane verdanken,
der Fähigkeit,
uns zu verlieben und hinzugeben,
dem Erlebnis des Einklangs
der Innen- mit der Außenwelt.

An der Freude des Menschen am Schönen
haben stets Geist und Sinne
in gleichem Maße teil,
und solange Menschen fähig sind,
sich mitten in den Drangsalen
und Gefährdungen ihres Lebens
solcher Dinge zu freuen.

Eines Farbenspieles in der Natur
oder im gemalten Bilde,
eines Anrufes in den Stimmen der Stürme
und des Meeres oder einer
von Menschen gemachten Musik.

Solange wird der Mensch seiner Fragwürdigkeit
immer wieder Herr werden
und seinem Dasein immer wieder
Sinn zuschreiben können.

(Hermann Hesse)

Eine Handvoll Leben – Part III

Veröffentlicht in Tiere bei August 8, 2008 von blacksensei

Folgender Beitrag sollte längst veröffentlicht sein, jedoch kam mir das Projekt „Abnehmen“ zuvor. Nun setze ich diese Serie fort, tausche aber den Hauptdarsteller aus und konzentriere mein Augenmerk auf den Vogel des Jahres 1979 – die Rauchschwalbe. Nebenbei ist die „Hirundo rustica“ noch der Nationalvogel Estlands.

Im Nest waren ursprünglich vier Nachwuchspiepmätze, stets sehr hungrig und schwer zu befriedigen. Sie zu beobachten, bereitete viel Freude. Besonders putzig ihre Ambitionen das Heim zu verlassen, womit die Eltern nicht einverstanden waren, soll heißen, sie wurden ständig zurück gestupst. Ein herziger Anblick. Auf dem ersten Bild kann man die stolze Schwalbenmami erkennen. Die Bilder lassen sich durch Anklicken vergrößern. Wer sich die Zeit nimmt, die Natur zu beobachten, wird immer belohnt werden. Die Natur enttäuscht nie.

Eine Handvoll Leben – Part II

Veröffentlicht in Tiere bei Juli 1, 2008 von blacksensei

Anfang Juni drehte sich schon einmal einer meiner Beiträge um den Drosselnachwuchs. Inzwischen hat sich das Rad der Zeit fleißig weiter gedreht, so daß ich dieses Thema nun abschließe. Besonders hat mich erstaunt, wie schnell sie gewachsen sind. Wie damals bereits erwähnt, handelte es sich um fünf Nachwuchspiepmätze. Einer von ihnen, sehr voreilig, flüchtete schnell aus dem Nest, bzw. fiel, weil kaum mehr Platz vorhanden war. Der Anblick der restlichen Racker war zu herzig, vier dicke Kerlchen, die sofort die Schnäbel nach oben reckten, sobald sich jemand sehen ließ, egal ob Mensch oder Drosselmama.

Es deutete darauf hin, daß sie nicht mehr lange im Nest bleiben würden. Ich entschloß mich, die Vier auf ein Photo zu bannen. Als ich mit der Kamera zurück kam, waren nur noch zwei im Nest. Innerhalb einer Minute waren zwei verschwunden – vielleicht wollten sie nicht in den Weiten des Internets auftauchen, dazu noch ungefragt. Auf dem zweiten Bild sieht man, daß sich einer aufrichtet, nachdem ich den Auslöser drückte, sprang er oder sie mich an, benutzte meine Stirn als Bande, ebenso meine Schulter und verschwand. Nun ist das Nest verlassen.

So ist der Lauf der Welt. Und ein neues Drosselpaar brütet derzeit, die ich aber nicht mehr behelligen werde.

Eine Handvoll Leben

Veröffentlicht in Tiere bei Juni 11, 2008 von blacksensei

Mein heutiger Beitrag hat die „Turdus merula“, also die Schwarzdrossel zum Inhalt. Aus taktischen Gründen hat sie beim zweiten Versuch ihr Nest noch weiter in Menschennähe verlegt. Die Aufnahme der Bilder hat keine fünf Sekunden gedauert, ohne Blitz, so daß die Störung des Nachwuchses sehr gering ausfiel. Bevor sie mich anlächeln konnten, war das Photo bereits fertig und ich verschwunden. Allerdings sind die Drosseln sehr zutraulich und flüchten bisweilen nicht. Auf dem ersten Bild kann man sogar die stolze Mama erkennen, wenn auch etwas schlecht, da sie gut getarnt hinter einem Blatt versteckt liegt. Im Nest recken mittlerweile fünf neugierige Nachwuchspiepmätze die Schnäbel in die Höhe, in freudiger Erwartung auf ein leckeres Mahl. Vermutlich eine anstrengende Arbeit für die Eltern entsprechend viel Nahrung aufzutreiben. Ich hoffe, daß sie die Kleinen durchbringen, denn die erste Brut wurde von Elstern getötet. Dieses Schicksal möge ihnen erspart bleiben. Wer einen guten Blick auf die Putzels erheischen möchte, so empfehle ich die Vergrößerung des Bildes mit einem Klick auf selbiges.

Der Schein trügt

Veröffentlicht in Tiere bei Mai 26, 2008 von blacksensei

Manchmal ist Lebendiges bereits tot und scheinbar Totes noch am Leben. Ich rettete einen Weberknecht, eine Spinne, aus dem Wasser. Vorsichtiges Berühren, erzeugte keine Reaktion. Selbst auf meinem Finger erschien es leblos, dennoch setzte ich die Spinne auf der Erde ab. Regungslos. Ich hätte geschworen, daß dieses Tier tot war. Stunden später, erste Anzeichen von Bewegung, dann stärker, um danach freudig von dannen zu krabbeln. Ich war verblüfft. Ähnliches erlebte ich einst mit einem Grashüpfer.

Der Gegensatz zu diesem Erlebnis zeigte sich bei dieser Libelle. Ein außergewöhnlich großes Exemplar, welches sich in einem Spinnennetz verfing. Ich gönne zwar den Arachniden ihre Mahlzeit, aber eine so schöne Libelle konnte ich nicht einfach ihrem Ende überlassen, zumal sie alle Kräfte für ihre Flucht mobilisierte. Kurzerhand befreite ich das Raubinsekt aus dem Netz, was allerdings auch keine treffliche Idee war. Leider. Die Fäden hatten längst einen Teil vom Flügel umgebogen und verklebt. Auf dem Photo gewinnt man davon einen Eindruck. Ein wenig gelang es mir sie vom Fanggewebe zu lösen – aber richtig fliegen, kann sie wahrscheinlich nicht mehr. Zu diesem Zeitpunkt lebte die Libelle noch, nur wie lange noch?

Im ersten Fall habe ich das Offensichtliche nicht akzeptiert und gewonnen. Im zweiten Beispiel schien das Ergebnis ebenfalls einleuchtend und ich bin dennoch gescheitert. So ist das Leben. Wie ein Blatt Papier. Es mag noch so dünn sein, verfügt aber immer über zwei Seiten. Auch wenn man eine Seite nicht sieht, ist sie doch vorhanden.