Die Natur hat überraschend schnell ihr grünes Kleid angelegt. Ich freue mich über diesen beruhigenden Anblick, der für mich als Läufer aber nicht nur positiv ist, worauf ich in einem späteren Beitrag zurückkommen werde. Jede Jahreszeit hat ihre Reize und ist auf spezielle Art wunderschön – jedoch, ich favorisiere den Frühling. Vermutlich achten die wenigsten Läufer auf Flora & Fauna; ich dagegen versuche möglichst viele Eindrücke in mir aufzunehmen. Die kunstvollen Schachbrettblumen sind ein hervorragendes Beispiel für die unerschöpflichen Ideen der Natur. Und der Sonnenuntergang umhüllt die überfluteten Wiesen mit einem romantischen Schimmer. Laufen hat durchaus etwas mit Romantik zu tun.
Blumen sind uns nah befreundet,
Pflanzen unserm Blut verwandt,
Und sie werden angefeindet,
Und wir tun so unbekannt.
Unser Kopf lenkt sich zum Denken
Und die Blume nach dem Licht,
Und wenn Nacht und Tau einbricht
Sieht man sich die Blätter senken.
Wie der Mensch zum Schlaf’ einnickt,
Schlummert sie in sich gebückt.
Schmetterlinge fahren nieder,
Summen hier und summen dort,
Summen ihre trägen Lieder,
Kommen her und schwirren fort.
Und wenn Morgenrot den Himmel säumt,
Wacht die Blum’ und sagt, sie hat geträumt,
Weiß es nicht, dass voll von Schmetterlingen
Alle Blätter ihres Kopfes hingen.
Ludwig Tieck (1773-1853)







