Archiv nach Kategorie "Gedichte & Zitate"

Das Leichtere

Veröffentlicht in Contra Gesellschaft, Gedichte & Zitate, ZEN am 10. September 2009 von Marcus

Der berühmte Meister Ikkyu wurde vom mächtigen Kaiser zu einem Festbankett eingeladen. Wie immer sehr ärmlich bekleidet, begab er sich sodann zum Palast. Als er durch das Haupttor gehen wollte, wurde er sofort von den Wächtern aufgehalten: „Wer bist du und was willst du hier?” – „Ich bin Ikkyu, der Zen-Mönch und ich bin vom Kaiser zum Essen eingeladen.”

Die Wächter brachen in lautes Gelächter aus. „Was? Du willst der berühmte Meister Ikkyu sein? Du lügst, du bist nichts weiter als ein armseliger Bettler, gehe weg, verschwinde von hier, hinfort du unbedeutender Nichtsnutz!” Schweigend ging Ikkyu wieder nach Hause. In einer alten Truhe hatte er noch einen wunderschönen Anzug aus reiner Seide mit goldenen Stickereien von früher aufbewahrt. Er hatte ihn noch nie getragen. Er nahm das Gewand heraus, zog es an und spazierte erneut zum Palast. Die Wächter am Eingang sahen ihn schon von weitem daher schreiten: „Ah, da kommt ein wichtiger Gast, das ist sicher Meister Ikkyu, der vom Kaiser zum Essen eingeladen wurde.”

Ohne sie eines Blickes zu würdigen, schritt Ikkyu an ihnen vorbei. Sie verneigten sich tief. Er begab sich zum Saal, in dem das Bankett bereits begonnen hatte. Dort wurde er vom Kaiser mit Freude empfangen. Aber anstatt sich hinzusetzen, zog er seine Kleider aus – bis er ganz nackt war – legte sie auf seinen Sitz und ging wortlos wieder zur Tür. Alle Anwesenden waren schockiert. Der Kaiser rief ihm fassungslos nach: „Ikkyu, was soll das, was machst du denn da?”

Dieser drehte sich um und antwortete: „Ich bin nur gekommen, um ihnen meine Kleider zu bringen, denn sie haben nicht mich eingeladen, sondern meine Kleider.”

(Autor unbekannt) – In Teilen von mir modifiziert.

Einmal mehr eine wunderbare Zen-Anekdote. Ein jeder möge für sich den Sinn interpretieren, der in dieser Geschichte verborgen ist. Wie alt der Text auch sein mag, für mich ist dies irrelevant – an Aktualität ist er dennoch nicht zu überbieten. Die zur Schau gestellte Oberflächlichkeit ist auch für unsere heutige Welt symptomatisch. Der auf den ersten Blick arme Bettler – der so gar nicht in die feine Gesellschaft des Kaisers paßt. „Kleider machen Leute“. Oder etwa doch nicht? Werden Menschen in teurer Markenbekleidung zu besseren Menschen? Oder werden sie durch ihr Denken nicht eher ärmer? Wieso haben sie es nötig, sich über ihre Bekleidung zu definieren? Und für wen kleiden sie sich? Für sich? Oder für andere? Und unsere Kinder? Sollten wir nicht lieber für ein gesundes Selbstbewußtsein sorgen – als sie den Weg der fragwürdigen Statussymbole beschreiten zu lassen?

Oberflächlichkeit. Unsere Welt ist ein Hort selbiger. Wer hat noch wirkliches Interesse an seinen Mitmenschen? An seinen Nachbarn – in der anonymen Großstadt? Ist es nicht besser, sich lieber mit sich selbst zu beschäftigen als mit den Problemen anderer? Oder doch lieber mal ein Wort mit der einsamen, alten Nachbarin reden – die sich vielleicht darüber freuen würde? Wer kann noch zuhören? Wirklich zuhören?

Sind wir nicht alle Naturliebhaber? Manche Menschen fahren mit ihren Autos direkt in den Wald – so sehr lieben sie die Natur. Am Seeufer wird gegrillt und weil die Natur so schön ist, wird der Müll gleich vor Ort entsorgt. Oberflächliche Naturliebe? Vor wenigen Tagen wurden hier Kindergruppen in den Wald geführt. Welch ein Erlebnis! In zwei Kilometern Entfernung war ihr Kreischen und Schreien zu hören. Sie werden nicht ein Tier gesehen haben. Ein oberflächlicher Ausflug in den Wald – eine Spur von traurigen, abgeknickten Ästen. Wie trivial. Schade eigentlich. Was hätten diese Kinder in der Natur lernen können? Respekt vor den Waldbewohnern? Die Liebe zu Tieren? Wunderbare Pflanzen und Pilze beobachten, ja, bestaunen? Das Leben achten?

Oberflächlichkeit. Ein Endlosthema. Ein Tribut der heutigen Gesellschaft. Es ist ja auch viel leichter. Oder ist es am Ende gar ein Irrtum? Das Leichtere…

Das Leichtere

Es ist leichter zu denken
als zu fühlen -
leichter, Fehler zu machen,
als das Richtige zu tun.

Es ist leichter zu kritisieren
als zu verstehen -
leichter, Angst zu haben,
als Vertrauen und Mut aufzubringen.

Es ist leichter zu schlafen
als zu leben -
leichter zu feilschen
als einfach zu geben.

Es ist leichter zu bleiben,
was man geworden ist,
als zu werden,
was man im Grunde ist.

(Hans Kruppa)

Gezeitenwandel

Veröffentlicht in Gedichte & Zitate, Photos am 15. August 2009 von Marcus

Die eiszeitlichen Legionen des schonungslosen Winters ordnen sich dem prosperierenden Rad der Zeit mit einem laut vernehmbaren Knirschen unter und treten ihren Rückzug an, um den gütigen Frühling ihre Ehrehrbietung zu bezeugen. Sie verneigen sich tief, sammeln all ihre Kräfte – von Sturmkohorten über Kältemanipel bis zu den leuchtenden Schneemächten und weichen den vorantreibenden grünen Kleidern des süß duftenden Frühlings. So oder so ähnlich formulierte ich vor weniger als einem halben Jahr mit meiner virtuellen Feder. Mittlerweile hat sich das Kräfteverhältnis erneut gravierend verschoben. Ich kann sie schon fühlen, vielleicht sogar hören. Auf jeden Fall sehen. Die Sendboten der kalten Heeresverbände mit ihren mannigfaltigen Schneeregimentern – sie sind längst in Marsch gesetzt, um uns wieder zu besuchen und unsere Welt zu besetzen, zu beherrschen! Ja, der Winter naht, er ist schon da. Die Zeit wird kommen. Schneller als wir denken. Oder uns eingestehen wollen?

Natürlich, meine Worte sind maßlos übertrieben. Doch ein Körnchen Wahrheit steckt in ihnen. Der heiße August hat seine Hälfte erreicht, der sommerliche Zenit ist längst überschritten. Die ersten Blätter sind gefallen – liegen danieder, die natürlichen Farben sind gesättigt, ja, partiell übersättigt. Gelbe und braune Farben expandieren. In der Nacht sieht man seinen Atem, die hellen Abende werden kürzer. In den Wäldern sind die stetig singenden Piepmätze bis auf wenige Ausnahmen seit Wochen verstummt. Resignation allenthalben. Wenngleich noch zahllose Pflanzen frohen Mutes ihre Blüten gen Himmel strecken, sind doch viele Blumen endgültig in den Rausch des Todes geraten. Die ersten Graugänse bilden ihre markanten V-Formationen am Horizont, um sich in meinem Laufgebiet zu sammeln. Viele kleine Details deuten unscheinbar darauf hin, der geliebte Frühling, der ersehnte Sommer – sie sind erlebte Geschichte – auch wenn wir es nicht wahrhaben wollen.

Vor nicht allzu langer Zeit schrieb ich, daß ich den kühlen Winter mit seiner unnachahmlichen belebenden Luft vermissen werde – nun – da der Herbst langsam aber sicher nahen wird, muß ich zugeben, daß ich die angenehm warmen Temperaturen vermissen werde. Ja, man ist nie zufrieden. Ein Jammer! Schätzen und achten wir daher die kommenden warmen Momente besonders – Gevatter Winter berührt uns mit seinem frischen Hauch bereits; wenn auch nur unmerklich auf der Schulter. Um den diesjährigen Sommer in einer Art Reminiszenz adäquat zu würdigen, folgen nun wenige Impressionen aus vergangenen Tagen. Das Wechselspiel der Jahreszeiten – eine unabänderliche Tatsache, der wir uns nicht verschließen können. Ich bin zutiefst dankbar, daß mich die Vergangenheit in einer absonderlichen Laune unseres komischen Lebens zum Täglichläufer machte – dadurch ist es mir möglich, jedwede Änderung im Wandel der natürlichen Welt viel intensiver wahrzunehmen – denn ich bin immer dabei. Täglich.

Im Sommer

O komm mit mir aus dem Gewühl der Menge!
Aus Rauch und Qualm und tobendem Gedränge,
zum stillen Wald.
Dort wo die Wipfel sanfte Grüße tauschen,
und aus der Zweige sanft bewegtem Rauschen
ein Liedchen schallt.

Dort zu dem Quell, der durch die Felsen gleitet
und dann zum Teich die klaren Wasser breitet,
führ’ ich Dich hin.
In seinem Spiegel schau die stolzen Bäume
und weiße Wolken, die wie sanfte Träume
vorüber ziehn.

Dort laß uns lauschen auf der Quelle Tropfen
und auch der Spechte weit entferntes Klopfen
mit uns allein.
Dort wollen wir die laute Welt vergessen,
an unsrem Herzschlag nur die Stunden messen.
Und glücklich sein!

(Heinrich Seidel)

Staub im Wind

Veröffentlicht in Fauna, Flora, Gedichte & Zitate am 16. Juni 2009 von Marcus

Ich bin ein Antisportler. Pragmatischer Läufer. Entspannter Täglichläufer. Leidenschaftlicher Regenläufer. Alles korrekt. Alles falsch. Wie widersprüchlich! Das bin ich. – In Wahrheit sehe ich mich als formlosen Naturläufer. Für mich beginnt das wahre Glück, wenn ich die sogenannte Zivilisation vergesse und in die atemberaubenden Wälder eintrete, ihren würzigen Duft aufsauge, mich in das Hochwasserschutzgebiet im Laufschritt zurückziehe, um anschließend die Wassertropfen zu fühlen, die aus den Wolken sanft zur Erde gleiten und über die Äste der Baumkronen leise auf mein Gesicht springen und im Nacken die kalte Hand des Windes spüre. Der Odem des Lebens. Dort werde ich zu einem unscheinbaren Teil der Natur. Natürlich nur eine Illusion, aber temporär eine sehr gute und ungemein beruhigende. Laufen, Denken, Nichtdenken, Genießen. Eintauchen in die wirkliche Welt hinter der oberflächlichen Welt, die gemeinhin als die Realität betrachtet wird. Doch Realität ist immer das, was wir für die Realität halten – manche Menschen werden in ihrer Trivialität nie einen Blick hinter den Vorhang werfen. Schlimmer noch, sie erkennen nicht einmal den Schleier und sind sich dessen nicht bewußt.

Ich komme nicht umhin, mich immer wieder mit der Zeit zu beschäftigen. Durch die tägliche Laufdokumentation ist mein Zeitempfinden einer besonderen Sensibilität unterworfen. Vor wenigen Tagen schrieb ich meinen Jahresrückblick 2008 – vor ein paar Tagen? Nein. Doch so scheint es mir – dabei ist die erste Hälfte des Jahres 2009 bereits von der Vergangenheit in das Nichts absorbiert worden. Erlebnisse – schöne wie tragische – verblassen mehr und mehr; werden zu Erinnerungen des Lebens, während wir unaufhaltsam in die Zukunft schreiten. Dunkelheit wie Lichtermeer senken sich über uns und ziehen uns fort – rasend schnell, selbst das Innehalten fällt schwer. Wir Menschen mit unseren lächerlichen paar Erdenjahren sind nur Staub im Wind – nicht einmal ein Wimpernschlag in der Unendlichkeit der Zeit in unserem vermeintlichen Universum. Wir jagen albernes mit bunten Zahlen bedrucktes Papier hinterher und vergessen, was wirklich wichtig ist im Leben. Vielleicht sollten wir uns mehr mit Familie & Freunden und Liebe & Gefühlen auseinandersetzen. Unser Dasein ist geprägt von einer beängstigenden Endlichkeit und unser Geist erschreckend beschränkt – nur ein Windhauch im weiten Nichts. Und dieses kostbare Leben vergeuden wir mit Bedeutungslosem. Darüber kann man nachdenken. Oder auch nicht.

Nachfolgend ausgewählte Juniimpressionen aus meiner kleinen Welt, welche für mich jedoch bedeutsam sind. Ein zutiefst kläglicher Versuch die Eindrücke der Natur für einen theatralischen Moment einzufrieren. Stellvertretend beginne ich mit einem Frosch, der es sich auf einer Seerose gemütlich machte. Gefolgt von zwei Nachwuchsschwalben – gestern den letzten Tag im Nest, einem Perückenstrauch, Lilien und als Abschluß ein fulminantes Himmelsleuchten – als Symbol für meinen melancholischen Artikel.

2009_Juni_Seerosenfrosch
2009_Juni_Schwalben
2009_Juni_Perückenstrauch
2009_Juni_Lilien
2009_Juni_Himmelsleuchten

Flucht

In der Freie will ich leben,
in dem Sarge dumpft der Tod.
Sieh nur dort das Abendrot
um die heitern Hügel weben,
in der Freie blüht das Leben,
in der Enge hockt die Not.

Eilt drum, eilt hinaus zu streben,
eh` das Herz zu stocken droht,
Licht und Luft und Raum ist not.
In der Freie will ich leben,
Traute Vögel, laßt uns schweben,
folgsam der Natur Gebot.

(Karl Lappe)

Gefühle. Nicht negieren. Zulassen.

Veröffentlicht in Gedichte & Zitate am 11. Juni 2009 von Marcus

Einst lebte ein Junge, der sterbenskrank war. Seine Krankheit war unheilbar. Der Tod konnte ihn jede Sekunde ereilen. Er wohnte bei seiner Mutter, die ihn liebevoll pflegte und doch war das Leben nicht einfach – für alle Beteiligten. Irgendwann beschloß er hinaus zu gehen – nur ein einziges Mal die Welt sehen. Er bat seine Mutter um Erlaubnis, die sie ihm – wenn auch nur zögerlich – gewährte. Während er durch sein Stadtviertel spazierte, sah er zahllose Boutiquen. Als er vor einem Musikgeschäft stehen blieb und ins Schaufenster sah, bemerkte er ein Mädchen, vielleicht in seinem Alter. Es war Liebe auf den ersten Blick. Er öffnete die Tür und trat ein. Nach und nach näherte er sich verhalten der Theke, wo sich das Mädchen aufhielt. Sie sah ihn an und fragte lächelnd: „Kann ich Dir helfen?“ Er dachte, es sei das schönste Lächeln, welches er je in seinem ganzen Leben gesehen hatte.

Er spürte das Verlangen sie im selben Moment zu küssen. Dennoch sagte er schüchtern: „Ja, ich möchte eine CD kaufen.“ Ohne nachzudenken, nahm er die erste, die ihm in die Hände fiel und bezahlte. „Möchtest Du, daß ich sie einpacke?“ fragte das Mädchen, immer noch lächelnd. Er nickte und sie ging in das Hinterzimmer und kam mit dem eingepackten Paket zurück. Er lief nach Hause und seit diesem Tag ging er täglich in das Geschäft, um eine CD zu kaufen. Sie packte stets alle ein und er brachte sie nach Hause, um sie in seinem Schrank zu sammeln.

Er war zu schüchtern, um sie einzuladen und traute sich einfach nicht. Der Junge gestand dies seiner Mutter und sie ermutigte ihn, etwas zu unternehmen. So ging er am nächsten Tag ein Tick forscher in das Musikgeschäft. Wie jeden Tag kaufte er seine CD und sie ging wie jedes Mal in den hinteren Teil des Ladens. Sie nahm also die CD und während sie sie ihm einpackte, hinterließ er seine Telefonnummer auf der Theke und verließ anschließend mit schnellen Schritten das Geschäft. Ein Tag später klingelte das Telefon. Es war das Mädchen und wollte den Sohn sprechen. Die Mutter begann sofort zu weinen und schluchzte: „Du weißt es nicht? Er ist gestern gestorben.“ Es entstand eine Pause, in der sich niemand mehr traute etwas zu sagen. Das Gespräch endete abrupt.

Später ging die Mutter in das Zimmer des Sohnes, um sich seiner zu erinnern. Sie sah seine Kleidung durch und öffnete einen Schrank. Wie sehr war sie überrascht, als ihr eine riesige Menge von CDs entgegen flogen. Keine einzige war geöffnet. Das alles machte sie sehr neugierig. Sie nahm eine CD, setzte sich auf das Bett und öffnete selbige. Sofort fiel ein kleiner Zettel aus dem Paket. Die Mutter hob ihn auf und las: „Hallo, ich finde Dich süß! Möchtest Du Dich mit mir treffen? Laura.“ Höchst betroffen nahm die Mutter eine andere CD, dann noch eine und so weiter. In mehreren befanden sich kleine Zettel und auf jedem standen ähnliche Worte.

Das ist das Leben. Warte nicht zu lange, um jemandem, der für Dich außergewöhnlich ist – zu sagen was Du fühlst. Sage es. Heute. Morgen kann es zu spät sein.

(Unbekannt)

Wenn ein Mensch vor Dir steht,
gib ihm die Chance, ein Freund zu werden.

Wenn das Glück vor Dir steht,
gib ihm die Chance, erkannt zu werden.

Wenn die Zukunft vor Dir steht,
gib ihr die Chance, erlebt zu werden.

Wenn die Ungewißheit vor Dir steht,
gib ihr die Chance, Gewißheit zu werden.

Wenn die Vernunft vor Dir steht,
gib ihr die Chance,
aus dem Bauch zu entscheiden.

Wenn die Liebe vor Dir steht,
gib ihr jede Chance der Welt.

(Unbekannt)

Wege zum Glück

Veröffentlicht in Gedichte & Zitate am 29. Mai 2009 von Marcus

Gehe ruhig und gelassen durch Lärm und Hektik. Denke daran: Frieden findest Du in der Stille.

Pflege gute Beziehungen zu Deinen Mitmenschen, versuche mit ihnen auszukommen, soweit es Dir möglich ist. Gebe Dich nie selbst auf.

Was Du als wahr erkannt hast – sprich es offen, ehrlich und in ruhigen klaren Worten aus. Höre anderen zu, selbst wenn sie Dir dumm, langweilig und unwissend erscheinen. Ihr Schicksal hat sie so geformt wie sie sind.

Gehe den Lauten und Streitsüchtigen aus dem Weg. Sie verdrießen nur Deinen Sinn. Wenn Du Dich mit anderen Menschen vergleichst, könntest Du eingebildet oder verdrießlich werden. Du kannst sicher sein: Es wird immer Menschen geben, die bedeutender sind als Du und auch solche, die weniger können.

Genieße, was Du erreicht hast. Begeistere Dich für die Pläne, die Du noch verwirklichen willst.

In geschäftlichen Angelegenheiten lasse Vorsicht walten, denn die Welt ist voll List. Aber das soll Dich nicht blind dafür machen, daß es auch rechtschaffene Leute gibt. Viele Menschen streben nach höheren Zielen und überall im Leben gibt es Helden.

Sei Du selbst. Heuchle weder Zuneigung, noch mache höhnische Bemerkungen über die Liebe. Ungeachtet der alltäglichen Trostlosigkeit und trotz vieler Enttäuschungen und mancher Verdrossenheit – die Liebe verdorrt nicht, sie wächst und wächst wie das Gras auf der Wiese.

Du wirst jeden Tag ein bißchen älter. Akzeptiere das dankbar. Und wenn es an der Zeit ist, laß die Prioritäten der Jugend mit Würde hinter Dir. Die Jugend hat ihre Zeit, das Alter hat seine Zeit.

Erhalte Dir die Schärfe Deines Verstandes. Mit einem geschulten Geist bist Du gefeit, wenn Dich unerwartet ein Mißgeschick trifft.

Belaste Dich nicht mit finsterem Grübeln. Viele Ängste keimen vor allem dann auf, wenn Du müde oder einsam bist.

Praktiziere eine zuträgliche Selbstdisziplin, aber gehe behutsam mit Dir um.

Was immer Deine Bemühungen, Sehnsüchte und Ziele im lärmenden Wirrwarr des Lebens seien – strebe nach innerer Harmonie. Trotz aller Enttäuschungen, trotz aller Plackereien und trotz aller zerronnenen Träume – es ist eine schöne Welt.

(Nach Max Ehrmann)

Wir sollten uns nie mit anderen Menschen vergleichen – darin kanalisiert sich das Ende jedweder Zufriedenheit. Zumal jeder Mensch einst als Original auf die Welt kam. Wie in dem Text bereits spezifiziert wird, liegt mein Weg – neben anderen Punkten – primär in einer maßvoll praktizierten Selbstdisziplin, vorrangig auf der Basis des Täglichlaufens. Feste Entschlossenheit im Innern und gefühlvolle Stärke im Äußeren – im Hinblick auf eine konzentrierte Harmonie der Ruhe. Mein Weg zum Glück und in die Zufriedenheit. Die Welt ist wahrhaftig schön, eine Erkenntnis, die nur wenige Menschen wirklich erfahren werden. Denn diese Einsicht in das essentielle Sein läßt sich nicht mit Geld erwerben. Welch Glück!