Ich bin natürlich ein großer Verfechter des täglichen Laufens oder dem sogenannten Streakrunning und kann diese spezielle Laufform nur empfehlen, weil sie einfach natürlich ist. Laufanfängern würde ich dennoch davon abraten, da Täglichlaufen eine gewisse Konstitution und Erfahrung voraussetzt. Nichtsdestotrotz erfüllt es mich mit Stolz, wenn eine Laufanfängerin gleich zu Beginn sich mit Täglichlaufen näher beschäftigt und einfach aus dem Nichts 23 Tage durchhält. Liebe Brigitte, meinen Respekt vor dieser Leitung und Deinem Willen & Disziplin – ich bin sehr stolz auf Dich!
Bisher habe ich jegliche Laufwettkämpfe für mich abgelehnt. Trotzdem verfolge ich, vor allem lokale Wettbewerbe in den Medien und interessiere mich auch für Zeiten und Distanzen. Und dank Margitta dachte ich ernsthaft über diese Thematik nach und schloß eine Teilnahme nicht mehr explizit aus, wenn auch erst nach dem Ende meiner aktuellen Serie. Vor ein paar Tagen verfolgte ich einen Bericht über den Berliner Halbmarathon, mit seinen gut 16.000 Teilnehmern. Zwar nicht so imposant wie der Marathon im September, dennoch sehr beeindruckend. Als ich den Start beobachtete, wurde mir schlagartig bewußt, daß eine dortige Teilnahme genau das Gegenteil ist, wofür ich stehe. Dieses Gewusel am Anfang – wie soll man da seinen eigenen Stil finden, seine Geschwindigkeit? Ich kann mir nicht wirklich ein Bild erlauben, war ich doch noch nie dabei. Dennoch, das ist nicht meine Welt.
Ich lief heute 15 Kilometer bei 08 C° im strömenden Regen. Bis auf ein Nordic-Walker Ehepaar, welches ich zweimal traf, war ich allein in der Natur unterwegs. Meine Konzentration auf mich selbst gerichtet, auf meinen Körper und auf die Natur. Ich liebe es, nur für einen Moment, die Augen zu schließen und nur die Natur zu hören und zu spüren – den Wind und den Regen im Gesicht zu fühlen. Störende Gedanken werden verbannt, ich genieße einfach den Lauf. Harmonie. Ich bin mit mir selbst im Einklang. Laufen bedeutet Harmonie. Ich liebe es zu Laufen.
Wie könnte ich dieses Gefühl empfinden, wenn neben mir weitere 16.000 Läufer sind? Und habe ich das Bedürfnis 40 Kilometer zu laufen, ich tue es einfach. Einfach so. Aus mir wird kein Wettkampfläufer mehr – ich bin und bleibe ein Naturläufer. Welch Glück!
