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Quo vadis, Deutschland?

Veröffentlicht in Contra Politik am 25. Oktober 2009 von Marcus

Der Inhalt des heutigen Artikels entzieht sich meiner bewußten Wahrnehmung und sollte hier per se keinen Eingang finden. Im Prinzip ist diese Thematik unwürdig, zu unbedeutend die Kaste, dennoch mache ich eine Ausnahme – letztendlich sind wir alle davon betroffen. Der mündige Wähler hat seine Aufgabe erfüllt und wir haben eine neue Regierung. Dazu später mehr. Der Weg der Berufsfindung mit seiner Ausbildung und Bildung sollte allgemein bekannt sein. Der Bäckermeister beginnt seine Lehrzeit, erhält irgendwann seinen Gesellenbrief und qualifiziert sich anschließend zum Meister seines Faches. Der General fängt als einfacher Rekrut an, studiert und wird im Rahmen von Beförderungen vom Leutnant über Hauptmann vielleicht General, sofern er sich bewährt hat. Und der Physikprofessor an der Universität wird seinen Lehrstuhl verliehen bekommen, weil er einst Physik studiert hat, danach forscht, veröffentlicht, habilitiert und sich als unentbehrlich erweist. Ich unterstelle eine Leistungsgesellschaft, in der die Besten als Leistungsträger durch Qualifikation und Kompetenz höhere und hohe Posten bekleiden werden. In der Regel. Ein Berufsfeld entzieht sich dem – die Politik.

Das neue Kabinett der Bundesregierung ist ein lächerlich schönes Beispiel. Der ehemalige Verteidigungsminister wird nun Arbeits- und Sozialminister. Der alte Wirtschaftsminister hingegen wird Verteidigungsminister. Ein Jurist wird Umweltminister. Der bisherige Innenminister wird Finanzminister. Ein Müllermeister wird Verkehrsminister. Bäumchen, Bäumchen, wechsele Dich! Qualifikation? Unnötig. Kompetenz? Nicht vorhanden. Erfahrung? Nein. Befähigung? Nicht nötig. Zugegeben, hinter diesen Ministerposten stehen Tausende Mitarbeiter in den jeweiligen Ministerien, die unterstützend und beratend einwirken. Nichtsdestotrotz wirkt es grotesk, daß der höchste Vorgesetzte von der Materie keine Ahnung hat. Das ist befremdlich. Die politische Führung eines der wirtschaftlich wichtigsten Länder der Welt beweist uns, daß sie obsolet ist. Jeder kann alles. Jeder macht, was er will. Es ist nicht mehr obligat sein Handwerk zu erlernen. Man muß nichts wissen oder sein Amt adäquat ausfüllen, um ein Millionenvolk zu regieren. Wen wundert es da noch ernsthaft, daß alles in diesem Staat immer teurer wird, die Fahrt in den Generationenabgrund immer schneller vonstatten geht? Die Steuern erhöht werden, das Gesundheitssystem in Schieflage geraten ist, die Schulden steigen usw. usf. Und wer die Wahrheit sagt – Meinungsfreiheit? – wird seiner Ämter enthoben. Welcher Politiker wundert sich noch ernsthaft über die Politikverdrossenheit der Bürger?

Um bei meinen Beispielen zu bleiben, der Bäckermeister übernimmt die Aufgabe des Generals und führt Bürger in Uniform, der Physikprofessor wird die Bäckerei leiten und der General doziert an der Universität in dem Fach Physik über die spezielle Relativitätstheorie. Absurd, oder? Nach vier Jahren müßte die Bäckerei Insolvenz anmelden, stattdessen wird ein neuer Chef geschickt. Ein General. Er wird das Geschäft neu strukturieren und erfolgreich leiten. Und wenn nicht? Auch nicht gravierend. Es ist ja nicht seines. Er haftet nicht persönlich, steht also nicht mit seinem Geld ein. Wie die politische Führungskaste in Deutschland. Bäumchen, Bäumchen, wechsele Dich! Fortsetzung folgt. In vier Jahren. Quo vadis, Deutschland?