Pfingsten. Weihnachten. Ostern. Alle Jahre wieder. Zeiten, in denen allzu opulente Festmahle von vielen Menschen durch anschließende Spaziergänge legitimiert werden. Im restlichen Jahr darf dann getrost auf die obsolete Bewegung verzichtet werden. Spaziergänge an der frischen Luft können nur ungesund sein. An diesen Feiertagen frequentieren Massen von Menschen mein Laufareal. Nicht wenige fahren mit ihren Autos an den Waldrand, um von dort aus bequem zu starten. Außergewöhnlich extreme Vertreter dieser Gattung passieren sogar den Wald, um mit ihren motorisierten Vehikeln bis zur Dammschranke vorzudringen. Aber auch dies ist steigerungsfähig – und zwar von jenen faulen Exemplaren, die in ihrer Impertinenz selbige Barriere öffnen und mit dem Auto direkt auf dem Damm fahren. Der Hund läuft nebenher; wie schön ein Ausflug in die Natur doch sein kann!
Eine Spaziergängerwelle nach der anderen schiebt sich lärmend durch die Wälder. Manche bringen sogar ihre Musik mit – aus unerfindlichen Gründen verstummen die Vögel – picknicken am Ufer und kreieren eigene Osterfeuer. Wolken von Zigarettenrauch verpesten die Luft. Sie stören brütende Enten und Graugänse, vertreiben Adler und Bussarde, verschrecken Rehe und Fasane – und wundern sich später vermeintlich besorgt, wo die Tiere nur abgeblieben sind!? Der absolute Höhepunkt wird forciert, wenn der mitgebrachte Müll vor Ort entsorgt wird; so ein Wald ist toll! Selbstverständlich sind die von mir skizzierten Menschen allesamt Experten im Laufsport – zumindest theoretisch – und geben entsprechend wissende Tips und grandiose Kommentare ab, natürlich ungefragt. Welch unsägliches Gebaren! Ja, ich gebe es zu – all dies ist nicht meine Welt. Und bei den meisten Punkten werde ich sehr ungehalten. Pfingsten. Weihnachten. Ostern. Alle Jahre wieder. Es hat begonnen. Discite moniti!
Meine Zeit ist gekommen, wenn die bevorzugte Einsamkeit wieder Wirklichkeit wird. Laufen im Einklang mit sich selbst und der Natur. Pure Harmonie. An diesen Tagen weiß ich meine Ruhe besonders zu schätzen und sehne mich nach der natürlichen Stille, die einem umgibt, wenn man sich der gehaltvollen Natur mit allen Sinnen hingibt. Meine von Menschen verlassene Welt mit unzähligen, partiell durchaus zutraulichen Tieren als Idealbild. Fern von polternden Narren, die in ihrer Arroganz nur Schaden anrichten. Ich wünsche all meinen Kommentatoren ein schönes Osterfest innerhalb der Familie und schließe mit einem denkwürdigen Text.
(James Patterson)
Arbeit, Gesundheit, Freunde und Rechtschaffenheit.
Und Sie halten alle in der Hand. Aber eines Tages
begreifen Sie, daß die Arbeit ein Gummiball ist. Wenn Sie
ihn fallen lassen, springt er wieder hoch. Die anderen
vier Kugeln – Familie, Gesundheit, Freunde und
Rechtschaffenheit – sind aus Glas. Wenn Sie eine von
diesen Kugeln fallen lassen, wird sie unwiderruflich
beschädigt oder zerspringt vielleicht sogar in tausend
Stücke. Und selbst wenn sie nicht zerbricht – sie wird
nie mehr so sein wie früher. Wenn Sie diese Lektion der fünf
Kugeln erst einmal verstanden haben, haben Sie den
Anfang für ein ausgeglichenes Leben gemacht.