Archiv nach Kategorie "Abhärtung"

Schach, aber nicht Schachmatt

Veröffentlicht in Abhärtung bei Dezember 16, 2007 von blacksensei

Nach meiner Planung sollte jetzt ein Eintrag über einen nächtlichen Waldlauf mit oder ohne Wildschweinkontakt erscheinen, aber wie das so ist im Leben: Wer Pläne macht, plant zweimal. Zum einen hat sich mein Vorhaben aus zeitlichen Gründen zerschlagen, zum anderen hat mich eine Erkältung erwischt.

Vor einer Woche weilte ich auf einer Familienfeier. Im Gegensatz zur Begrüßung, die distanziert ablief, weil mehrere Personen erkältet waren, war die Verabschiedung in der Nacht, im angeheiterten Zustand, ein einziges Drücken und Herzen. Ich befürchtete das Schlimmste, glücklicherweise steckte ich mich nicht an. Zu früh gefreut! Donnerstag abend hat mich innerhalb von 20 Minuten ein Schnupfen ergriffen, der von jetzt auf hier ausbrach. Unglaublich. Ausgerechnet ich!

Nach einer unruhigen, schlaflosen Nacht stand ich gestern früh auf, lief um 06:00 Uhr los und habe mit Müh und Not zwei Kilometer absolviert, in einer Zeit, in der ich sonst das Doppelte laufe. Ich war erleichtert, als ich diese Quälerei hinter mich gebracht habe.

Wie paßt nun die Erkältung in meine vor einiger Zeit publizierten Worte zur Abhärtungsthematik? (>Abhärtung) Nach meiner Auffassung schließt sich das nicht aus. Ich bin ohne Frage abgehärtet und werde selten krank, das Wort Grippe ist mir unbekannt. Dennoch, ich bin nicht Superman und nicht unverwundbar. Und hin und wieder muß mein Immunsystem trainiert werden, ergo kann bzw. muß ich das positiv betrachten.

Jedenfalls lasse ich mich von einer Erkältung nicht unterkriegen. Ich nehme keine Medikamente, dusche kalt, trinke Wasser aus dem Kühlschrank, und laufe weiter in kurzer Bekleidung, wenn auch nur kurze Distanzen. Und ja, ich gebe es zu, im gesunden Zustand fällt das alles leicht, derzeit kostet es sehr viel Kraft und die Versuchung einzuknicken, ist nicht unerheblich.

Heute lief ich bei -01 C° fünf Kilometer, natürlich in kurzen Sachen. Wenn ich auf lange Bekleidung umsteige, ist mir das hier ein Extraeintrag wert. ;) Ich bin also in zwei Tagen ganze sieben Kilometer gelaufen. Das habe ich seit Jahren nicht geschafft und ich merke bereits jetzt, wie mir die adäquaten Distanzen fehlen. So lange ich gesundheitlich angeschlagen bin, werde ich nur ein Minimalprogramm laufen, ganz so unverbesserlich bin ich nun doch nicht (*zu meiner liebsten Mama wink*).

Was mich jetzt besonders freudig stimmt, liegt in der Tatsache begründet, daß mein Geschmackssinn zurückgekehrt ist, denn zwei Tage nichts riechen und schmecken, ist wirklich fatal!

Ich wünsche all meinen Lesern einen schönen dritten Advent und bleibt gesund!

Die eingebildete Kälte – Alles ist relativ

Veröffentlicht in Abhärtung bei November 27, 2007 von blacksensei

Heute hatte ich eine Begegnung, welche mich inspiriert die Problematik des Abhärtens noch einmal zu thematisieren – am Ende dazu mehr. Um den Titel zu unterstreichen, ein kleines Beispiel: Wenn ich mich unter die eiskalte Dusche stelle, mag das Wasser im ersten Moment frisch erscheinen. Laufe ich 13 Kilometer bei 0 C° in kurzer Bekleidung und dusche anschließend erneut eiskalt, so kommt mir das Wasser von Anfang an sehr warm vor. Ergo, alles relativ!

Zu meinem Training zählt auch das Abhärten, welches sich wie die anderen Teile mehr oder minder von selbst entwickelt hat. Ein gewachsenes Programm sozusagen. Dazu gehört das Laufen in kurzen Hosen und T-Shirt (keine Handschuhe) bis -04/05 C°. Wird es kälter, steige ich selbstverständlich auf eine adäquate Laufbekleidung um. Natürlich laufe ich in diesem Outfit keine 25 Kilometer, aber meine Standarddistanzen bis zu 12-14 Kilometer sind praktikabel. Der Wind spielt natürlich auch eine gravierende Rolle in bezug auf die Distanz. Mich hat interessiert, inwieweit mein Körper diese Temperaturen ertragen kann. Ein Selbstversuch bei -09 C° hat mir meine Grenzen aufgezeigt, was ich mit Sicherheit nicht noch einmal versuchen werde, da die Erfahrung durchaus unangenehm war.

Fakt ist: Es tut mir gut, ich fühle mich wohl dabei und mein Immunsystem ist trainiert. Beispielsweise hatte ich noch nie eine Grippe. Wenn ich mich so umgucke, sind die Menschen, die bei 13 C° schon Mützen und Schals tragen, die Ersten, die eine Erkältung bekommen, schlichtweg weil ihr Körper „verweichlicht“ ist.

Zum Schluß noch ein Extrembeispiel: Heute früh sah ich einen Läufer in seeehr kurzen Hosen, ein Tuch auf dem Kopf und FREIEM Oberkörper. Bei 0 C° wohlgemerkt (bei -05 C° läuft er ebenfalls so). Es existiert also immer jemand, der noch extremer ist.

Der Mann hat meinen größten Respekt!

Kälte findet (fast) nur im Kopf statt

Veröffentlicht in Abhärtung bei November 14, 2007 von blacksensei

Meine Läufe am Sonntag, Montag und Dienstag waren alles andere spaßig. Der „Wintereinbruch“ kam zu überraschend, ich konnte mich nicht langsam den Temperaturen anpassen. Meinen heutigen Lauf absolvierte ich bei 02/03 C°. Kurz nach dem Start fing es an zu hageln/regnen/schneien. Ein Mix aus allem, zwar intensiv, aber nur kurz anhaltend. Ich wurde nicht einmal richtig naß und fand es wunderschön am Horizont den Sonnenuntergang zu erahnen.

In den letzten Tagen waren meine Hände regelrecht steif gefroren, ich konnte sie kaum bewegen. Heute, glücklicherweise, keine Spur davon. Soll heißen, ich habe mich wieder mehr oder minder angepaßt, auch mental. Ab jetzt wird mir die Kälte nichts mehr ausmachen, bis zu einem gewissen Grad natürlich. Wer diesen Text liest, möge es mir bitte nicht gleichtun und ebenfalls in kurzer Bekleidung durch die Gegend düsen. Das setzt durchaus eine lange Zeit an Training und Erfahrung voraus. Ich habe meine Grenze ermittelt und Schritt für Schritt verschoben; bis zu einem bestimmten Punkt, um anschließend eine Lektion zu erhalten. Eine schmerzhafte. Aber ich habe gelernt: Wenn es richtig kalt wird, nach meiner Definition, steige ich auf wärmere Kleidung um.

Bei diesem Wetter in kurzer Bekleidung zu laufen wird zum einen mit Bewunderung goutiert, zum anderen bekommt man sehr schnell den Status „Verrückter“ zugesprochen. Vor allem von Menschen, die bei 15 C° schon Schal und Mütze bevorzugen. Wie auch immer, das interessiert mich nicht. Ich sehe die positiven Effekte für mich, um einen besonders hervorzuheben: Das Wort „Ekrlätnug“ kenne ich nicht und weiß nicht einmal, wie man es schreibt.

Am erstaunlichsten ist für mich immer wieder, wie leistungsfähig doch der menschliche Körper sein bzw. was er ertragen kann. Unsere heutige Gesellschaft ist schon ziemlich verweichlicht im Gegensatz zu früheren Generationen.

Genug philosophiert! Ich wünsche Euch allen schöne Läufe, natürlich dem Wetter angepaßt.