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Ich liebe Plüschbienen

Veröffentlicht in Tiere bei August 20, 2008 von blacksensei

Einmal mehr verlasse ich den Mikrokosmos des Laufens und dringe in die Welt der fliegenden Lebewesen ein. Auf den zwei folgenden Photos kann man herzige Plüschbienen – auch bekannt als Hummeln – erkennen. Meinen Dank an Brigitte für diese goldige Bezeichnung. Dieser Terminus ist perfekt gewählt, wenn man sie streichelt, wird man schnell feststellen, daß sie sich wirklich samtartig anfühlen. Besonders schön das Gefühl, wenn ich eine Hummel beispielsweise aus einem Regenfaß rette und sie anschließend auf meiner Hand krabbelt. Ja, ich liebe Hummeln.

Das Glück

Selten ist es etwas Materielles,
vielmehr sind es die Eindrücke,
die wir der Empfänglichkeit
unserer Sinnesorgane verdanken,
der Fähigkeit,
uns zu verlieben und hinzugeben,
dem Erlebnis des Einklangs
der Innen- mit der Außenwelt.

An der Freude des Menschen am Schönen
haben stets Geist und Sinne
in gleichem Maße teil,
und solange Menschen fähig sind,
sich mitten in den Drangsalen
und Gefährdungen ihres Lebens
solcher Dinge zu freuen.

Eines Farbenspieles in der Natur
oder im gemalten Bilde,
eines Anrufes in den Stimmen der Stürme
und des Meeres oder einer
von Menschen gemachten Musik.

Solange wird der Mensch seiner Fragwürdigkeit
immer wieder Herr werden
und seinem Dasein immer wieder
Sinn zuschreiben können.

(Hermann Hesse)

Der Weg zum Sport – Part III

Veröffentlicht in Pro Gewichtsreduktion bei August 18, 2008 von blacksensei

Ein dunkler Tag. Ich starte früh am Morgen und nach 30 Minuten fängt es an zu regnen. Es gießt immer stärker, Windböen kommen auf, umarmen mich und drücken mich mit Macht an sich. Nach kurzer Zeit bin ich durchnäßt und der Wind peitscht immer mehr Wasser in mein Gesicht. Ich kann nur noch lächeln, schließe die Augen, breite die Arme aus und bin einfach nur glücklich. Mein Wetter – ich liebe es. Zu gerne würde ich jetzt weiter über dieses Thema schreiben und mit dem Schwärmen nicht mehr aufhören, leider dauerte die Freude nur zehn Minuten an. Zu Hause angekommen, fragt mich die Postfrau: „Naaa? Naß genug?“ – und grinst mich an. Nicht genug, so meine Antwort, denn nichts geht über Regenläufe. „Das verstehe ich“ bekomme ich zu hören, was mich nun wiederum extrem erstaunt. Wer kann das schon nachvollziehen? Wie dem auch sei, nun zu meinem eigentlichen Thema.

Mit dem heutigen Beitrag kehre ich zurück zu meinem Abnehmprojekt, welches ich aktiv begleite. Vor kurzem las ich einen Artikel über eine Langzeitstudie, in der bewiesen werden konnte, daß Bewegung gesund ist. Welch großartige Erkenntnis, die mich doch sehr beruhigt, da ich bis dato davon ausging, Sport wäre ungesund. Ein wenig Ironie sei erlaubt. Auf der gleichen Seite wurde ein ausführlicher Plan zum Abnehmen publiziert. Zu Beginn sollte man nach besagtem Plan dreimal fünf Minuten Laufen, dazwischen Walking. Wenn ich von meinem Beispiel ausgehe, ist das absolut unrealistisch. Ein Mensch, der ein Leben lang nicht gelaufen ist, kann keine fünf Minuten durchlaufen. Ohne Kondition ist das Wunschdenken. Was mir einmal mehr zeigt, standardisierte Pläne sind obsolet.

Aktueller Stand: Heute beginnt die vierte Woche und beide Teilnehmer sind weiterhin dabei. Derzeit fahren wir fast täglich in den Wald und bewegen uns dort aktuell 30 Minuten. Laufen mit Gehpausen. Wir haben uns eine bestimmte Strecke ausgeguckt, die bis zu dreimal umrundet wird. Die gelaufenen Meter steigen immer weiter an, während gleichzeitig die Gehpausen kürzer werden. Gestern haben wir zum ersten Mal fast die Hälfte der Strecke laufend zurückgelegt.

Motivation: Meine Befürchtung, daß die Motivation einbrechen würde, hat sich bisher nicht bestätigt. Im Gegenteil. Ich habe partiell Schwierigkeiten Ruhetage zu etablieren und muß einen gewissen Übereifer bremsen, bzw. ihn positiv nutzen.

Probleme: Ein zentrales Thema liegt auch in den differenzierten Konstitutionen. Der zweite Teilnehmer ist teilweise unterfordert und hat schon zusätzliche Einheiten vorgeschlagen – zu zweit. Da mein eigenes Programm auch noch absolviert werden will, könnte mir das ein wenig zu viel werden. Das wird sich zeigen. Weitere Probleme manifestieren sich in einem Fußproblem der Hauptperson.

Reaktionen: Bisher erhielten wir nur positive Reaktionen. Zu Beginn richteten sich die Kommentare auf meine Person, beispielsweise wenn ich mit dem Rad zum Wald fahre, ob ich meine Laufschuhe verlegt hätte oder wann ich nun laufe. Mittlerweile ist meine „Laufgruppe“ vielen Grußfreunden von mir bekannt – diese lächelnden Gesichter motivieren zusätzlich. Erst gestern verkündete ich lauthals: „Es sind noch Plätze in meiner Laufgruppe frei“.

Bisheriges Fazit: Ich bin überrascht, daß es so gut läuft, im wahrsten Sinne des Wortes. Es ist anstrengend für die Anfänger, macht jedoch Spaß, die Reaktionen sind positiv – ebenso die Auswirkungen auf die Körper, welche bereits spürbar sind. Es hat sich gelohnt den Anfang zu wagen. Der Weg zum Sport wurde beschritten. Aber nichts ist jemals einfach.

Für nichts

Veröffentlicht in Laufphilosophie, ZEN bei August 12, 2008 von blacksensei

Letzten Samstag führte ich in illustrer Runde ein Gespräch mit Nichtsportlern, in dem es partiell um mein Laufen ging. Ich erläuterte meine Philosophie in einigen Facetten, die jedoch nicht wirklich realisiert wurde. Schließlich MUSS man als Läufer mit seinem Tun doch gewisse Absichten verfolgen, wie beispielsweise Abnehmen, tolle Zeiten erreichen oder einfach nur Marathonteilnahmen – so der allgemeine Tenor. Sonst sei es sinnlos, ja, nicht erstrebenswert. Die Natur zu genießen und die pure Freude am Laufen wurden ohne höherwertige Ziele nicht akzeptiert. Wie kann man sich das nur antun und dann noch täglich? – einfach so!? Wie langweilig!

Als der Schüler seinen Meister, der regelmäßig Zazen praktizierte, zum ersten Mal traf, fragte er ihn: „Wofür praktizieren Sie Zazen?” Der Meister antwortete: „Für nichts”. Alle Anwesenden dachten sich: „Für nichts. Das ist nicht interessant” und liefen davon. Nur ein anderer Meister war völlig beeindruckt und sagte sich: „Für nichts - das ist bemerkenswert! Den ganzen Tag praktiziert er für nichts – das interessiert mich.” Es hat einmal einer gesagt: „Ich denke, also bin ich” und die ganze Zivilisation ist dem gefolgt. Ich sage jedoch: „Ich denke nicht, also bin ich.” „Ich habe nichts, also bin ich.” Der Sinn liegt darin kein Objekt zu haben, kein Ziel zu verfolgen. Dieses Nichts-Haben und Nichts-Wollen wird zuletzt zum wahren Erfolg, zum Höchsten im Leben.

Eine weise Zen-Geschichte. Höchst simpel und zugleich unendlich komplex. Sie paßt wunderbar zu meiner Laufphilosophie. Einfach nur täglich in die Natur gehen – dort laufen, beobachten, hören, riechen, lächeln und genießen. Konzentration auf sich selbst. Empfindung. Den Regen fühlen – wie er im Gesicht herunter rinnt und sich der Umarmung des Sturmes hingeben oder gedämpften Schrittes im Nebel laufen oder bei Nacht einsam die Ruhe aufnehmen und selbst zur Ruhe werden, begleitet von den Waldbewohnern, die mich wieder in die Natur aufnehmen. Ohne überwältigende Ziele im Hintergrund. Für nichts. Ich habe meinen Weg gefunden. Und gleichzeitig freue ich mich über Menschen, die andere Wege der Bewegung gehen. Wenn auch die Konzeptionen differenzieren, Laufen verbindet.

Dreißig Speichen umringen die Nabe.
Wo nichts ist, liegt der Nutzen des Rades.

Aus Ton formt der Töpfer den Topf.
Wo er hohl ist, liegt der Nutzen des Topfes.

Tür und Fenster höhlen die Wände.
Wo es leer bleibt, liegt der Nutzen des Hauses.

So bringt Seiendes Gewinn,
doch Nicht-Seiendes Nutzen.

(Laotse)

Wenn ich auch für nichts laufe, ist der Nutzen einleuchtend. Gesundheit, Umweltsensibilisierung, Erkennen von unscheinbaren Dingen, beispielsweise Blumen am Wegrand, Zufriedenheit und Wohlbefinden und noch weitere zahllose Aspekte, die sich aus dem Nichts in Positives kristallisieren. Ein natürlicher Weg für mich. Warum meine Intention so selten verstanden wird, kann ich wiederum nicht nachvollziehen. Aber das interessiert mich nicht wirklich, weil es irrelevant ist. Das Leben hat Recht. Immer. Und irrt nie. Ein Glück.

Eine Handvoll Leben – Part III

Veröffentlicht in Tiere bei August 8, 2008 von blacksensei

Folgender Beitrag sollte längst veröffentlicht sein, jedoch kam mir das Projekt „Abnehmen“ zuvor. Nun setze ich diese Serie fort, tausche aber den Hauptdarsteller aus und konzentriere mein Augenmerk auf den Vogel des Jahres 1979 – die Rauchschwalbe. Nebenbei ist die „Hirundo rustica“ noch der Nationalvogel Estlands.

Im Nest waren ursprünglich vier Nachwuchspiepmätze, stets sehr hungrig und schwer zu befriedigen. Sie zu beobachten, bereitete viel Freude. Besonders putzig ihre Ambitionen das Heim zu verlassen, womit die Eltern nicht einverstanden waren, soll heißen, sie wurden ständig zurück gestupst. Ein herziger Anblick. Auf dem ersten Bild kann man die stolze Schwalbenmami erkennen. Die Bilder lassen sich durch Anklicken vergrößern. Wer sich die Zeit nimmt, die Natur zu beobachten, wird immer belohnt werden. Die Natur enttäuscht nie.

Projekt Abnehmen

Veröffentlicht in Pro Gewichtsreduktion bei August 4, 2008 von blacksensei

Der Tag begann dunkel mit Regen, endlich. Ich möchte jetzt gerne Margittas Regenlauf-Artikel nacheifern, leider sind die Wolken, die dieses Vorhaben aktiv unterstützen würden wieder in den Weiten des Himmels verschwunden.

Vielen Dank für Euren Zuspruch bezüglich meines letzten Beitrages. Ich habe die Worte an die Hauptperson besagten Artikels weitergeleitet und auch von ihr ein herzliches Danke! Es war ihr unangenehm, daß ich das auf meiner Seite thematisiere und normalerweise hätte ich das respektiert. Jedoch möchte ich den psychologischen Effekt ausnutzen, der mit dieser Veröffentlichung einhergeht. Immerhin wird dadurch ein vorzeitiges Aufgeben erschwert. Da mich dieses Themenfeld längerfristig beschäftigen wird, eröffne ich hiermit eine neue Kategorie, in der ich in loser Reihe und unregelmäßig über den aktuellen Stand berichten werde. Höhen und Tiefen, Erfolge und Mißerfolge sowie Freud und Leid eines Laufanfängers beim Abnehmen. Ich lasse mich überraschen.

Für mich liegt die Herausforderung in der Forcierung einer dauerhaften Motivation. Weiterhin habe ich von Beginn an keine Illusionen suggeriert, sondern explizit erläutert, daß man nicht in einer Woche 12 Kilogramm oder mehr abnehmen kann. Es ist ein langfristiger Prozeß, der Geduld erfordert, viel Kraft kostet und anstrengend sein wird. Ja, sein muß! Das soll kein Kaffeekränzchen werden. Ohne Anstrengung geht nichts. Besonderes Augenmerk lege ich auf die Bauchmuskeln, die für das Laufen nicht gerade bedeutungslos sind. Soll heißen, Situps stehen ganz oben auf der Tagesordnung und diverse Übungen aus dem Gymnastikbereich. Per Fahrrad fahren wir bis zum Waldrand, um dort zu laufen. Der Wald ist taktisch sinnvoll gewählt, zum einen sind wir vor der Sonne geschützt, zum anderen ist es dort nicht zweckmäßig stehen zu bleiben. Zahllose Insekten motivieren zum Laufen. Bewegung ist alles.

Folgendes Programm haben wir bereits absolviert – gemeinsam.

27.07.2008 – 08 Minuten Walken, Laufen
28.07.2008 – 11 Minuten Walken, Laufen
29.07.2008 – 20 Minuten Walken, Laufen – Straße
30.07.2008 – 27 Minuten Laufen, Walken – Wald
31.07.2008 – 22 Minuten Laufen, Walken – Wald
01.08.2008 – 18 Minuten Laufen, Walken – Wald
02.08.2008 – 30 Minuten Fahrrad-Ergometer
03.08.2008 – 23 Minuten Laufen, Walken – Wald

Die gelaufenen Distanzen expandieren, die Pausen minimieren sich. Die Fortschritte sind unübersehbar. Der nächste Triumph deutet sich ebenfalls an. Der, in meinem ersten Beitrag erwähnte Spötter, hat nun ebenfalls seine Bereitschaft zur Teilnahme signalisiert. Ab heute laufen wir zu dritt. So siegt die Bewegung über ihre Feinde – was für eine fundamentale und grandiose Wendung. Fortsetzung folgt.