Ein dunkler Tag. Ich starte früh am Morgen und nach 30 Minuten fängt es an zu regnen. Es gießt immer stärker, Windböen kommen auf, umarmen mich und drücken mich mit Macht an sich. Nach kurzer Zeit bin ich durchnäßt und der Wind peitscht immer mehr Wasser in mein Gesicht. Ich kann nur noch lächeln, schließe die Augen, breite die Arme aus und bin einfach nur glücklich. Mein Wetter – ich liebe es. Zu gerne würde ich jetzt weiter über dieses Thema schreiben und mit dem Schwärmen nicht mehr aufhören, leider dauerte die Freude nur zehn Minuten an. Zu Hause angekommen, fragt mich die Postfrau: „Naaa? Naß genug?“ – und grinst mich an. Nicht genug, so meine Antwort, denn nichts geht über Regenläufe. „Das verstehe ich“ bekomme ich zu hören, was mich nun wiederum extrem erstaunt. Wer kann das schon nachvollziehen? Wie dem auch sei, nun zu meinem eigentlichen Thema.
Mit dem heutigen Beitrag kehre ich zurück zu meinem Abnehmprojekt, welches ich aktiv begleite. Vor kurzem las ich einen Artikel über eine Langzeitstudie, in der bewiesen werden konnte, daß Bewegung gesund ist. Welch großartige Erkenntnis, die mich doch sehr beruhigt, da ich bis dato davon ausging, Sport wäre ungesund. Ein wenig Ironie sei erlaubt. Auf der gleichen Seite wurde ein ausführlicher Plan zum Abnehmen publiziert. Zu Beginn sollte man nach besagtem Plan dreimal fünf Minuten Laufen, dazwischen Walking. Wenn ich von meinem Beispiel ausgehe, ist das absolut unrealistisch. Ein Mensch, der ein Leben lang nicht gelaufen ist, kann keine fünf Minuten durchlaufen. Ohne Kondition ist das Wunschdenken. Was mir einmal mehr zeigt, standardisierte Pläne sind obsolet.
Aktueller Stand: Heute beginnt die vierte Woche und beide Teilnehmer sind weiterhin dabei. Derzeit fahren wir fast täglich in den Wald und bewegen uns dort aktuell 30 Minuten. Laufen mit Gehpausen. Wir haben uns eine bestimmte Strecke ausgeguckt, die bis zu dreimal umrundet wird. Die gelaufenen Meter steigen immer weiter an, während gleichzeitig die Gehpausen kürzer werden. Gestern haben wir zum ersten Mal fast die Hälfte der Strecke laufend zurückgelegt.
Motivation: Meine Befürchtung, daß die Motivation einbrechen würde, hat sich bisher nicht bestätigt. Im Gegenteil. Ich habe partiell Schwierigkeiten Ruhetage zu etablieren und muß einen gewissen Übereifer bremsen, bzw. ihn positiv nutzen.
Probleme: Ein zentrales Thema liegt auch in den differenzierten Konstitutionen. Der zweite Teilnehmer ist teilweise unterfordert und hat schon zusätzliche Einheiten vorgeschlagen – zu zweit. Da mein eigenes Programm auch noch absolviert werden will, könnte mir das ein wenig zu viel werden. Das wird sich zeigen. Weitere Probleme manifestieren sich in einem Fußproblem der Hauptperson.
Reaktionen: Bisher erhielten wir nur positive Reaktionen. Zu Beginn richteten sich die Kommentare auf meine Person, beispielsweise wenn ich mit dem Rad zum Wald fahre, ob ich meine Laufschuhe verlegt hätte oder wann ich nun laufe. Mittlerweile ist meine „Laufgruppe“ vielen Grußfreunden von mir bekannt – diese lächelnden Gesichter motivieren zusätzlich. Erst gestern verkündete ich lauthals: „Es sind noch Plätze in meiner Laufgruppe frei“.
Bisheriges Fazit: Ich bin überrascht, daß es so gut läuft, im wahrsten Sinne des Wortes. Es ist anstrengend für die Anfänger, macht jedoch Spaß, die Reaktionen sind positiv – ebenso die Auswirkungen auf die Körper, welche bereits spürbar sind. Es hat sich gelohnt den Anfang zu wagen. Der Weg zum Sport wurde beschritten. Aber nichts ist jemals einfach.