Grenzenlose Finsternis

Alles verzehrende Dunkelheit in der tiefen Finsternis des elementaren Seins, jedwede Lichtquelle wird von dem schwarzen Nichts der flüchtigen Unendlichkeit erbarmungslos absorbiert. Mächtige Sturmböen peitschen die massiven Wolkenfronten am Firmament mit orkanartiger Hingabe vor sich her. Verhaltener Nieselregen stimmt harmonisch in das liebliche Dunkelkonzert der Natur ein, indessen sie ihre allgewaltige Macht forciert. Die melancholische Einsamkeit in den Wäldern erscheint greifbar, sie durchdringt den empfindsamen Betrachter förmlich. Nicht weit vor dem schlafenden Forst findet eine exponierte Begegnung des Lebens statt. Zwei Läufer treffen sich in der Dunkelheit, jene Zusammenkunft wird der erste Höhepunkt in diesem meinem Täglichläuferjahr werden. Der grenzenlose Läufer Marcel und meine täglichlaufende Wenigkeit haben beschlossen, einen gemeinsamen Lauf in mein von belebender Finsternis geprägtes Laufareal zu realisieren.

Und so eroberten wir gemeinsam, die nicht wirklich verlassene Einsamkeit in dem schwarzen Areal meiner täglich praktizierten Laufliebe. Über aufgeweichte Pfade im Zeichen von Matsch und vielen Pfützen, hinweg über abgebrochene und in den Tod gefallene Zweige, die allenthalben den Weg besetzten. Hinein in die weite Dunkelheit des rauschenden Waldes, untermalt von knarzenden Ästen und seufzenden Baumgebilden in der Unsichtbarkeit. Ja, hierbei handelte es sich um einen Lauf, der durch seine Einzigartigkeit von sich Reden macht. Zudem war es der erste Tag in diesem Jahr, an dem ich zweimal gelaufen bin und nicht zu vergessen, der erste gemeinsame Lauf überhaupt – auf das neue Jahr bezogen. Allein die unzähligen Graugänse goutierten unser läuferisches Agieren nur mit Unwillen – ebenso ein Greifvogel, der auch nicht sonderlich begeistert war. Divergierende Wahrnehmungen. Lieber Marcel, herzlichen Dank für Dein Erscheinen, es war mir eine große Ehre und ich habe mich sehr gefreut. Unseren Lauf in der grenzenlosen Finsternis habe ich genossen und ja, ich freue mich auf die baldige Fortsetzung.

30 Antworten zu “Grenzenlose Finsternis”

  1. Das Jahr ist noch jung und schon gibt es einen gemeinsamen Lauf. Ich finde das toll. Dunkle Gestalten durchbrechen die Finsternis – fällt mir dazu ein.
    Marcel ist sicher ein total netter Mensch, es war sicher toll mit ihm zu laufen. Es gibt sicher eine Fortsetzung gell?

  2. In der Tat hat das Jahr mit einem Höhepunkt begonnen. Die Dunkelheit hat uns entführt und mitgerissen – das war wirklich schön. Und ja, mit einem lieben Menschen gemeinsam zu laufen, ist wirklich toll – womit ich Deine Feststellung nur zu gern bestätige.

    Fortsetzung folgt. Ganz sicher. :)

  3. Da konnte auch der Sturm euch nicht davon abhalten und die Dunkelheit schon mal gar nicht.
    Ich frage mich, was die Schafis gedacht haben, als du nochmal in Begleitung an ihnen vorbei gedüst bist :)

    Ich finds klasse!

  4. Insgesamt hatte sich der Sturm ein wenig gelegt, wenngleich partiell noch richtige Orkanböen auftraten, aber nein, von etwas Sturm lassen wir uns nicht aufhalten. Wir sind der Sturm. ;)

    Ich habe leider keine Schafis gesehen, möglicherweise schliefen sie schon und wenn nicht, haben sie mich bestimmt nicht erkannt.

  5. Richard Sagt:

    Kurz vor Dienstende darf ich noch ihren neuen Artikel lesen. Ich wünsche ihnen ein gesundes Täglich-Laufen Jahr, in dem sie ihre Serie weiter nach oben heben und uns Leser an ihrem Wirken teilhaben lassen. Ich schätze Läufe in der Gemeinschaft, so dass ich ihre Begeisterung verstehen kann.

    Herzlichst
    Richard

  6. Gemeinschaftliche Läufe kommen bei mir relativ selten vor, umso mehr weiß ich sie zu schätzen – vor allem auch, wenn in der Geschwindigkeit kein Kompromiß gemacht werden muß.

    Wie schon oft geschrieben, inwieweit mein Täglichlaufen auch in Zukunft Bestand haben wird, wird mir die Zukunft offenbaren. Doch Gesundheit wünsche ich Ihnen selbstverständlich auch.

  7. Zwei schnelle Läufer jagen durch die Dunkelheit. Ich stelle mir nur die armen Radfahrer vor, die nunmehr von zwei dunklen Gestalten überholt worden wären. Aber bei der Dunkelheit und dem unwegsamen Gelände und den Wetterbedingungen hat sich wohl keiner von denen raus getraut. Du hättest es ja auch berichtet.
    Es freut mich jedenfalls, dass ihr ein schönes gemeinsames Lauferlebnis hattet.
    Ein schönes Wochenende
    Dietmar

  8. Hinsichtlich etwaiger Radfahrer kann ich Dich beruhigen. In diesem Areal, zu dieser Zeit – das ist nahezu unmöglich. Allerdings muß ich gestehen, daß wir einen Hundehalter trafen, der dort umher spazierte, was mich doch sehr erstaunte.

    Ich wünsche Dir ebenfalls ein wunderbares Wochenende.

  9. Hey ihr 2!

    Cooles Treffen zum Jahresanfang! Ich kann mir gut vorstellen wie ihr durch die Wälder gedüst seid. Die armen Wildschweine! Wieviel hast du denn mit nach Hause gebracht? :mrgreen:

    Super WE!

    MfG

  10. Ja, die Kühle bestand aus einem stürmischen Windhauch. Wie viele Schwarzkittel? Ich sehe zwar so beim Täglichlaufen aus:

    http://images.glam.com/codeblue_de/slideshows/unterhaltung/kulturevents/asterix_geburtstag/ss-Asterix-Obelix-Wildschwein.jpg

    aber dieses Geschäftsfeld habe ich aufgegeben. :D ;)

  11. PS: In deine Galerie will ich auch rein! Wir müssen uns mal treffen! Was sagst du dazu?

  12. Das ist eine interessante Idee. Wir sollten dies festhalten; dann steht einem Eintrag nichts im Wege.

  13. Lieber Marcus,
    zu zweit durch den Sturm, die Dunkelheit, durch scheinbare Widrigkeiten, was für eine Begegnung der besonderen Art. Ja, so etwas ist ganz besonders. Das weiß ich. Schön, dass Dein Laufjahr so gut anfängt.
    Liebe Grüße
    Kornelia

  14. In der Tat, liebe Kornelia, unter diesen lieblichen Bedingungen durch die Finsternis zu laufen, ist einfach nur wunderschön. Ein wunderbarer Jahresauftakt, ja.

  15. Ja lieber Marcus, So ist es gewesen und auch schon wieder im sumpf der vergangenheit versunken. Ich habe es auch sehr genossen in deiner Begleitung laufen zu dürfen und auch ich finde es immer wieder toll wenn ich mit Menschen laufen darf welche mich sowohl läuferisch sowie menschlich sehr beeindrucken. Das ist bei Dir lieber Marcus auf jeden Fall so. Die Dunkelheit war unser Begleiter und das ist auf dem Foto auch gut zu sehen. ;-) Meine Kammera hat im übrigen das Zeitliche gesegnet was nicht zuletzt auch daran lag das ich Ihr mit einem (leichten) Klaps zeigen wollte wer hier der Boss ist. aber so ganz schien sie es nicht verstanden zu haben und so musste ich sie beerdigen… :-(
    Auf unser kommendes Treffen bei Tageslicht freue ich mich dennoch sehr und hoffe es wird zu einem baldigen Zeitpunkt stattfinden. Ich liebe das Laufen im Dunkeln. Aber ich lliebe es auch die Gegend zu bewundern und mit den Augen genießen zu dürfen. Liebe Grüße und noch ein schönes Wochenende.
    Marcel

  16. Lieber Marcel,

    da sprichst Du wahre Worte, „Sumpf der Vergangenheit“, jenen Sumpf, den wir alle betreten werden – früher oder später. Umso schöner war der gemeinsame Lauf und ich freue mich, daß die grenzenlose Finsternis Dich nicht abhalten konnte. Manche Menschen trauen sich bei Dunkelheit nicht mehr in die Wälder…

    Daß sich Deine Kamera verabschieden würde, war leider vorauszusehen, aber das ist doch die Chance für Dich, ein verspätetes Weihnachtsgeschenk zu initiieren. ;)

    Läufe in der Dunkelheit sind so grandios, wie unser Lauf bewiesen hat, allein – die Meckerköppe, soll heißen Graugänse und diverse andere tierische Freunde von mir bei Tageslicht zu bewundern, hat eine ganz andere Qualität, so daß wir beim nächsten Mal die Sonne genießen werden.

    Ich wünsche Dir ein angenehmes Wochenende mit schönen Läufen; ich starte gleich zu einem Regenlauf.

    Liebe Grüße

    Marcus

  17. Knarzende Äste und seufzende Bäume habe ich hier in den letzten Tagen oft erleben dürfen, ergänzt vom Rauschen der Kronen und das Quitschen, wenn sich Stämme aneinander reiben.

    Ich bin -lauftechnisch- kein Freund der Dunkelheit. Bei Wind hat sie aber schon ihre eigene Mystik.

    Ab und zu mal ein gemeinsamer Lauf ist auch eine sehr erfrischende und belebende Ergänzung zum geliebten Alleinelaufen :-)

    Ein wunderbares und gesundes 2012 wünscht Dir
    Volker

  18. In der Tat, lieber Volker, es handelte sich um eine mystische Stimmung. Untermalt von zahlreichen Lauten und Geräuschen und doch sieht man nichts – das ist wunderbar.

    Ab und zu mal ein gemeinsamer Lauf ist auch eine sehr erfrischende und belebende Ergänzung zum geliebten Alleinelaufen :-)

    Sofern man sich auf eine gemeinsame Geschwindigkeit einigen kann, stimme ich Dir zu.

    Ich wünsche Dir auch ein gesundes und herrliches neues Jahr.

  19. Komme eben vom Regenmatschlauf im dunkeln zurück (kein Wald)! Das war wie für dich gemacht! Mir fehlt etwas Begeisterung dafür. ^^

    Super WE!

    MfG

  20. Diese Bedingungen hatten wir gestern gemeinsam. Und auch mir fehlte die Begeisterung, daß der intensive Regen nicht gleich zu Beginn einsetzte. ;)

  21. Grenzenlose Finsternis – was für eine treffende Überschrift! Ich stell mir das richtig bildlich vor – ihr beiden schwarzen Gestalten, die durch die Finsternis rennen! ;)
    Ich freu mich für euch, für euer Treffen und für euren gemeinsamen Lauf durch die Finsternis!
    Ich wünsche euch beiden ein wunderbares neues Laufjahr!
    Viele liebe Grüße
    Petra

    • Danke liebe Petra, dass wünsche ich dir auch und würde mich freuen dich mal wieder zu sehen. bei einem Läufchen irgendwo in der Weltgeschichte. Liebe Grüße und alles Gute von mir

  22. Aufgesogen und verschluckt, absorbiert vom schwarzen Nichts – die dunklen Finsternisläufer. ;)

    In der Dunkelheit die Natur zu erleben und sich dabei nicht auf den Sehsinn zu konzentrieren, besitzt einen ganz eigenen Charakter.

    Ich wünsche Dir ebenfalls ein gesundes und angenehmes Laufjahr.

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