Täglichläufer. Seit 12 Jahren.

Vor zwei Jahren habe ich an dieser Stelle meinen zehnjährigen Weg als Täglichläufer veröffentlicht. Ein Jahr darauf postulierte ich meine elfjährige Anhängerschaft im Täglichlaufen. Dunkle Wolken im Sonnenschein kommen und gehen, ziehen umgestüm in das weite Land. Nun sind es 12 Jahre. Was ein Antisportler so vermag. Seit zwölf Jahren bin ich ein Täglichläufer. Oh Leben, wo sind die Jahre nur geblieben? Wie in den vorherigen Artikeln in diesem Kontext beschrieben, existiert kein explizites Datum, welches mich zum Täglichläufer definiert. Dies war einst ein schleichender, unbewußter Prozeß, den ich erst dann konzentriert, bewußt wahrnahm, als ich diesen Weg längst beschritt. Seit zehn Jahren und mehr als sieben Monaten laufe ich ausnahmslos täglich, die sogenannte „Serie“. Ein sehr unschönes Wort, die den Kern meines Denkens nicht im Ansatz trifft, gleichwohl habe ich bisher keine adäquaten Termini eruieren können. Auch in den Monaten zuvor lief ich bereits täglich, wenngleich ich wiederholt Pausen einlegte, welche Ursachen auch immer das scheinbar legitimierten. Ein Blick in meine Laufaufzeichnungen und Abschweifen in die beileibe nicht vergessenen Anfängerzeiten sind höchst spannend für mich. Das Gros dieser Gründe würde ich heutzutage nicht mehr für mich akzeptieren, maximal würde ich das lächelnd negieren. Menschen ändern sich, zuweilen.

Diesen Beitrag respektive das Ereignis, was im Hintergrund dafür kausal verantwortlich zeichnet, werte ich nicht mehr als Jubiläum; vielleicht ist es das latent, demungeachtet interpretiere ich das nur als Feststellung für mich. Das Leben lebt, die Jahre fließen im Fluß der Zeit ungerührt von dannen, alles verändert sich – der Winter alterniert mit dem Frühling, wieder und wieder und ich selbst blicke nun auf 12 Jahre Täglichlaufen zurück. Was für eine lange, bewegende Zeit! In den vergangenen Jahren habe ich in diesem Stil sehr, sehr viel erlebt; unfaßlich viel erlebt. Von Schönheiten über Widrigkeiten bis hin zu Erstaunlichem. Aber wenn ich diese Zahl betrachte, „12“ Jahre als Täglichläufer, ja, ich gestehe, ich kann das kaum glauben. Erschreckend, wie rasant und vehement die Zeit vergeht, dieses mein Leben. Zuerst entdeckte ich das unregelmäßige Laufen für mich und gewann die Erkenntnis, daß dies mein Weg der inneren Zufriedenheit ist – freilich immer in Kombination mit der Natur. Im Zentrum meines Täglichlaufens steht an zentraler Örtlichkeit die Natur und ja, dafür lebe ich. Ohne sie wäre ich nichts. Ohne sie würde ich nicht laufen. Und täglich gleich gar nicht.

Der Sonderweg des Täglichlaufens war schlußendlich nur die logische Folge. Jener Pfad war für mich gemacht und gerade weil der Gedanke in meinen damaligen Denken schlichtweg absurd gewesen wäre und ich diesen Weg somit nicht bewußt beschritten habe, wurde es von meinem körperlichen wie mentalen Ich par excellence vereinnahmt. Und ja, selbst heute erscheint mir das in manchen Stunden immer noch absurd, jeden Tag zu laufen. Auch nach einer Dekade in Serie. Doch das Leben hat mich dazu bestimmt und das Leben hat immer Recht. Ich betrachte dies mit Demut. Hätte ich nur früher über das Wissen verfügt, was mir heute zuteil ist, über die Veränderungen meines Körpers und über meinen geistigen Wandel, so hätte ich das Täglichlaufen – wie ich es heute lebe – noch Monate oder gar Jahre früher in diesem Sinn forciert.

Doch nein, das hätte sich als törichten Irrweg erwiesen; schließlich setzt dies wiederum ein Bewußtsein voraus, das bewußte Agieren und Leben dieser Philosophie. Und den Weg meines Täglichlaufens hätte ich damals nie willentlich beschreiten können; natürlich hätte ich das, aber mit welchem Ergebnis? Wahrscheinlich wäre das in eine Art Zwang konvertiert worden; mit nur einem logischen Fazit – dem vorzeitigen Ende. Vielleicht existieren Menschen, die für sich festlegen, „ab heute laufe ich täglich“ und halten das fünf oder zehn Jahre durch. Ich selbst wäre hierbei gescheitert. Meine Entwicklung basiert auf dem Nichtwollen und der Nichterkenntnis. Ich bin einst hinein „gestolpert“ und das lebe ich bis heute. Das ist der Pfad, der mit meinem Körper wie Geist harmoniert und die zehn Jahre und sieben Monate in Serie bestätigen mir das selbstredend.

Ich will keine Lobeshymne auf mein Täglichlaufen verfassen. Wozu auch. Ich will andere Menschen mitnichten zum Täglichlaufen anhalten. Warum auch. Denn wo ist die Besonderheit dabei? Es gibt keine. Es handelt sich um simples Laufen. Der Körper wie Geist erfährt das, wofür er konstruiert ist – tägliche Bewegung. Das ist pure Natürlichkeit. Allenfalls die rigorose Konsequenz ist vielleicht bemerkenswert, aber nein, ich interpretiere das für mich nicht in der Form. Ich laufe täglich – mein Körper und Geist danken es auf ihre Weise. Weniger natürlich sind freilich die Reaktionen, die ich ob meines Täglichlaufens in persönlichen Gesprächen immer noch erfahre. Ja, das ist erschreckend, was für Märchen in den Menschenköpfen kursieren. Nach manchen Aussagen müßte ich lange tot sein oder aber ruinierte Beine, Füße und Gelenke haben – usw. usf. Von meiner Abhärtungskonzeption ganz zu schweigen. Ach je, die lieben Menschen. Sie propagieren die groteskesten Märchen und das, ohne sich damit je aktiv auseinandergesetzt zu haben. Wer kann und darf über mich urteilen?

Wer zehn Jahre und mehr täglich gelaufen ist, darf mich kritisieren. Wobei dessen Schlußfolgerungen auf individuelle Erfahrungen basieren, die lange nicht auf mich zutreffen müssen. Aber so sind wir Menschen, von nichts eine Ahnung haben und trotzdem immer und überall mit gewichtigen Urteilen präsent sein. Ich selbst nehme mich gar nicht aus. Erst vor wenigen Wochen erlebte ich ein Gespräch in diesem Rahmen, doch halt, ich schweife ab. Nun habe ich erneut viel zu viel über eine Thematik sinniert, dessen Betrachtung gänzlich obsolet ist. Ich laufe. Täglich. Ende. Wie lange noch? So lange ich kann, darf und will. Und ich will! Und wie ich will!!! Dies mag nun wieder einmal pathetisch anmuten, wie das so mein Stil ist – doch je länger ich täglich laufe, umso mehr liebe und wertschätze ich diesen meinen Weg intensiver. Von Tag zu Tag mehr, mehr. Und bei all der banalen Natürlichkeit, ein wenig handelt es sich hierbei doch um eine Besonderheit. Für m i c h. Jene gründet sich auf der geschätzten Gesundheit, die von absoluter Fragilität beherrscht wird.

Irrelevant, wohin meine Reise im Täglichlaufen zukünftig gehen wird, weiß ich doch eines, ich bin und bleibe ein Täglichläufer. Nach 12 Jahren „Gelebtes Täglichlaufen“ ist mein Inneres mit dem Täglichlaufen tief verwoben und wenn ich eines Tages nicht mehr laufen werde – der Tag wird kommen – so lebt diese Philosophie in meinem Geist weiter fort. Die geliebte Natur und mein geliebtes Täglichlaufen. Sie bilden eine sich bedingende Einheit, einen harmonischen Einklang im Frieden, der mich von Grund auf verändert hat und mich heute zu dem macht, was ich bin. Die gefühlte Dankbarkeit für dieses fragile Geschenk kann ich nicht in Worten formulieren. Doch wenn ich laufe, in der melancholischen Weite der endlichen Einsamkeit, geprägt von Emotionen, mich den natürlichen Elementen hingebe – die Natur in mich aufnehme und dort lebe, ja lebe! – dann bin ich meinem Element der Liebe. Täglichlaufen. Ich liebe und lebe es. – Vor einem Jahr sah ich mein praktiziertes Täglichlaufen anders als ich es heute tue; aber die Schlußworte besitzen nach wie vor ihre Gültigkeit: „…und konzentriere mich weiterhin nur auf den nächsten Tag, den kommenden Lauf. Täglichlaufen – seit 12 Jahren. Alles, was beginnt, endet auch. Ein jeder Anfang findet sein Ende. – – – Aber nicht heute.

40 Antworten zu “Täglichläufer. Seit 12 Jahren.”

  1. Guten Morgen lieber Marcus!

    12 Jahre! Was für ein Zeitraum. Schier unvorstellbar. Wenn ich zurück denke… was hab ich vor 12 Jahren gemacht, was ist seither passiert? Ja sehr viel. Wie auch bei dir.

    Für mich ist es nicht nachvollziehbar seit einer so langen Zeit jeden Tag zu laufen. Jeden Tag raus, egal bei welcher Witterung. Beeindruckend. Für mich!

    Na simma mal froh, dass die Vorhersagen anderer Fachleute nicht eingetroffen sind und du immer noch fein duch deine so geliebte Natur läufst. Es wird immer Besserwisser geben. Aber nur du kannst für dich bestimmen, was gut oder schlecht ist. Wobei… manches war dann doch schon hart an der Grenze!

    Ich wünsche dir einen wundervollen Sonntagslauf :D

  2. Einen wunderschönen, guten Morgen, meine liebe Brigitte!

    Ja, das ist eine unvorstellbare lange Zeit, die in das ewige Vergessen oder Nichtvergessen gerast ist. Hinsichtlich der Zeit werde ich mich demnächst nochmals äußern.

    Früher hätte ich Dir zugestimmt – heute sage ich jedoch, daß es für mich nicht nachvollziehbar ist, wie man NICHT täglich bei jedem Wetter laufen kann. So ändert sich die Sichtweise. Die Herrlichkeit der Welt…

    Exakt, die Welt besteht nur aus Fachleuten, die alle schon 100 Jahre täglich laufen und mich entsprechend kritisieren dürfen. ;) Unwissende Narren. Ja, ich gestehe, an manchen Tagen habe ich die Grenze sogar überschritten – und meine Lektion unverzüglich erhalten. Das ist das Leben.

    Merci, es geht bald los. Es wird wieder ein “Handschuhlauf im Oktober”. ;)

  3. Ich bin gespannt was zu du zu dem Thema zeit schreiben wirst.

    Vorstellen kann ich mir das auch nicht mehr, dass DU nicht täglich läufst. Es gehört einfach dazu. Wahnsinn eigentlich.

    Es gab schon Zeiten, da hab ich mir ein bisschen Sorgen um dich gemcht. Ein bisschen vorsichtiger bist du aber doch geworden.

    Nimm die Möhren mit auf dem Bollerwagen. Schön langsam kannst du die Schafis sicher damit locken :D

  4. Nur temporär vergängliches. ;)

    Wahnsinn, wie sich ein Mensch verändern kann. Und das alles unbewußt. Das Leben ist wirklich seltsam.

    Vorsichtiger? Ich weiß nicht; sich selbst kann man immer schwer beurteilen. Nun ja, früher wäre ich eine kurze Runde ohne Handschuhe gelaufen. Heute eine längere, dafür mit… ;)

    *herzlich lacht* Dann mutiere ich zum Bollerwagenläufer. :D

  5. Klar bist du ein wenig vorsichtiger geworden. Zumindest hörst a bissi auf mich :D .

    Minusgrade im Oktober gefallen mir persönlich gar nicht, Es wurde zu früh einfach zu kalt. :shock:

    Mach ruhig, ob Täglichläufer oder Bollerwagenläufer, man wird immer über dich reden *lach*.

  6. Echt? :shock: ;)

    Ich werde nachher meine Laufdatei befragen; Minusgrade im Oktober kommt mir auch ein wenig zu früh vor. Das gab es bisher nicht.

    Solange die tägliche Präsenz anhält, ja.

    • Doch lieber Marcus,
      ich hatte Vorgestern -2 Grad in der Nacht um kurz vor 00:00 Uhr!!!

      Malcolm wollte auch nicht unbedingt raus.

      LG
      Marco

      • Ich habe in diesem Herbst bisher fünf Kälteläufe absolviert; die letzten zwei bei -01 °C – zuletzt am 23.10.; seitdem schläft der Frostregent.

        Malcolm wollte auch nicht unbedingt raus.

        Die Weisheit der vierbeinigen Freunde; er hat schon recht. ;)

  7. Klar! Echt!

    Ich lach mich schlapp, wenn ich mir so vorstelle wie du den Bollerwagen voll mit Möhren hinter dir her ziehst.

  8. *Lacht* Würde ich trainieren, wäre das eine gute Trainingsmethode. Einen großen Wagen, voll mit Möhren, dazu ein fester Ledergurt zum Ziehen – so könnte ich mir eine Menge Liegestütze ersparen. Allein für die Gierschlunde wäre dies immer noch nicht ausreichend. Die sind unersättlich. ;)

  9. Ich gratuliere dir nicht, da du das nicht als Jubi siehst. Also keine Party? Über so viel Jahre zu Streaken ist der reine Wahnsinn! Einfach irre! Respekt, Respekt, Respekt! Mehr sage ich nicht. Dazu das Talent deine Lauferlebnisse so künstlerisch tiefsinnig auf den Punkt zu bringen ist auch beneidenswert. Thx für die Site! Thx für alles!

    Auf die nächsten 12! Ich bin als Leser dabei!

    MfG

  10. Das freut mich, Otto, daß Du auch zukünftig hier mitlesen und schreiben wirst. Und vielen Dank für Deine Antwort. Es gibt keine Party, der Tag wird nicht besonders gewürdigt, wenngleich der Lauf schlichtweg traumhaft war. Ich lasse mich überraschen, was noch so folgen wird…

  11. Ich habe Deinen Beitrag mit großem Interesse gelesen. Ich würde Deine Sichtweise auch dann nicht kommentieren, geschweige denn kritisieren, wenn ich schon seit 10 Jahren täglich laufen würde. :-)

    Jeder muss seinen eigenen Weg finden. Mich beeindruckt, was aus Konsequenz erwachsen kann. Begeisterung (Hingabe) muss zumindest gelegentlich bis überwiegend dabei sein.

    Ich wünsche Dir viel Freude an auf Deinem weiteren Weg des Täglichlaufens und noch einen wunderschönen Sonntag.

    Liebe Grüße
    Dietmar

  12. Das entspricht auch meinem Denken. Jeder muß seinen Weg finden oder eben nicht und damit glücklich werden oder eben nicht.

    Wenn mir mein Täglichlaufen hin und wieder auch schwer fällt oder anderweitig „nervt“, so führt die Hingabe in der Majorität doch das Zepter. Alles andere wäre auch gar nicht möglich, nicht über diesen Zeitraum.

    Ich wünsche Dir ebenfalls einen angenehmen Sonntag.

  13. Ich finde 12 Jahre tägliches Laufen einfach bewundernswert, da wünsche ich das die nächsten 12 Jahre tägliches Laufen genau so schön sein werden wie die vergangenen.

    Aber erst einmal wünsche ich Dir ebenfalls einen schönen Sonntag mit einem schönen Lauf. :-)

    Freundliche Grüße
    Bernd

  14. Ich würde mich freuen, wenn ich mich dem Täglichlaufen noch ein Weilchen hingeben darf – hinsichtlich einer Jahreszahl wage ich keine Prognose. Und wenn die Zeit dann ähnlich schön werden würde – mehrheitlich – wäre ich mehr als zufrieden.

    Ich lief heute früh bereits und der Lauf war grandios; zwar recht frisch (-01 °C), dafür im Sonnenschein und im Zeichen der Rehe.

  15. Ich gratuliere herzlichst zu dieser langen Zeit, zu ihrem Durchhaltevermögen, zu ihrer Kraft und ihrer stabilen Gesundheit, die das Unmögliche erst ermöglicht hat. Weiterhin spreche ich ihnen mein Respekt und meine Verehrung aus. Ich bin kein Teil der Täglich-Laufen-Szene, aber ich bin davon überzeugt, dass sie ein einzigartigen vorbildhaften Platz einnehmen. Mir ist niemand bekannt, der sein Laufen mit solch einer Liebe ausübt.

    Bleiben sie sich treu und gesund. Viele Jahre werden sie noch erlaufen dürfen. Das wünsche ich ihnen, wenn auch nicht ganz uneigennützig.

    Herzlichst
    Richard

  16. Vielen Dank, Richard. Meine Gesundheit war in der Tat schon immer sehr stabil und glücklicherweise bedingt das Täglichlaufen selbige auch in einem sehr positiven Rahmen.

    Ich weiß nicht, ob eine sogenannte Szene im Kontext Täglichlaufen existiert, aber wenn es sie gibt, so bin ich kein Teil von ihr; was ich auch nicht wollen würde. Denn in eine „Szene“ passe ich gewiß nicht herein.

    Sich selbst treu bleiben? Mit Sicherheit, ich bin ein sturer Charakter. Und noch viele Jahre? Die noch nicht geborene Zukunft wird das zeigen…

  17. Lieber Marcus,
    12 Jahre sind eine wirklich lange Zeit, in der Du jeden Tag gelaufen bist, mit vermutlich kaum erwähnenswerten Auszeiten zu Beginn. In 12 Jahren verändert sich jeder Mensch und wenn man täglich läuft sowieso. Da kann man sich eine Zeit ohne die zumeist geliebten Täglichläufe nicht wirklich vorstellen.
    Ich würde das auch nie kritisch sehen wollen. Warum denn auch nur? Aber Du hast recht, die Menschen sind so. Was sie nicht verstehen, kritisieren sie. Und wer nicht läuft, schon mal gar nicht täglich, kann es nicht verstehen und wird es zumeist dann auch kritisieren. Doch Du hast Deine Harmonie von Körper und Geist ja längst gefunden und kannst da gelassen drüber stehen. Ich finde das richtig gut!
    So wie Du als Antisportler das Täglichlaufen praktizierst im Zentrum der Örtlichkeit der Natur, so wird es sicher noch eine ganze lange Zeit weiter gehen. Ich finde das gut und freue mich sehr, Deinen Weg weiter hier verfolgen zu können.
    Mich freut vor allem Deine Verbundenheit zur Natur abseits jeglichen Leistungsgedanken oder gar -anspruch. Da spürt man die Liebe zum Täglichlaufen und die Liebe zur Natur und das ist in unserer Leistungsgesellschaft sicher was Besonderes.
    Genieße Deine täglichen Läufe und habe Spaß daran.
    Liebe Grüße
    Kornelia

  18. Liebe Kornelia,

    ein Leben ohne Täglichlaufen kann ich mir wahrhaftig nicht (mehr) vorstellen, was ein großer Vor- wie Nachteil ist. Umso schwerer wird es eines Tages für mich werden, doch möge dieser Zeitpunkt noch fern sein.

    In der Regel diskutiere ich über mein Täglichlaufen nicht mehr, das ist per se sinnlos. Aber in ganz seltenen Fällen verflüchtigt sich meine Gelassenheit dann ein wenig; so wie dieses Gespräch, worauf ich mich im Artikel bezog. Nun ja, Menschen – ich werde sie nie verstehen.

    Als Antisportler, so sehe ich mich geistig hin und wieder schon noch – kann in meinem Denken kein Leistungsgedanke mehr aufkommen. Dann würden nur vergleichende Gedanken entstehen, der Weg in die Wettbewerbsgeschichte, Höher – Schneller – Weiter und was würde das bedeuten? Streß, Konkurrenzdenken, Druck usw. usf. Täglichlaufen ade.

    Natur + Täglichlaufen = Zufriedenheit. :)

    Herzlichen Dank für Deine Antwort.

  19. Mein lieber Marcus,

    Dein Weg ist nur der Deine, so wie Du es beschrieben hast, ob nun initial gewollt oder ungewollt, das spielt nun keine Rolle mehr. Du bist einen Weg gegangen, der das Täglichlaufen zu einem Bestandteil Deiner selbst gemacht hat und Du wirst ihn weiter gehen, bis dieser eine Tag kommt. Ob dann das Täglichlaufen beendet sein wird steht noch nicht geschrieben und wenn Du mich heute fragen würdest, würde ich antworten: Nein, Du wirst auch wenn die Serie beendet wird, weiter diesen Weg gehen, er ist mit Dir verbunden…obwohl auch das sich ändern kann.
    Ich bin jedoch voller Bewunderung, da es nicht mein Ding ist, doch habe auch ich meinen Weg gefunden und werde mich weiter entwickeln, wie wir alle ;-)
    Auch wenn Du dieses 12 jährige Jubiläum nicht feierst, so will ich Dir gratulieren und auch danken, denn viele Deiner Gedanken, die Du hier immer so prachtvoll und wortgewaltig mit uns teilst, sind eine Inspiration für mich und meinen Weg, aber das weisst Du ja.

    Salut und einen guten Wochenstart mit Väterchen Frost

    Christian

  20. Mein lieber Christian,

    herzlichen Dank für Deine wohlwollenden Worte. Ja, es spielt keine Rolle, schon lange nicht mehr. Aber in den Momenten der Rückbesinnung, bei entsprechendem Anlaß – versuche ich zu verstehen, wie es dazu kommen konnte. Ich kann nur gestehen, daß ich das selbst nicht wirklich weiß. Irgendwie verrückt, dieses Leben, oder?

    Wenn ich die Frage einer Fortsetzung nach dem zukünftigen Ende nicht beantworten kann, so bin ich jetzt in diesem Augenblick auch davon überzeugt, daß ich jenen Pfad weiter beschreiten werde. Ich liebe zum einen das Laufen viel zu sehr – und die zahlreichen Vorteile für Körper und Geist, die damit einhergehen und natürlich, meine geliebte Natur. Beispielsweise habe ich heute ein kleines Schaf gestreichelt, derweil ein größeres sich engagiert kratzte, so daß die Hufe fast waagerecht wegstanden; was für ein Anblick. ;)

    “…da es nicht mein Ding ist…“

    Es sei Dir versichert, Täglichlaufen wäre mein Ding auch nicht – wenn es das nicht längst wäre. ;) Wohl dem, der seinen Weg gefunden hat.

    Nochmals vielen Dank. Väterchen Frost scheint allerdings einen Urlaub eingelegt zu haben – bei Dir wahrscheinlich nicht – nehme ich an.

  21. Danke für ihre Erläuterung. Ich würde mehr von einer ausgeprägten Konstanz sprechen wollen. So oder so, die Leistung ist einzig und kann ihnen nicht mehr genommen werden. Ihre Familie nimmt das vermutlich stolz zur Kenntnis.

    Herzlichst
    Richard

  22. Die Wahrnehmung innerhalb meiner Familie ist recht vielfältig. Von Stolz über „Wir kennen dich gar nicht mehr anders“, bis hin zur völligen Ignoranz ist alles vertreten.

  23. Lieber Marcus,
    nach langer Zeit möchte auch ich mich mal wieder melden. Es freut mich, dass du immer noch jeden Tag laufen willst. Das ist die Hauptsache, dass man etwas von innen heraus wirklich möchte und dann einfach tut. Egal, was andere dazu meinen. Sicher, ist es nicht so wichtig, wie lange du täglich läufst. Aber, für Menschen mit ähnlichen “Ambitionen” (einfach das Normale wirklich zu leben – tägliches Laufen halte ich für normal) ist es eben doch etwas Besonderes! Deshalb gratuliere ich dir ganz herzlich zu diesen 12 Jahren, die nicht immer leicht, aber überwiegend mit schönen Erlebnissen gesegnet waren!
    Viele liebe Grüße
    Ramona

  24. Liebe Ramona,

    herzlichen Dank für Deine Antwort. Ich freue mich sehr; zumal Du respektive Dein Blog einfach verschwand – aber nun sehe ich, daß Du einen neuen hast. Ich hoffe, Du hast nichts dagegen, wenn ich Dich wieder verlinke. :)

    Ich betrachte tägliche Bewegung als völlig normal wie natürlich. Es muß ja nicht unbedingt striktes Laufen sein. Für die Bewegung sind unsere Körper nun einmal konzipiert. Die vergangenen Täglichlaufjahre waren wirklich schön und der Mensch neigt sowieso dazu, die unschönen Erlebnisse zu vergessen.

    Ich hoffe, Du läufst ebenfalls weiter täglich – ich muß bei Dir wohl einiges nachholen.

    Liebe Grüße

    Marcus

  25. Dieser dir eigener Weg ist Inspiration und Leitfaden für viele hier in der Virtuellen Welt. Für manche unvorstellbar und für viele ein Grund es dir nachzuahmen oder ähnliches.
    Aber sei versuichert das du mit deiner Laufenden Lebenseinstellung die ihres gleichen sucht du schon eine Menge Menschen zum Laufen gebracht hast. Auch wenn es vielleicht nur für ein paar Einheiten war, aber du hast sie nach draußen gebracht mit deiner Art und Weise das tägliche Laufen zu beschreiben und uns nahe zu bringen. Danke dafür und mit Besten Wünschen auf die nächsten Jahre. Bleib Gesund und lebe dein Leben so wie es ist.

    Ich werde obgleich meiner wenigen Zeit im Moment versuchen jetzt wieder öfters wetwas zu schreiben.

  26. Vielen Dank für Deine Antwort, lieber Marco.

    Die Stimmen mehren sich, die mir das sagen. Allein so wie mein Täglichlaufen für den einen oder anderen möglicherweise unvorstellbar erscheint, so erscheint mir ein etwaiger Inspirationskontext oder ähnliches für andere Menschen unvorstellbar. Warum sollte man das (oder mich) auch nachahmen wollen? Das kann ich mir nicht vorstellen.

    Wie dem auch sei, jeder muß seinen eigenen Weg gehen. Und wenn er dann mehrheitlich von Zufriedenheit geprägt ist, so ist dies wunderbar. :)

  27. Seh ich auch so! Habs auch schon versucht, aber nicht lange durchgezogen. Bin dafür nicht geboren. So wie Marcus. Dafür beobachte ich lieber Marcus´s Streaken entspannt am PC! :mrgreen:

    Also, GO ON!

    MfG

  28. Ich lege jetzt eine Pause von drei Wochen ein und beobachte mein Täglichlaufen ebenfalls entspannt am Rechner. ;)

    Aber im Ernst, wenn jemand für das Täglichlaufen nicht geboren ist – dann bin ich das. Jeder Mensch ist für tägliche Bewegung – welche auch immer – geboren und manch einer auch zum Täglichlaufen. Doch ich definitiv nicht. Diese Liebe hat sich nach und nach entwickelt und ist partiell hart erarbeitet.

  29. [...] Laufhöhepunkt war unangefochten mein Pseudojubiläum; – seit 12 Jahren darf ich mich als Täglichläufer bezeichnen – es ist unbeschreiblich, was für Empfindungen damit einhergehen. Unfaßbar. Nun sind bereits [...]

  30. [...] Monaten Täglichlaufen? Halt, ich überbiete dies sofort mit 12 Jahren Täglichlaufen. Seit nunmehr 12 Jahren darf ich mich als Täglichläufer bezeichnen – die Serie selbst währt nur etwas über eine Dekade, doch den Stil praktiziere ich nun seit 12 [...]

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Log Out / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Log Out / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Log Out / Ändern )

Verbinde mit %s

Follow

Get every new post delivered to your Inbox.