Den Weg gehen – XI. 2011. Schonungslos.

Täglichlaufen. Neun Jahre, elf Monate. Laut knirschend öffnet sich das verrostete, uralte Schloß, welches das verzehrende Zeitenrad des allumfassenden Lebens verbirgt und gibt damit einen temporären Blick in den gleichsam geheimnisumwitterten wie ewigen Strudel von Zukunft, Gegenwart und Vergangenheit für den unbedeutenden Beobachter preis. Plötzlich ertönt ein leises Summen, ein Rauschen im Sein und das Rad der Äonen beginnt sich zu drehen – langsam wie unaufhaltsam, bar jedweder Gefühle – kalt und erbarmungslos, und verbannt für immer und immer einen weiteren Monat Täglichlaufen in das uns früher oder später erwartende Nichts. Einmal mehr ist der Moment für eine Rückschau gekommen, doch handelt es sich um einen besonderen Rückblick – es wird der letzte seiner Art sein, in dem ich auf eine einstellige Jahreszahl in meiner Philosophie des „Gelebten Täglichlaufens“ zurückblicken darf. In meiner nächsten Rückbesinnung überschreite ich die einmalige Grenze zu zehn Jahren Täglichlaufen in Serie – immer vorausgesetzt, mir gelingt dieses Vorhaben, wovon ich mittlerweile aber ausgehe, sofern das Leben mein Ziel nicht in allerletzter Sekunde konterkariert.

Nur noch vier Wochen bis zu meinem großen Tag. Ich könnte ab sofort versuchen, auf einem sicheren Terrain zu wandeln und beispielsweise nur noch törichte fünf Kilometer täglich auf Asphalt laufen, um die zehn Jahre auch problemlos zu erreichen. Allerdings existiert zum einen kein Versuchen; entweder ich tue etwas oder eben nicht – was ist ein Versuch? Zum anderen ist das nicht mein Stil, mich zu schonen, von daher liegt meine Entscheidung evident auf der Hand. Ich habe mich nie vor Herausforderungen gescheut. Ich praktiziere ernsthaftes Täglichlaufen; dementsprechend nehme ich keine exponierte wie unsinnige Rücksicht, nur um das Ziel garantiert in die Realität zu heben. Es wird mir gelingen oder nicht; ich lasse mich überraschen. Und die präferierte Ausgewogenheit verträgt durchaus ein gewisses Maß an Schonungslosigkeit. Im vergangenen Monat alternierten die Temperaturen von -07 °C bis 08 °C, ein Potpourri von Stürmen, Regen und Sonne dominierten die Witterungsverhältnisse. Zwei Regenläufe sorgten für eine gehaltvolle Gnade der elementaren Mächte. Noch mehr Sturmtränen wurden vergossen. Eine neuerliche Begegnung mit meinen borstigen Freunden, als da wären Familie Schwarzkittel sorgte für eine spannende Unterhaltung im tiefen Forst. Als weniger angenehm offenbarte sich ein Sturz und ein weiterer Fastunfall. Langweilig.

Die letzten Wochen wurden nach wie vor von einer sehr seltenen Hochwassersituation, die ihresgleichen sucht, regiert. Irgendwann lernte ich, die Wassermassen nicht mehr zu negieren, sondern die würdige Gabe von Flutläufen respektive belebender Durchquerungen anzunehmen. Aber alles hat zwei Seiten im Leben, nie ist etwas absolut, was mir selbst beim Durchschreiten des Hochwassers demonstriert wurde. Als ich das letzte Mal bei -01 °C zum Kneipp-Jünger wurde, habe ich das Eis schändlich unterschätzt. Freilich stellte das grundsätzlich kein Problem dar, allein das mehrmalige Ausrutschen in den Untiefen verlangte seinen blutigen Tribut und bescherte mir durch die eleganten Hiebe der Eisschwerter partiell aufgeschnittene Beine. Die zellulären Bestandteile flossen in einem nicht unerheblichen Ausmaß meine Beine herunter. Wiederholt ein Blutlauf. Aber auch das gehört zum Täglichlaufen und ja, ich würde wieder so agieren. Genau so.

Aktuell durchlebe ich eine leichte mentale Phase der Schwäche; mehrere Läufe zeichneten sich durch eine latente Lustlosigkeit aus; gleichwohl handelt es sich hierbei um eine positive Entwicklung, da die übliche Routine somit neutralisiert wird. Gestern unterbrach ich meinen Lauf, um ein Schaf aus einer mißlichen Situation zu retten, was mir leider nicht gelang. In gefühlter Lichtgeschwindigkeit lief ich nach Hause und informierte umgehend den Besitzer, der weitaus erfolgreicher war und mir als kleine Aufmerksamkeit eine Schafrettungsmedaille versprach. Für das spektakulärste Ereignis in jenem vorjubilären Monat zeichneten mehrere Vogelschwärme verantwortlich. Es formierten sich zwei Spatzenschwärme, bestehend aus ca. 40 Piepmätzen, die mich auf meiner Dammstrecke begleiteten, später gesellte sich ein Schwarm von ca. 30 Grünhänflingen hinzu. Sie verkündeten augenscheinlich den nahen Frühling und freuten sich ihres Lebens, welch ein schöner Augenblick in der lieblichen Natur – und ich war dabei! Was wäre ich ohne mein Täglichlaufen? – – – Heute erklärte ein Bauarbeiter seinem Kollegen, daß ich den ganzen Tag laufe – dies trifft den Kern der Sache nicht ganz; neun Jahre, elf Monate hört sich besser an. Nur noch ein Monat bis zehn Jahre Täglichlaufen in Serie. Wird mir das gelingen? Ich weiß es nicht, aber ich hoffe und wünsche mir das und werde alles dafür tun – in einem adäquaten Rahmen, welchen ich entsprechend meiner Möglichkeiten kontrollieren kann, darf und werde. Dum spiro, spero.

19.01.2011 15 KM – Wildschweinkontakt
20.01.2011 14 KM – Gespräch mit Grußfreund
21.01.2011 14 KM – Hochwasser steigt
22.01.2011 14 KM
23.01.2011 14 KM
24.01.2011 17 KM – Regen- und Nebel(Erkundungs)lauf
25.01.2011 15 KM
26.01.2011 15 KM
27.01.2011 15 KM – staunende Kindergruppe (verstummten)
28.01.2011 15 KM – Fastunfall, Stimme erhoben (entschuldigte sich)
29.01.2011 14 KM
30.01.2011 13 KM
31.01.2011 14 KM – Sturz
01.02.2011 14 KM
02.02.2011 14 KM
03.02.2011 14 KM
04.02.2011 13 KM
05.02.2011 14 KM – Gespräch mit Grußfreundin
06.02.2011 14 KM – Regen- und Flutlauf; Läufer überholt
07.02.2011 14 KM – Flutlauf, Gespräch mit Grußfreund
08.02.2011 14 KM – Gespräch mit Grußfreund
09.02.2011 14 KM – Gespräch mit Bekannte
10.02.2011 14 KM – Gespräch mit Grußfreund
11.02.2011 14 KM – Flutlauf
12.02.2011 14 KM – Blutiger Flut(Eis)Lauf; Schwäne (1 m nah)
13.02.2011 14 KM – Tag der Vogelschwärme
14.02.2011 14 KM – Polizist „rennt jeden Tag!“; Gespräch Bekannter
15.02.2011 13 KM
16.02.2011 14 KM – Schafe gestreichelt
17.02.2011 14 KM – Mißglückte Schafrettung. Besitzer informiert.
18.02.2011 14 KM – 09 Jahre und 11 Monate Täglichlaufen
Jahres-KM bis 18.02.2011: 694 KM
Tendenz in Relation zum Vorjahr: 162 KM mehr

46 Antworten zu “Den Weg gehen – XI. 2011. Schonungslos.”

  1. Schön langsam macht sich *Nervosität* bei mir breit. Aber ich bin mir zu 100 % sicher, dass du bald dein 10jähriges feiern kannst.

    Diesmal war es ein ganz turbulenter Monat, in dem viel passiert ist. Teilweise aber recht unschöne Dinge. Wie kann man sich nur die Wadeln aufritzen? Da wäre eine lange Laufhose wohl sinnvoll gewesen. Aber die passte nicht zu den damals herrschenden Temperaturen.

    Stolz bin ich auf dich, weil du versucht hast das Schafi zu retten. Auch wenn es dir ständig abgehauen ist. Der Anruf war mehr als wichtig. Nun bekommst du doch noch eine Auszeichnung. Wenn schon nicht bei einem Laufwettbewerb, dann eben fürs Schafiretten. Was dir sowieso mehr bedeutet.

    Ich drück dir die Daumen, dass der letzte Monat vor dem großen Jubiläum, für dich gut verläuft. Ne quatsch… das schaffst du schon!

  2. Nervös bin ich nicht im Ansatz. Für mich ist das mehr irreal – irgendwie unglaublich, daß das nun fast zehn Jahre sind. Wo ist die Zeit nur geblieben? Und das im Kontext der Gesundheit betrachtet und meine konservierte Antisportler-Einstellung – das Leben ist seltsam!

    Mit einer langen Laufhose wäre ich niemals in das Wasser gegangen. Ergo wäre das nicht passiert – korrekt. *lacht* Wie auch immer, ein Hauch von Abenteuer ist nicht zu verachten. ;)

    Tja, das war mehr als mißglückt. Alle Schafis kamen zu mir, bis auf Mählanie – und ausgerechnet ihr wollte ich helfen. Doch letzten Endes ist alles gut gegangen; heute ging es allen prächtig. Die Auszeichnung wird eher köstlicher Natur sein. Ja, mit einer Medaille für einen Wettkampf könnte ich nichts anfangen.

    Vielen Dank für Dein Daumendrücken, meine liebe Brigitte – lassen wir uns überraschen!

  3. Ich schon, ich fiebere schon dem Tag entgegen. Wieviele können so was von sich sagen? Nicht sehr viele. Ich bin richtig stolz auf dich!

    Siehst du – die lange Hose wäre besser gewesen, aber nun jaaa!

    Hehehe, das wird sicher wieder eine Salami, mit der du dann durch die Gegend wetzen musst!

  4. Vermutlich sehr wenige, das kann ich nicht beurteilen und es interessiert mich auch nicht. Merci! Ich gebe zu, ich bin natürlich auch stolz auf mich – das versteht sich von selbst. Nur noch ein Monat!

    Lange Hosen trägt man im Winter, aber nicht bei -01 °C.

    Das ist möglich. Zur Erinnerung: :D

    http://blacksensei.files.wordpress.com/2010/02/2010_februar_salamilauf.jpg

  5. :) Fast ein Jahr ist es her wo du den Salamilauf gemacht hast. Das ist ja irre!

    Welche Jahreszeit ist bei dir, wenn es – 1 Grad hat?

  6. Tja, was ist ein Jahr? Was sind zehn Jahre? 100 Jahre? Unbedeutende Wimpernschläge im Zeitengesang der Äonen.

    Welche Jahreszeit ist bei dir, wenn es – 1 Grad hat? Das bezieht sich auf den Zeitpunkt, momentan würde ich vom Vorsommer sprechen. :)

  7. Ohne Worte, bloss *kopfschüttel*

  8. Die Macht des Geistes. Wir sehen, was wir sehen wollen.

  9. RunningOtto Sagt:

    Hey Marcus, was für ein starker Rückblick! Durch deine poetische Schreibe nimmt man riesigen Anteil an deinem Erlebtem. Du hast wieder einiges durchgemacht. Hoffentlich sind deine blutenden Beine verheilt. Mensch, du machst aber auch Dinger! Ich käme nicht auf die Idee in ein Eissee zu springen. Pass auf dich auf!

    **Ich praktiziere ernsthaftes Täglichlaufen;** Gibt’s auch Streaken was nicht ernsthaft ist?

    Wie sieht eine **Schafrettungsmedaille** aus? :mrgreen:

    Respekt für deine geschrubbten KM´s und weiter so. Go on! Die letzten 4 Wochen sind ein Witz im Gegensatz zu deinem Jahrzehnt. Ich freu mich auf dein Streakerjubi! Lass es krachen!

    Keep on STREAKrunning

    MfG

  10. Täglichlaufen kann sehr abwechslungsreich sein; sofern man dieses Geschenk mit all seinen Konsequenzen annimmt. Die Zeit schließt alle Wunden. Vielleicht hätte ich doch einen Bauchklatscher machen sollen? ;)

    **Ich praktiziere ernsthaftes Täglichlaufen;** Gibt’s auch Streaken was nicht ernsthaft ist?

    Natürlich. Wer beispielsweise täglich 1,6 Kilometer läuft und so tut als ob er ein Täglichläufer wäre, praktiziert alles andere als Täglichlaufen. Oder wer nachts von 23:45 Uhr bis 00:15 läuft – als Beispiel – und das als zwei Läufe ausgibt. Das ist lächerlich, aber kein Täglichlaufen.

    Es kann noch viel passieren in nächster Zeit, dennoch bin ich geneigt anzunehmen, daß ich das schaffe. Vor Monaten habe ich das zum Ziel erklärt. Punkt.

  11. Lieber Marcus,
    schon wieder ist ein Monat rum, so schnell ging das. Warte ab, der nächste vergeht bestimmt noch mal so schnell und dann ist Dein ganz besonderer Tag.
    Nur gib Acht auf Dich und Deine Gesundheit. So Sachen wie durch den Eissee laufen und sich blutende Waden dabei zu holen sind nicht so gut. Da gefällt mir die Story mit den Schafen doch gleich sooo viel besser. ;)
    Täglichlaufen ist ja eigentlich unabhängig von der Zeit. Entweder man tut es oder man läßt es. Und doch sind 10 Jahre diesbezüglich enorm, wenn man bedenkt, was alles dazwischen kommen kann. Nun stehst Du kurz davor und wirst den Rest sicher auch mit bravour nehmen.
    Also auf zur nächsten Kür. Der Countdown läuft.
    Liebe Grüße
    Kornelia

  12. Liebe Kornelia,

    da hast Du Recht, die nächsten Wochen werden von der alles verzehrenden Flamme noch viel schneller als sonst im Licht verbrennen. Wie ein Leuchtturm wird mir nun der Pfad in die Zukunft gewiesen.

    Das Durchwaten des Eissees war ein großer Spaß, den ich ein wenig unterschätzt habe. Ich hatte die Wahl, entweder ein paar Schwerthiebe aus Eis einstecken oder hinfallen – und ich zog ersteres vor. „Meine“ Schafe sind immer grandios – die knuffigen Racker sind tägliche Höhepunkte, die durch nichts zu überbieten sind. :)

    Im Gesundheitskontext wirken die Täglichlaufjahre noch viel extremer. Wobei ich diesbezüglich auch extreme Erlebnisse hatte und nicht selten stand der Lauf auf der Kippe.

    Der Countdown läuft. Ich laufe mit. ;)

  13. Lieber Marcus,

    ein wieder interessanter und ereignisreicher Monat ist vergangen – und du hast deinen Rückblick wieder in so schöne Worte gefasst… Dankeschön dafür. :)
    Es ist so schön, aber auch typisch für dich, daß du deinen Lauf unterbrichtst, um ein Schafi zu retten. Auch das macht täglich laufen aus. Du bist eins mit der Natur und seinen vielen Geschöpfen. Wie schön hast du die Begleitung durch die Piepmätze beschrieben. Ich habe sie quasi über mir fliegen sehen…
    Nur noch ein Monat. Das ist ein so winziger Zeitraum. Und trotzdem weißt du heute noch nicht, wie dieser Monat verlaufen wird.
    Ich bin mir aber 100% sicher, daß du es schaffst. Meine Daumen bleiben ab sofort täglich gedrückt. Ganz fest. Und bis jetzt steht da bei mir immer noch der freie Tag im Dienstplan! ;)

    Leider habe ich heute 5 Jahre Täglichlaufen verspielt. :( Gib es zu – du hast genau solange mit deinem neuen Artikel gewartet, bis ich loslaufe? Und nun hast Du dein Ritual mit Brigitte wieder zurück…. :D (Aber irgenwann schaffe ich das nochmal :D )

    Ich schicke euch allen ganz liebe Grüße und wünsche euch ein tolles Wochenende!
    Petra

  14. Liebe Petra,

    für meine Schafis würde ich so gut wie alles machen. Wenngleich mein Eingreifen nicht unmittelbar durch Erfolg gekrönt war, so konnte doch der Rettungseinsatz durch das Informieren des Halters zu einem guten Ende geführt werden. Und heute taten sie so, als ob nichts geschehen wäre. ;)

    Die Vogelschwärme waren wunderschön, zumal es sich durch die Bank um junge Nachwuchspiepmätze handelte. Sie stecken voller Energie und Leben, pure Lebensfreude. Was könnte es für eine schönere Laufbegleitung geben?

    Ja, ein winziger Zeitraum und doch weiß ich nicht, was morgen sein wird. Das ist die große Herausforderung. Vielen Dank für Dein Daumendrücken – bei so viel Unterstützung kann nichts mehr schief gehen. Dum spiro, spero!

    Ich bin überzeugt, daß Du das Ritual dereinst erneut durchbrechen wirst. ;) Der Zeitplan wurde vom Laufzeitpunkt bestimmt – ich kann da nichts für. Falls Dein Dienstplan das zuläßt und Du zu der gleichen Zeit läufst, bekommst Du sechs Jahre – ist das ein Angebot?

    Ebenfalls Euch allen ein wunderbares Wochenende, lauft und genießt es!

  15. Marcus – es wird nichts mehr schiefgehen! ;)

    Das Angebot ist gut! Ich werde alles tun, um dich beim Wort nehmen zu können!*lacht*
    Aber du weißt schon, daß das alles nur Spaß ist. Ich würde niemals auch nur ernsthaft mir auch nur einen Tag Täglichlaufen schenken lassen. Das ist etwas, was man sich täglich aufs Neue selbst erarbeiten muß… nein: will!

    Genieße du auch dein Wochenende und die dazugehörigen Läufe!

  16. Die Zeit, das Leben wird es zeigen. Alles andere ist Spekulation.

    Ich weiß, liebe Petra, hin und wieder etwas Spaß ist jedoch schön. Wenn es möglich wäre, ich selbst würde das auch nur ablehnen. Als Beispiel der See mit der Eisschicht. Meistens umgehe ich das Hindernis, dennoch kann ich an den Rand gehen und sagen, hier bin ich durch, bei 01 °C und bei Eis – das läßt mich lächeln. Was wäre unser Täglichlaufen ohne Herausforderungen? Das ist es ja, was unsere „Serie“ definiert. Da kann man nichts geschenkt bekommen.

    Dennoch, Humor ist immer gut. ;) Ein schönes Wochenende, ich werde nun meine Schafis besuchen.

    • Deine Schafis haben sich ganz bestimmt über deinen Besuch gefreut!
      Ja- ich find auch, daß immer ein bischen Humor dazugehört. Das macht das Leben doch viel schöner! ;) :D Und: jeder gemeisterte Herausforderung macht uns stärker! ;)
      Ganz liebe Grüße
      Petra

      • Na ich weiß nicht, ich bekam heute nur Hinterteile zu sehen. :D Und auf dem Rückweg waren sie verschwunden, was aber sehr wahrscheinlich am leichten Schneegriesel lag.

        Und: jede gemeisterte Herausforderung macht uns stärker! ;) Das kann ich nur bestätigen. Genau das macht Täglichlaufen aus.

  17. Lieber Marcus,
    ich hege wenig Zweifel, dass Dir Dein Jubiläum gelingt und ich bin stolz als Leser dabei zu sein. Als ich nunmehr vor über zwei Jahren begann Dein Blog zu lesen, war ich hin und her gerissen zwischen dem Gefühl es mit einem Spinner zu tun zu haben und Bewunderung. Inzwischen ist es eine unheimliche Genugtuung von Deiner Art zu laufen zu lesen. Nicht nur, dass Du es immer so poetisch beschreibst, nein, auch die Verbundenheit und Nähe zur Natur, die sich teilweise offensichtlich liest – Schafrettung und Vogelbegleitung – und manchmal nur zwischen den Zeilen zu erkennen gibt, sind für mich Anreiz, Deine Beiträge fast immer mehrmals zu lesen. Andere schreiben von Ausrüstung ;-) oder ihren Wettkämpfen, Du schreibst immer von dem, was Dich bewegt, die Emotionalität ist es, die mich im Bann hält. Deshalb freue ich mich so sehr für Dich, dass Du so kurz vor Deinem Jubiläum stehst und auch Dich quälen Zweifel, ein anderer würde davon ausgehen, dass es gelingt, Du hast den Willen und trotzdem nimmst Du es nicht als selbstverständlich.
    Lustlosigkeit beim Laufen gehört zum Leben dazu, vor allem bei Jemandem, der das Laufen zu einem Bestandteil seines Alltags erkoren hat, deshalb habe ich diesen Satz fast überlesen. Ich werde am 18. März nicht mit Dir laufen können in realiter, jedoch werde ich Dich virtuell begleiten und meinen Nachhauseweg am Abend von der Praxis gedanklich mit Dir unternehmen, ich hoffe auf Regen.
    Danke, dass Du mich teilhaben lässt an Deinem läuferischen Alltag.

    Salut
    Christian

  18. Mein lieber Christian, auch Dir herzlichen Dank für Deine Worte, insbesondere für Dein Vertrauen. Der Tag ist noch weit entfernt und gleichzeitig so nah. Da ich viel erlebt habe in den vergangenen Jahren kann ich mich von gewissen Zweifeln nicht befreien, aber letztendlich halte ich das so wie immer – ich konzentriere mich nur auf den heutigen Tag.

    Deine Einschätzung vor zwei Jahren respektive Dein ambivalentes Gefühl bezüglich meiner Seite/Person finde ich interessant. Was ich hier schreibe, sind private Gedanken an meine Person adressiert. Nun könnte man fragen, wieso ich das in das Netz stelle – ganz einfach, ohne diese Seite würde ich nie derartige Berichte formulieren. Doch die Wahrnehmung und Interpretation finde ich bemerkenswert. An dieser Stelle danke ich Dir für Deine Treue, ich freue mich, daß Du hier Anteil nimmst!

    Irgendwann habe ich einmal geschrieben, wie sich das Täglichlaufen bei mir entwickelt hat und auch diverse Motive wie Gründe angegeben. Vor langer Zeit wurde das ziemlich in den Hintergrund gedrängt – durch meine Liebe zur Natur. Es klingt vielleicht seltsam, aber wenn ich den Wald oder den Damm erreiche, dann fühle ich mich wie zu Hause. Und die zahlreichen Bewohner dieser einzigartigen Umgebung zu beobachten, ja, das ist meine Welt. Vereinfacht formuliert, ohne Natur kein Täglichlaufen.

    Du sprichst die Selbstverständlichkeit an. Trotz der Routine, die meistens vorherrscht, habe ich doch (schmerzhaft) gelernt, daß nicht ein Lauf selbstverständlich ist. Und genau das ist ein Hauptgrund für mich, daß mir die vergangenen Jahre im Gesundheitskontext partiell irreal vorkommen. Wie gesagt, das Leben ist seltsam, aber es hat Recht. ;)

    Sofern mir mein Vorhaben gelingen wird, werde ich das hier bekanntgeben. Vielen Dank für Deine Unterstützung und ein angenehmes Wochenende!

  19. Lieber Marcus,

    es ist klar, die 10 Jahre des Täglichlaufens sind in Sichtweite und stehen daher im Focus. Der noch fehlende Monat scheint gering, wenn mann die zurückliegende Zeit deiner Serie betrachtet. Doch ein Monat kann zugleich lang werden. Wer weiß das schon. Daher an dieser Stelle erstmal viel Glück für die kommenden Wochen.

    Deine Zusammenfassung zeigt wieder viele Begebenheiten, die Dir das tägliche Laufen beschert hat. Du hast Dich als Wassertreter und als menschlicher Eisbrecher betätigt. Du brauchst offensichtlich diese extremen Herausforderungen und suchst sie geradezu. Das ist halt Dein Weg. Dabei weiterhin alles Gute. Ich wünsche Dir ein schönes Wochenende.

    Liebe Grüße
    Dietmar

  20. Vielen Dank, lieber Dietmar. Exakt, die Zehnjahresflamme leuchtet immer heller und die nächsten Wochen werden offenbaren, ob sie sich verzehrt oder weiter strahlen wird. Glück ist immer schön, wenngleich das meistens an uns selbst liegt.

    Mein Weg ist an manchen Stellen ein wenig ungewöhnlich oder erscheint zumindest so, aber das gehört eben dazu. Trotz aller Widrigkeiten würde ich nichts anders machen – solange die Zufriedenheit obsiegt.

    Genieße das Wochenende, ich besuche jetzt meine Schafe und hoffe auf eine neuerliche Bussard-Nah-Begegnung.

  21. Lieber Marcus,
    ich bin immer noch voller Bewunderung für dich und dein tägliches Laufen, deine Selbstdisziplin und dein enormes Wissen! Leider komme ich mit dem Lesen deiner Berichte nicht mehr hinterher.
    Ich wünsche dir alles Gute und bin sicher, du erreichst dein Ziel, wie hoch es auch sein mag!
    Liebe Grüße
    Ramona

  22. Vielen Dank, liebe Ramona. Selbstdisziplin ist ein gutes Stichwort für einen Artikel. Früher habe ich das als Selbstdisziplin betrachtet, ja, aber das ist lange her und nicht mehr nötig. Irgendwie erstaunlich, wie man sich entwickelt.

    Jeder neue Tag und Lauf bringen mich ein wenig näher…

  23. Der Tag nähert sich immer schneller!
    Der Pulsschlag der Zeit verlangsamt sich immer mehr…. bis der Höhepunkt erreicht ist und “DIE” 10 (zehn) steht.

    Ich freue mich und bin Stolz dann Teil des Tages zu sein.

    ALLES GUTE
    Marco the Soulrunner

  24. So langsam dringt der Tag in greifbare Dimensionen vor. Ich bemühe mich, den Weg bis dahin sicher zu gehen und den Gipfel der Zehn auch wirklich zu erreichen. Und dann? Danach werde ich weiter klettern – solange, bis ich falle…

    Ich freue mich auch schon, lieber Marco – und wie!

  25. Lieber Marcus – du wirst nicht fallen , du wirst irgendwann einmal erhobenen Hauptes sagen: “Das wars”.
    Und wenn du wirklich fällst? Dann stehst du eben wieder auf. Man sollte immer einmal mehr aufstehen, als man hingefallen ist ! ;)
    Viele liebe Grüße
    Petra

  26. Ja, wie wahr, liebe Petra. Jeder Rückschlag ist in Wahrheit ein Fortschritt. Und was kann ich schon fürchten? Nichts.

    Allerdings: du wirst irgendwann einmal erhobenen Hauptes sagen: „Das wars“. Das impliziert, daß ich eines Tages die Wahl hätte. Was mich zu der Frage bringt, ob ich das tatsächlich machen würde? Ohne gewichtigen Grund? Freiwillig? Fragen über Fragen.

    Wie auch immer, ich hoffe, daß ich davon noch weit entfernt bin und verbanne erst einmal solche Gedanken. :)

    Einen angenehmen Tag wünsche ich Dir,

    eisige ;) (-11 °C) Grüße,

    Marcus

    P.S. Folgendes mag ich in einem besondern Maße:

    Erlösung kommt von innen,
    nicht von außen,
    und wird erworben mehr,
    als dir geschenkt.
    Sie ist die Kraft des Innern,
    die von draußen
    rückstrahlend deines Schicksals Ströme lenkt.
    Was fürchtest du?
    Es kann dir nur begegnen,
    was dir gemäß
    und was dir dienlich ist.
    Ich weiß den Tag,
    da du dein Leid wirst segnen,
    das dich gelehrt
    zu werden,
    was du bist.

    Und wer Verstehen sucht,
    versteht sich selbst noch nicht.
    Wer Anerkennung braucht,
    ist vom Erkenntnislicht noch weit
    und muß noch viele Wege wandern;
    denn was er selbst nicht hat,
    sucht er beim Andern
    – und findet es nie!
    Denn in der Harmonie
    hat jeder seinen Klang
    und seine eigene Melodie
    im Weltgesang.
    Der Klang des Andern,
    – sei er noch so rein –
    ist nicht der seine.
    Den muß er alleine,
    aus seines Wesens tiefster Quelle heben;
    er kann ihn nicht erlernen,
    nur erleben!

    (Ephides)

  27. Hallo lieber Marcus,

    was für ein schönes, tiefsinniges Gedicht. Das habe ich gerade immer und immer wieder gelesen. Es birgt so viel Wahres in sich….

    Allerdings bei diesem Satz “du wirst irgendwann einmal erhobenen Hauptes sagen: „Das wars“ habe ich etwas ganz anderes gedacht. Du wirst nie die Wahl haben, denn solange du diese hast, wirst du täglich laufen. Insofern ist die Wahlmöglichkeit als solche nicht existent.
    Aber wenn einmal die Situation kommt, in der es wirklich nicht mehr geht ganz gleich aus welchen Gründen, dann wirst du diesen Satz sagen. Und dich nicht verbiegen und vielleicht 1,6km Alibirennen machen. Weil Täglich Laufen was anderes für dich ist. Davon bin ich überzeugt.

    Aber lassen wir das und hoffen, daß dieser Tag noch in ganz weiter Ferne ist. Ich erwische mich aber auch manchmal dabei, daß ich mich frage, was passiert danach? Gibt es ein danach? Falle ich in ein tiefes Loch, wenn ich nicht mehr laufen kann? Wie weit und wie lange kann ich das herauszögern? Ich hoffe einfach, daß dieser Zeitpunkt noch ganz weit weg ist.
    Lass uns nicht mehr darüber sinnieren, sondern einfach laufen gehen! ;)
    Viele liebe und ebenfalls sehr frostige Grüße :D
    Petra

  28. Ich liebe diese Zeilen, jedes Wort ist einfach nur wahr. Dies gilt generell für das Leben, aber auch besonders für unser Täglichlaufen.

    Man hat immer eine Wahl, doch ist das in dem Fall nur eine scheinbare Wahl, eine Illusion. Du hast Recht, ich würde das nie freiwillig beenden. Aber wer weiß, wie ich in drei Wochen oder fünf Monaten darüber denken werde. Mein Täglichlaufen hat eine ganz eigene Entwicklung respektive Wendung in den vergangenen Jahren vollzogen.

    Beispielsweise zwei Kilometer im Krankheitsfall zu absolvieren, ist durchaus legitim – aber auf Dauer wäre das Unsinn und ja, da würde ich aufhören. So ehrlich sollte man schon sein.

    An manchen Tagen sinniere ich ebenfalls darüber nach; schließlich muß der Spaß irgendwann vorbei sein. Ich bin vom Charakter her nicht der Mensch, der dann in ein tiefes Loch fallen würde, allerdings gebe ich gerne zu, daß mir das dann nicht unbedingt sehr leicht fallen würde. Ich bin seit 1999 ein Täglichläufer und erreiche bald zehn Jahre in Serie, das ist ein großer Teil von meinem Leben; keine Frage, daß dieser Fall eine Herausforderung sein würde. Wie dem auch sei, das Leben ist seltsam, aber es hat Recht. ;)

    In diesem Sinn, Lass uns nicht mehr darüber sinnieren, sondern einfach laufen gehen! genau! Das ist meine Devise. Ich zitiere meinen „Wegweiser“:

    “Sich damit großartig auseinander setzen zu wollen, ist ein Fehler – es ist keine Wissenschaft, sondern Natürlichkeit. Wenn man es unbedingt verstehen will, wird man es nicht verstehen. Denke nicht darüber nach, tue es. Versuche es nicht, tue es. Lebe es. Konzentration auf sich selbst – nicht auf unbedeutende Tage.”

    Dein wahres Selbst ist immer leuchtend und frei.
    Menschen machen etwas und
    betreten den Ozean des Leidens.
    Nur ohne Denken kannst Du zu Deinem
    wahren Selbst zurückkehren.
    Der hohe Berg ist immer blau.
    Weiße Wolken kommen, gehen.

    (Seung Sahn)

    Liebe Grüße

    Marcus

  29. Lieber Marcus,
    unfassbar, unvorstellbar, aber wahr! Die 10 rückt immer näher, nicht zu glauben. Mit riesigen Schritten nähert sie sich unaufhaltsam und wird dich in ihren Bann ziehen, wunderbar!
    Ich erinnere mich noch an unsere wunderbare Begegnung im September letzten Jahres – allzu fern erschien und da dein Jubiläum, und jetzt? Ganze 3 Wochen und 2 Tage trennen dich noch davon, unbegreiflich wie schnell die Zeit vergeht!

    Lieber Marcus, ich freue mich unglaublich für dich, kann es kaum noch erwarten und bin unglaublich stolz und dankbar, ein kleiner bescheidener Teil deines ganz besonderen Tages sein zu dürfen.

    Ganz herzliche und dankbare Grüße,
    Steffen

  30. Ja, da sprichst Du weise Worte, lieber Steffen. Und wie lange ist unser schönes Treffen nun schon wieder vergangen? Eigentlich darf man über den Begriff der Zeit nicht weiter nachdenken, ist sie doch zu erschreckend. Mittlerweile sehe ich die zehnjährige Flamme nicht nur leuchten, nein, ich kann die Wärme, die von ihr ausgeht – bereits fühlen. Wenn ich so zurückdenke, was sind zehn Jahre? Das ist verrückt. Unbegreiflich.

    Nur noch knapp drei Wochen. Das ist ein Datum, eine Leistung für mich, die ich nie wieder erreichen werde – den Moment gemeinsam mit Euch zu würdigen, freut mich sehr und macht mich stolz.

    Die Zeit vergeht. Und wir mit ihr.

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