Sturmtränen

Der Tag begann verheißungsvoll mit einem stürmischen Rauschen bei sommerlichen 08 °C. Ja, meine liebe Brigitte, ich verkünde hiermit den diesjährigen Frühling, der Tanz in die Wärme sei ab sofort eröffnet. Wenngleich sanfte Übergänge kein Bestandteil der Gegenwart mehr sind. Die vergangene Woche wurde von Schmerzen dominiert, der letzte Sturz forderte seinen angemessenen Preis ein. Besonders mein tägliches Vorprogramm wurde zu einer unangenehmen Erfahrung; explizit die Liegestütze mit dem Berühren der Hände ließen meinen Arm schmerzen, erst nach 30 Mal „klatschen“ wurde der Reiz erträglich, ja, nahezu positiv. Die menschliche Reizunterdrückung ist bemerkenswert – der Körper verträgt sehr viel, sofern der Geist will. Die Macht des Geistes.

Der graudunkle Himmel war nicht absolut, feine Schattierungen in zarten Nuancen in den weiten Horizont gemalt, ließen einen Hauch von Melancholie in mir aufkommen. Allein, der Regen sollte ausbleiben. Gefühlte Enttäuschung. Umso intensiver die schwarz reitenden Sturmmächte! Als ich die Brücke betrete, erspähe ich sofort den aufgewühlten See, der wütend seine Wellen an das Ufer peitscht. Mitten auf der Brücke heißt mich die ungestüme Dominanz des Sturmes willkommen. Vor mir türmt sich eine imaginäre Wand auf, umhüllt mich anschließend liebevoll und schließt mich in einer Art Blase ein. Diese sogenannte Blase scheint eine separierte Insel im Raum-Zeit-Kontinuum zu sein, denn urplötzlich bewege ich mich wie in Zeitlupe – indessen die Autos in gewohnter Geschwindigkeit an mir vorbeifahren. Ich hingegen, bewege mich kaum vorwärts, trete fast auf der Stelle. Ungeachtet der Tatsache, daß ich meine Muskeln spielen lasse und nur so dahin fliegen müßte. Hätte ich einen Umhang dabei, wahrscheinlich würde ich mich in die Luft erheben. Tränen laufen mein Antlitz herab. Nicht die gehaltvolle Stimmung, nein, die Böen bringen mich zum Weinen. Die Zeit hält an, verdichtet sich – nur langsam erreiche ich den Endpunkt der Überbrückung und damit den Schutz einiger Bäume und Sträucher. Just in jenem Moment zerfällt die temporäre Blase im unendlichen Nichts und die scheinbare Subraumanomalie verflüchtigt sich. Im Bruchteil einer Sekunde entfaltet sich die bisher gezähmte Kraft und meine Geschwindigkeit erhöht sich eklatant. Befreite Energie!

Ich passiere einen Grußfreund, der freundlich winkt und mich mit dem immer gleichen Satz, „Hallo, mein Jugendfreund!“ begrüßt. Irrelevant, daß er vielleicht 50 Jahre älter ist. Hinter mir verhallen seine Worte, Laufen! Laufen! Lau…“ in der gedämpften Atmosphäre. Ich verabschiede mich von der Zivilisation und trete in die finsteren Wälder ein. Die Baumkronen biegen sich im Wind, das laute Tosen der eisernen Sturmreiter ist allgegenwärtig. Zahlreiche Bäume seufzen ob dieser unaufhörlichen Macht, einige erzeugen regelrechte Geisterlaute, ein schwermütiges Knarren, Knirschen, anstrengendes Räuspern und Ächzen allenthalben. Abgefallene Äste blockieren die Wege, der Forst schläft in der harmonischen Abgeschiedenheit. Mittlerweile hat das Hochwasser seinen zaghaften Rückzug eingeleitet, freilich nicht überall – an manchen Örtlichkeiten expandiert es weiterhin kalt lächelnd. Auf dem Damm begegne ich einer jungen Dame, die ihren Hund ausführt. Sie nimmt mich wahr, springt zu ihrem Vierbeiner und überlegt, ob sie ihn anleinen soll. Unschlüssiges Verhalten. Währenddessen beschließe ich, daß ich heute nur spielen will, dementsprechend lasse ich beide ungehindert ziehen. Ein harmloser Kontakt in einer surrealen Welt der stürmischen Finsternis.

Der Damm in seiner absoluten Länge liegt vor mir, rechts das Hochwasser, zu meiner Linken die erwachte maritime Kraft des Sees. Nur noch wenige Eisschollen verraten ihre eigentümliche Anwesenheit, geboren in der frostigen Autorität des Winterregenten. Allerlei Unrat bringen die windigen Witterungsbedingungen mit sich, werfen widerwärtigen Müll an das Ufer. Die Schilfinseln verneigen sich demütig; zur gleichen Zeit greifen die unwirklichen Sturmreiter immer belebender in das Geschehen ein – in zyklischen Wellen – ihre unsichtbaren Hände berühren den Damm und die Gischt spritzt hernach in die Höhe. Viele alte, riesige Bäume sind umspült und in den natürlichen Tod gefallen, gewaltige Äste gebrochen von einer Intensität, die um Welten stärker ist, als ihre geduldige Kraft. Die von mir so geschätzten Baumgesellen, welche den Damm mit Inbrunst flankieren, lösen sich mehr und mehr auf. Blitzeinschläge, Hochwasser, Stürme und Schneelasten tragen das ihre dazu bei. Dem Tode geweiht. Faszinierende Vergänglichkeit. Irgendwann, nach vielen vergossenen Tränen trete ich den Heimweg an.

Unmittelbar vor dem Finale treffe ich eine liebe Grußfreundin, mit ihrem tapsigen Cocy. Ein angeregtes Gespräch entsteht, wir thematisieren selbstredend die aktuelle Flutsituation und erreichen am Ende beinahe eine philosophische Dimension, bis hin zu existenziellen Fragen der menschlichen Spezies. Sodann beende ich den heutigen Lauf; ein Lauf im Zeichen der Sturmpräsenz. Beherrscht von einer melancholischen Einsamkeit in der lieblichen Natur. Sturmtränen. Fortsetzung folgt – aber dann hoffentlich im Regen.

40 Antworten zu “Sturmtränen”

  1. Uiui, da haben wir ja fast das gleiche Wetter. Stürmisch war es hier heute auch schon und das ganz gewaltig. Ich dachte schon der Sturm drückt mir die Ladentür ein. Der Schnee, den ich noch Mittwoch auf mein Blog gezeigt habe, wurde heute einfach hinweg gefegt. Hier im Garten herrscht Sumpf – das mag ich überhaupt nicht.

    Ich kann mir gut vorstellen, dass du bei dem Sturm kaum voran gekommen bist. Im Wald jedoch warst du der Stärkere!

    Endlich zieht sich das Hochwasser wieder ein bisschen zurück, das freut mich ganz besonders. Bald kannst du sicher wieder deine gewohnte Strecke laufen. Schön wäre es natürlich, wenn die Temperaturen so bleiben würden gell? Mir reicht es schon.

    Dass du immer noch Schmerzen hast, wusste ich gar nicht *schimpf*. Also war den Sturz doch nicht so harmlos, wie du getan hast. Gute Besserung Spotzl.

  2. Ja, die Sturmmächte entführen uns, reißen uns mit – ob wir wollen oder nicht. Wenn die Nässe dadurch ein wenig neutralisiert wird, ist das sehr positiv. Die Wege sind auch hier sehr matschig, was partiell nicht ungefährlich ist. Manchmal wirkt der Matsch genau wie Glatteis.

    Solange die Bäume als Schutz auftraten, war der Wind erträglich – auf der freien Fläche bot ich einen guten Angriffspunkt, aber ich liebe den Sturm – wenn nur die losen Äste nicht wären. Ab heute zieht sich das Wasser zurück, an den meisten Stellen, aber lange nicht an allen. Dennoch, dieser Prozeß zieht sich noch eine Weile hin. Und ich gestehe, die heißen Temperaturen heute sind durchaus angenehm.

    Harmlos war er nicht. Mittlerweile geht es aber, der Arm ist fast in Ordnung und die Hüfte schmerzt noch etwas. Halb so wild. Merci! :)

  3. Mitreissen müssen sie mich gerade nicht. Nun ist es aber herrlich windstill und es hat 14 Plusgrade. Die Vögel zwitschern und man könnte denken… Leider ists aber noch lange nicht soweit.

    Paß bloß auf die losen Äste auf; ungefährlich ist das gerade nicht.

    Dich muss es doch recht ordentlich hingelegt haben. Auch wenn der Matsch ähnlich rutschig ist wie Eis, du würdest zumindest weicher landen *gg*.

  4. Schließe Deine Augen und genieße das Leben. In Deiner Vorstellung ist längst Sommer und was ist stärker als Deine Vorstellungskraft?

    Das wäre nicht das erste Mal, daß ich in heikle Situationen hinsichtlich loser und herabfallender Äste gerate – bisher hatte ich Glück. Aufpassen ist aber relativ.

    Ja, das ist ein guter Tip. Ich sollte nochmals stürzen. Schade, daß man nicht im Voraus (weich) stürzen kann, um im Ernstfall darauf zurückzugreifen. :D Aber die Idee hat was!

  5. Würde ich jetzt die Augen schliessen, so könnte ich nicht schreiben *gg*. Aber du hast schon recht, man könnte es sich schon sehr gut vorstellen.

    KLar ist aufpassen relativ, aber trotzdem….

    Falls du weich landen solltest, nimm jemanden mit, der das dann auch filmt ;)

  6. Nicht mehr lange und der Frühling ist wirklich da; eben hat das neue Jahr begonnen, nun ist Januar bereits Geschichte, der Februar folgt. Was wünschst Du Dir zu Weihnachten? ;)

    Genau DAS würde ich nicht machen. Wie ich im Schlamm umher krieche auch noch zu filmen. :shock:

  7. Hm, erstmal kommt Ostern, da wünsch ich mir ein Lämmchen, dann kommt mein GB, da wünsch ich mir ein Alpaca und dann an Weihnachten wünsch ich mir den Sommer *lach*.

    Genau DAS will ich aber sehen!

  8. Tempus fugit. Das Jahr wird sehr rasant vergehen…

    Das sind schöne Ideen, hinsichtlich der Realisierung werde ich mich bemühen. Vertragen sich eigentlich Schafe und Alpakas?

    Zum Glück ist die BW-Zeit längst vorbei. Auf die niedrigste Gangart kann ich gut verzichten. :P

  9. Jetzt lass das Jahr mal ruhig angehen :P

    Klaaaaaar vertragen die sich, was denkst du denn. Schon mal – lieben Dank *gg*.

    Du kannst drauf verzichten – ich auf den Anblick nicht :P

  10. Ich halte das Jahr, die Zeit, das Leben nicht auf. Von der oben beschriebenen Anomalie abgesehen. ;)

    Sie sind unterwegs. :D

    Da spiele ich lieber grüner Stein….

  11. Lieber Marcus,

    so ein Sturmlauf hat was, gell? Und ich hätte dir auch von ganzem Herzen den Regen dazu gegönnt. Aber man kann nicht alles haben…
    Hauptsache, es war schön und Strumtränen weint man nicht alle Tage.
    Das du immer noch Schmerzen hast wegen deines Sturzes hast du uns verschwiegen. Eine kleine Anleihe bei Brigitte: *schimpf mit* :D
    Aber das wird schon wieder und irgendwann ist der Schmerz vergessen.
    Ich habe heute das erste ganz winzig kleine Grün auf dem Wegesrand gesehen – das ist wirklich ein erster Frühlingsbote! Niemand kann ihn mehr aufhalten und ich kann es auch kaum erwarten.
    Hab ein wunderschönes Wochenende, lieber Marcus!

    Viele liebe Grüße
    Petra

  12. Liebe Petra,

    mit Regen wäre der Laufbericht nicht entstanden, da ich wohl jetzt noch laufen würde. ;) Du hast Recht, man kann nicht alles haben; jedoch war der Sturmlauf wirklich sehr schön.

    Daß mir die Tränen beim Laufen kommen, ist wirklich selten. Soll heißen, der Sturm war respektive ist sehr intensiv ausgeprägt.

    Ja ja, ich bin zu bedauern; erst werde ich ausgelacht und am Ende ausgeschimpft. :D Mittlerweile geht es aber wieder, meine Hüfte (rechts) zickt noch ein wenig, aber das vergeht. Schmerzen kommen, gehen.

    Für die Piepmätze hat der Frühling längst begonnen, sie sind völlig aus dem (Vogel)Häuschen. Erfreuen wir uns an dem ersten grünen Hauch.

    Auch Dir ein wunderbares Wochenende!

  13. Na Dein Sturmlauf war ja wirklich grandios. Fehlte nur noch der Regen, oder? Umher fliegende Äste können gefährlich werden, aber auch die, die mitten auf den Wegen liegen.
    Hast Du Dir also doch weh getan bei Deinem Sturz. Meistens kommen die Schmerzen danach erst ein paar Stunden später gell? Aber das Schlimmste hast Du hoffentlich überstanden.
    Bei den Temperaturen kommen tatsächlich Frühlingsgefühle auf. Das geht manchmal so schnell. Zu Beginn der Woche hatten wir noch eisigen Frost und jetzt ist fast schon Frühling.
    Wünsche ein schönes Wochenende!
    Liebe Grüße
    Kornelia

  14. Nichts geht über Regen und Sturm in Kombination; von gediegenem Schneefall abgesehen. Die Äste stellen eine Gefahr dar, ja. Besonders der hier:

    http://blacksensei.files.wordpress.com/2009/11/2009_november_sturm.jpg

    Der hängt immer noch an dieser Stelle; mehr oder weniger lose.

    Die Schmerzen kamen in der Tat später, waren aber erträglich, solange ich mich nicht betätigte. Aber wie gesagt, halb so wild. Trotz der ersten Frühlingsboten wird der Winter sicher nochmals zurückkehren, wenn auch wohl nur in gemäßigter Natur. Warten wir es ab.

    Dir ebenfalls ein grandioses Wochenende!

    P.S. Lokalmeldung: “…ist mit Sturmböen der Stärke 8 bis 9 zu rechnen.”

  15. RunningOtto Sagt:

    Hey Marcus, thx für das neue Post! Wie dir bekannt ist liebe ich deine Laufberichte. Das gibt’s nur hier. Sonst? Never ever. Wenn ich meine Einheiten abspule, frage ich mich oft was du an meiner Stelle sehen oder denken würdest. Was anderes als ich vermute ich. Mmh.

    Thx für das stürmische Post. Hoffe, deine Schmerzen halten sich in Grenzen. Falls nicht, gute Besserung Mr. Streakmeister!

    Keep on STREAKrunning!

    MfG

  16. Gerne doch. Jeder Mensch sieht die Welt mit anderen Augen. Du erkennst Dinge, die für mich unentdeckt bleiben und umgekehrt.

    Die Schmerzen vergehen. Das stellt kein wirkliches Problem dar. Dennoch vielen Dank.

    Bleiben wir lieber beim Täglichlaufen. Ich streake ja nicht, laufe also nicht nackt durch die Gegend. ;)

  17. Hallo Marcus,
    mir stehen auch fast noch die Schweissperlen von meinem Frühlingslauf bei 10 °C auf der Stirn. Ich lese die ersten 3 Sätze Deines Berichts und muss lauthals lachen, fragten mich doch auf den letzten 200 m meines Weges gleich 3 Personen unabhängig voneinander ob “das” nicht kalt wäre. Etwas anders als Du habe ich den Sturmlauf erlebt, weil er mich auf meinem Rundkurs einige Male auch mächtig geschoben hat. Ich wünsche Dir dann noch ein schönes Wochenende und möge Dich der erwünschte Regen auch erreichen.
    Herzliche Grüße
    Dietmar

  18. Dem schließe ich mich an, 10 °C sind wahrlich zu kalt zum Laufen. Diese Fragen treten bei mir eher selten auf oder ich werde gefragt, warum ich bei -10 °C in langer Bekleidung laufe. ;)

    So richtig geschoben hat mich der Wind auf der Brücke – freilich auf der Rücktour. Allerdings war das nur sehr kurz; ich habe den Sturm lieber von vorne.

    Etwas Regen wäre schön, ja. Heute könnte ich Glück haben. Einen schönen Sonntag wünsche ich Dir.

  19. Lieber Marcus,
    wie wenn ich es gewußt hätte, bin ich fast bei den selben Bedingungen heute unterwegs gewesen und habe an Dich gedacht, schon witzig. Allerdings hatte ich fast 14°C und strahlend blauen Himmel im Süden und Westen, im Osten waren noch ein paar wenige grauschwarze Wolken am Himmel festgenagelt. Der Wind blies mir ins Gesicht und bremste jede Bewegung, schön, dass auch Du den Kampf aufgenommen hast, obwohl die Kräfteverhältnisse ungleich verteilt sind ;-)
    Habt ihr immer noch Hochwasser? Das hält sich lange, aber so langsam müsste der Nachschub ausgehen, ausser es kommt wieder Regen…

    Salut und noch ein schönes Wochenende

    Christian

  20. Lieber Christian, gestern erlebten wir wohl alle einen Sturmlauf. Wer nicht, der melde sich! Mit Deinen Temperaturen kann ich jedoch nicht mithalten. In Relation fast hochsommerlich. ;)

    Ungleiche Kräfteverhältnisse sind anzunehmen. Hier kamen angeblich Böen bis Stärke 9 vor, aber wahrscheinlich hat Deine Umgebung mich auch darin übertroffen.

    Das Hochwasser beginnt seit gestern sich langsam zurückzuziehen, gleichwohl nimmt es dafür nun bestimmte Waldwege in seinen Besitz. So ganz kann ich mir das nicht erklären, man sollte meinen, es nimmt überall ab.

    Auch Dir wünsche ich einen angenehmen Sonntag!

    • Windstärke 9!? So etwas kennen wir hier wahrlich nicht, ein paar wenige Böen waren etwas stärker, aber ansonsten war es eher ein mittelstarker Wind mit konstanter Intensität. Ich wünsche Dir, dass die Waldwege bald wieder vollständig begehbar sind.

      Salut
      Christian

  21. Das war ein Sturm ganz nach meinem Geschmack. Danke für Deinen Flut-Bannspruch – ich schätze, in zwei bis drei Wochen normalisiert sich die Lage. Heute mußte ich an Dich denken, der Lauf wäre etwas für Dich gewesen. Erstens war es ein Regenlauf und zweitens wählte ich heute ein Schuhpaar aus meiner Uboot-Kollektion und bin mal wieder hier durch (Wasserstand bis Kniehöhe):

    http://blacksensei.files.wordpress.com/2011/01/2011_januar_flut.jpg

    Ein älterer Herr beobachtete mich dabei, er stand da – regungslos mit großen Augen und Mund und war leicht irritiert. Wäre hinter mir ein extraterrestrisches Flugobjekt mit winkenden Aliens gelandet, er hätte nicht anders gucken können. :D

  22. Hallo Marcus,
    nun hat mich die Gesundheit halbwegs wieder erreicht und ich schreibe dir ein paar Zeilen.
    Die letzten 14 Tage hatte uns das H1N1 Virus fest im Griff. Tanja fing damit an und man konnte nach genau 48 Stunden sagen das der nächste dran war.
    Fieber bis 41 Grad sowie Höllische Kopf, Glieder und Nierenschmerzen.
    Unsereins schafft das mit murren aber die Kinder hatten schon mehr daran zu knabbern. Diese hilflosogkeit wenn das eigene Kind mit sehr hohen Fieber nur noch liegt und schläft ist erschreckend.

    Nun ja jetzt haben wir es ja hi8nter uns. Es werden wieder bessere Tage kommen. Hoffe ich!

    Wieder mal ein sehr schöner Artikel von dir. Beim lesen frage ich mich manchmal was ich nun schreiben soll, es ist in den Artikeln schon alles geschrieben und man kann mit seinen Worten dein geschriebenes nicht halbwegs treffen.
    Ich kann dich und dein Handeln nachvolziheen ja sogar spürbar leben.
    Ich ticke ähnlich und bin froh das es Menschen wie dich gibt die ihre Gefühle dann noch so in Worte verpacken können. Ich kann es nicht und halte sie dann tief in mir verborgen und erfreue mich daran.

    Liebe Grüße
    Marco

  23. Habs fast vergessen, hier mein Video das ich dir ja vor Wochen versprochen hatte. :-)

    Viel Spaß beim ansehen!

  24. Ihr macht ja Sachen! Ich hoffe, daß Ihr das Schlimmste überstanden habt und auf dem Wege der endgültigen Genesung wandelt. Nichts geht über die Gesundheit. Ja, seinen Kindern nicht helfen zu können, obwohl man alles mobilisieren möchte und doch nicht kann – das ist bitter. Alles Gute und paßt auf Euch auf!

    Täglichlaufen ist einfach nur ein Gefühl, entsprechend auch meine formulierte Wahrnehmung. Wer im Täglichlaufen etwas anderes sieht, etwa Leistung – der hat es nicht verstanden.

    Zum Video. Klasse! Besonders schön ist der Bachlauf im Wald und natürlich die Talsperre – der Ausblick dort. Ist das weit von Dir entfernt? Da würde ich wohl nur lang laufen. Das Video gefällt mir.

    Aber auch mit Steffen im Schnee; ein richtiger feiner Schneelauf und Steffen hatte Glück, daß er vom Tannenschnee nicht begraben wurde. ;)

  25. Lieber Marcus,
    wieder einmal eine wunderbare Beschreibung eines fast perfekten Laufes – bei dem wohl nur das köstliche Himmelsnass fehlte! Sei´s drum. Was nicht war wird sicher noch werden!
    Das ankämpfen gegen die Macht des Sturmes ist wirklich ein grandioses Erlebnis, was ich auch nicht missen möchte. Da wird einem immer ganz schnell deutlich, wie Machtlos man doch zuweilen gegen die Naturgewalten ist, eben ein Nichts! Und das ist auch gut so…

    Ich wünsche dir baldigst ergiebigen Regen,
    Steffen

  26. Ja, der Regen wäre die Krönung des Tages gewesen. Aber auch ohne waren die Witterungsbedingungen bemerkenswert. Wenn die Natur sich einmal beherzter engagiert – in Form von Stürmen – demonstriert sie uns wahrlich unsere Machtlosigkeit. Besonders eindrucksvoll, wenn riesige Bäume scheinbar spielend in den Tod gefällt werden. Wir Menschen sind ohne Bedeutung.

    Dennoch, an diesen Bedingungen im Laufschritt partizipieren zu dürfen, ist ein Geschenk. Nach Regen sieht es momentan nicht aus, aber was lange währt…

    …wird naß. :)

  27. Man sieht wieder einmal, dass alleine durch das Wetter einen Lauf zu einem einmaligen Erlebnis werden kann. Jedenfalls für Dich.
    Ich bewundere die Intensität wie Du deine Läufe erlebst und interpretierst. Leider bin ich nur im kleinen Masse dazu in der Lage. Vielleicht kann ich mich nicht immer entsprechend einlassen mit meiner Umwelt.
    Aber was noch nicht ist kann ja noch werden.
    Schließlich möchte ich noch lange daran arbeiten. ;-)

  28. Einerseits ist das Wetter für mich als Täglichläufer irrelevant, andererseits hast Du Recht, ja, es zeichnet partiell für die schönsten Momente überhaupt verantwortlich.

    Jedoch, immer kann ich mich auch nicht darauf einlassen. Heute beispielsweise, war mein Lauf hochgradig lustlos – trotz idealer Bedingungen. So ist das Leben, bestimmt von Höhen und Tiefen.

    Daß Du noch lange daran arbeiten/laufen kannst, wünsche ich Dir von Herzen! :)

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