Täglichlaufen. Risiko Straßenverkehr.

Nach meiner – freilich – subjektiven Einschätzung nimmt die Aggressivität im Straßenverkehr immer gravierende Ausmaße an. Die Ursachen mögen vielfältig sein. Vor allem Streß, Zeitmangel, eine stete Erhöhung der Verkehrsteilnehmer, Unaufmerksamkeit, Egoismus sowie Rücksichtslosigkeit – und die daraus resultierenden Unfälle und Staus bilden einen negativen Nährboden. In seinem Auto fühlt sich der Mensch in einer Art persönlichen Sicherheitsraum; das geschützte, mobile Wohnzimmer und betrachtet die anderen Verkehrsteilnehmer oft – wenn schon nicht als Feind, doch in einer psychologisch interessanten Form als Gegner – als da wären neben anderen Autos, die Fußgänger und Radfahrer. Status und Geschlecht lasse ich außen vor. Und die Fahrradfahrer? Die betrachten natürlich die Autofahrer und Fußgänger als nervende Hindernisse. Während die unmotorisierten Menschen ihre Feindbilder in Richtung der rüpelhaften Rad- und Autofahrer konstruieren. Das typische Rollenverhalten im Straßenverkehr. Als Täglichläufer kann es zu Konflikten mit allen drei Gruppierungen kommen.

Glücklicherweise ist mir die Option gegeben, relativ schnell den ersten Wald zu erreichen. Weitestgehend vermeide ich die Zivilisation als Laufareal; von seltenen Ausnahmen abgesehen. Gleichwohl existiert während dieser kurzen Strecke ein neuralgischer Punkt, der auf Grund eines in Autofahrerkreisen nicht bekannten Verkehrsschildes zu einer regelrechten Gefahrenzone mutiert. Bei jenem mysteriösen Zeichen handelt es sich um das „Stop-Schild“ – wohlgemerkt das einzige Verkehrszeichen der StVO, auf dem explizit zu lesen ist, wie man sich zu verhalten hat. Die Majorität der Fahrzeugführer interessiert sich nicht dafür und fährt einfach stur weiter. Besonders fatal die Tatsache, daß sie dabei nur nach links blicken und bei freier Straße ohne Rücksicht auf Verluste Gas geben. Von rechts kommende Fußgänger, Radfahrer, Läufer? Irrelevant. Allein von 2004 bis heute erlebte ich an dieser Örtlichkeit 29 Fastunfälle. „Fast“ nur deshalb, weil ich jedes Mal damit rechne. Doch auch dies schützt nur bedingt, wenn das Attentat aus dem Hinterhalt ausgeführt wird. Ein Gespräch mit der Polizei verlief ergebnislos, da die Ordnungshüter nur bei finanziell lohnenden Widrigkeiten agieren – wie mir der Polizist damals bestätigte. Folgendes Photo zeigt die heikle Gefahrenstelle, wobei der Unfallwagen durch einen flüchtenden Straftäter zu Schrott transformiert wurde – ich habe damit nichts zu tun.

Allerdings ergeben sich nicht nur Konfliktsituationen mit Autofahrern, nein, auch mit Fahrradfahrern und Fußgängern. Erstere radeln gerne nebeneinander auf dem Fußweg und weigern sich beharrlich auszuweichen. Oder im Dunkeln ohne Licht mit MP3-Player – ebenfalls auf dem Bürgersteig. Ich gestehe, bei derlei Erlebnissen verläßt mich meine Sanftmut und ich werde ein wenig ungehalten. Warum sollte ich als Täglichläufer auf dem Gehsteig Radfahrern ausweichen – während der Radweg direkt daneben verwaist? Absurd. Die Stimme erhebend und partiell auch vorkommende Drohgebärden meinerseits führen mehrheitlich zu einer nachhaltigen Ermahnung der ignoranten Verkehrsteilnehmer, seien es Rad- oder Autofahrer. Die Gruppe der Fußgänger trägt das geringste Konfliktpotenzial in sich, wobei vielen Personen beispielsweise die Bedeutung einer roten Ampel nicht wirklich bekannt zu sein scheint. Bisher erlebte ich nur wenige unschöne Begebenheiten mit provozierenden Jugendlichen.

Meine Erfahrungen als Täglichläufer im Stadtverkehr wirken sich natürlich auch auf mein eigenes Rollenverhalten aus. Beispielsweise doziere ich gerne an Stopschildern mit einem Augenzwinkern – dessenungeachtet ernst gemeint – in Richtung meiner Mitfahrer: „Hier ist besondere Vorsicht geboten, es könnte ein Läufer vorbei kommen!“. In der Verkehrsproblematik manifestiert sich eine der größten Bedrohungen für meine Konzeption. Ich vertraue auf meine Weitsicht und etwas Glück. – Vielleicht sollten wir uns im Straßenverkehr gelassener verhalten und wenn sich jeder etwas mehr an die etablierten Regeln und Grundsätze halten würde, könnte dadurch die Aggressivität reduziert werden. Möglicherweise in Kombination mit mehr Verständnis und Empathie seinen Mitmenschen gegenüber. Mich selbst nehme ich davon auch nicht aus. Manch unschönes Erlebnis und Auseinandersetzung hat sich letztendlich durch ein Lächeln in Wohlgefallen aufgelöst. Lächeln. Ein hoffnungsvoller Anfang.

41 Antworten zu “Täglichlaufen. Risiko Straßenverkehr.”

  1. Ein sehr ernstes und auch gefährliches Thema. Du schreibst aus der Sicht des Läufers, ich könnte Bände aus der Sicht einesn Autofahrers schreiben. Da ich ja, wie du weisst, in letzter Zeit wieder sehr viel beruflich mit dem Auto unterwegs bin, passieren mir die unmöglichsten Dinge.
    Es gibt hier eine Kreuzung, da kann man fast nie nach links abbiegen, da der Gegenverkehr auch bei Rot fährt, aber nicht ein Auto, das sind meistens 2 oder 3 und es sind in 2 von 3 Fällen Frauen!
    Busse wechseln ohne zu blinken von der Busspur in die normale Fahrspur (ganz toll) und bei Rot wird sowieso meistens gefahren.
    Stop- und Vorrangschilder werden gar nicht beachtet.
    Aber am Schlimmsten sind die Radfahrer, egal ob Jung oder Alt, Frau oder Mann – sie fahren bei Rot, sie fahren auf der falschen Seite, sie fahren auf dem Gehweg und in der Fußgängerzone.

    Es läuft alles viel brutaler und agressiver ab. Je mehr PS, je dicker das Fahrzeug, umso weniger Rücksicht.

    Ach ich könnte soviel schreiben, vieles hast du ja sogar schon *live* miterlebt *gg*.

    Also schön aufpassen! Ich tus auch.

  2. Ja, das Thema respektive die Realität ist in der Tat sehr gefährlich. Aus der Sicht des Täglichläufers ist für mich logisch – primär ist das hier eine Täglichläuferseite. Und ich muß gestehen, aus anderer Sicht wäre der Artikel 100x länger geworden. Das ist ein Endlosthema.

    Im Prinzip halten sich nur noch wenige an die Regeln. Jeder fährt wie er will – ohne Rücksicht auf Verluste. Was ich auch als normaler Verkehrsteilnehmer schon gesehen und erlebt habe – das ist verrückt! Das wird immer gravierender. Da dürfen wir uns nicht wundern, daß derart viele Verkehrstote pro Jahr „generiert“ werden.

    Unfaßbar, gell? Kampfplatz Straße. :(

    Allein mit Aufpassen ist es auch nicht getan. Das lehrt mich meine Erfahrung.

  3. Am Schlimmsten war letzte Woche so ein Junger Mann/Kind, der mich in einer uneinsehbaren Kurve, auf einer Gleisanlange und Gegenverkehr überholt hat *uff* *schweissvonderstirnwischt*

  4. Junge Menschen, vor allem die männlichen bilden sowieso eine Risikogruppe. Die müssen ihr fehlendes Selbstbewußtsein auf der Straße kompensieren.

    Oder auch Motorradfahrer. Die schlängeln sich durch die wartenden Autos direkt bis zu der Schranke und dann noch weiter – und wundern sich vielleicht, wenn der Zug sie erwischt. Ach ja, da gibt es derart viele Negativbeispiele. :(

  5. Wir würden hier die AW-möglichkeiten sprengen *gg*

  6. Eher den Speicherplatz des Internets, gell? ;)

    Man kann immer nur hoffen, daß man heil durch den Verkehr kommt – gerade an gewissen Örtlichkeiten – wie hier beschrieben.

  7. Da hast recht. Also sei nachher schön vorsichtig!

  8. Ich bin schon vorsichtig. Da fällt mir noch ein Beispiel ein. An einer vierspurigen Straße mit zwei Fußgängerampeln stand ich einst direkt am Straßenrand und links neben mir ein Nachbar, ein älterer Herr. Die hintere Ampel wechselte in den grünen Modus und der Mann wollte loslaufen – dabei war die erste Ampel noch Rot. Ich habe nur reflexartig meinen linken Arm ausgestreckt und gegen seinen Oberkörper „gehauen“, so daß er stehen blieb; in der Sekunde ist auch schon ein Auto vorbei gerauscht. Kurios, er hat es wohl nicht einmal bemerkt, er hat nichts gesagt. Keine Reaktion.

  9. marcus geh mir mit dem thema wech… ich habe dieses jahr schon viermal meinen körper unter einen auto liegen sehen.
    die fahren einfach drauf los, die kommen aus einfahrtwen und schauen nicht nach rechts und links. einfach mal ab dafür. passiert schon nichts. wenn ich nicht mitdenken würde wäre ich wahrscheinlich schon im himmel.
    ich haue oder trete ja dann immer aufs dach oder vors auto. die schauen dann immer ganz blöde.
    einmal habe ich vor das auto gekloppt und laut geschrien. die ahben sich vielleicht erschreckt da sie dachten ich lege unten drunter.

  10. Ich biete sechsmal in diesem Jahr! Auf das Dach klopfen, habe ich bisher nur ein- oder zweimal gemacht. Wenn da Dellen entstehen, darf ich dafür noch bezahlen. Die Stimme erheben, reicht schon aus; die Autofahrer zucken dann regelrecht zusammen. Ich erschrecke sowieso oft Menschen – wenn auch nicht absichtlich. ;)

    Laufen und Straßenverkehr – eine gefährliche Kombination, gell?

  11. Lieber Marcus,

    ein fast ausuferndes Thema, dass Du hier ansprichst, denn jeder kennt diese Konfliktsituationen. Mir geht es sowohl als Autofahrer, Radfahrer und Läufer ähnlich.
    Mehrmals wurde ich schon fast angefahren, wenn ich laufenderweise unterwegs war und zwar sowohl von Autos als auch von Radlern. Einsicht gibt es nie, es gilt wohl grundsätzlich das Recht des Stärkeren. Auf dem Liegerad musste ich schon des öfteren Vollbremsungen hinlegen um mit dem Leben davon zu kommen, obwohl ich mich vollkommen korrekt an die StVO gehalten habe und ich fahre immer mit Licht auch tagsüber.

    Es bleibt uns wohl nichts anderes übrig, als weiterhin für die anderen Verkehrsteilnehmer mit zu denken und mehr als vorausschauend uns im Strassenverkehr zu bewegen, so halte ich es inzwischen auch beim führen des KfZs.

    Bist Du Dir sicher, dass nicht Du das o.g. Auto in diesen doch bedauernswerten Zustand versetzt hast ? ;-)

    Schönes Wochenende

    Salut

  12. Lieber Christian,

    man sollte meinen, daß man gerade sensibilisiert ist, da man die einzelnen Positionen letztendlich alle mal einnimmt. Aber oft ist das nicht so. Wobei ich erst las, daß der Autofahrer sich noch als Autofahrer fühlt – auch wenn er zu Fuß unterwegs ist – der Effekt hält wohl mehrere Wochen an.

    Einsicht gibt es selten, das ist leider richtig. Wenn man Pech hat, wird man noch mit dem Messer attackiert, sobald man auf sein Recht besteht – ein Beispiel aus der eigenen Familie.

    Mitdenken hilft auch nur solange, sofern sich alle Beteiligten im Sichtfeld befinden und nicht von hinten aus dem nichts erscheinen – wie damals in meinem Laufbericht.

    Nun gut, Du hast mich enttarnt – der Fahrer wollte mir die Vorfahrt nehmen. Ich ließ meiner Wut freien Lauf. :D ;)

    Ebenfalls ein wunderbares Wochenende – ich hoffe, Du hast diesmal frei!

    Seid alle schön vorsichtig!

  13. Was bin ich froh aufm Dorf zu wohnen. Hier gibt es keine Ampeln (höchstens 1 oder 2 in den Nachbarorten) und wenig Stopschilder. Dafür haben wir auch keine…..Bürgersteige oder gar Radwege, zumindest nicht in unwichtigen Nebenstraßen. Die Hauptstraße hat einen Bürgersteig…und oh Wunder…nach Jahren wurde hier ein Radweg gebaut bzw. man baut noch. Ist nicht ganz einfach außerorts zu laufen. Ich lauf dann gern mal aufm Wiesenbstreifen um in den Graben zu hupfen…im fall aller Fälle…sicher ist sicher. Ich weis jetzt nicht was besser ist…viel Verkehr, dafür Radwege und Bürgersteige…oder relative Ruhe ohne Radwege :D .
    Schönes WE wünsch ich dir!

  14. Was besser ist? Wer weiß; alles hat Vor- und Nachteile. Ich muß nur die eine Straße überqueren, um sicher in den Wald zu gelangen. Und dennoch passiert dort ständig etwas.

    Sofern sie bei Dir nicht alle rasen, wirst Du eher keine Probleme haben, vermute ich. Aber die ländlichen Gegenden bieten sich für hohe Geschwindigkeiten an, es sei denn bei Euch ist auch alles mit Lasergeräten zugepflastert – wie bei uns.

    Ebenfalls ein schönes WE! :)

  15. Hallo Marcus,

    es ist wirklich ein großes Übel unserer Zeit, diese Rücksichtslosigkeit, Ignoranz, Arroganz, Rechthaberei, Aggressivität, Egoismus, ach, man könnte hier noch so einiges aufführen. Was sich in der Arbeitswelt so anstaut wird dann leider all zu oft mit auf die Straße genommen, egal ob als Fußgänger, Radfahrer, Walker, Scater, Inliner, ganz egal, auch so mancher Läufer muss leider dazu gezählt werden.
    Nur verstehen, ja verstehen kann ich das nicht. Warum muss das so sein? Warum ist das so? Ich weiß es nicht.
    Ist es zu viel verlangt, statt nur lach links auch einmal nach rechts zu sehen, am Kreisel beim rausfahren zu blinken, einmal nicht auf seine Vorfahrt zu bestehen, vorausschauend zu sein, Rücksicht zu nehmen, nachts das Licht einzuschalten, den MP3Player leise zu stellen, einmal Platz zu machen, nett zu grüßen, den Hund an die Leine zu nehmen, als Radfahrer die Geschwindigkeit zu drosseln, nicht zu fünft nebeneinander zu walken, bei einem Unfall keine Fahrerflucht zu begehen, ………., anscheinend schon.

    Ich finde das schade, sehr schade!

    Lieber Marcus, wieder einmal hast Du den Nagel auf den Kopf getroffen!

    Ich wünsche Dir weiterhin unfallfreie Läufe und ein erholsames Wochenende,
    Steffen

  16. Wie wahr, Steffen! Deine Antwort könnte ich nahtlos in den Artikel einfügen. Wir können uns bemühen das zu verstehen, aber dies wird uns wohl kaum gelingen. Vermutlich liegen die Probleme weit außerhalb des Verkehrs – nur bietet sich der Straßenverkehr offenkundig an, um sie dort auszutragen. „Mein Auto, meine Waffe.“ „Wenigstens hier setze ich mein Recht durch, wenn ich schon woanders keine Gelegenheit dazu habe!“ – Als Beispiel.

    Positive Beispiele gibt es auch genug – das steht außer Frage. Unsere Gesellschaft ist jedoch leider generell kälter geworden und das überträgt sich eben auf alle Bereiche.

    Auch Dir ein wunderbares Wochenende, alles Gute und liebe Grüße!

  17. Hallo Marcus,
    wenn ich von Zuhause loslaufe, habe ich erst einmal ca 1 km eine viel befahrene Straße neben mir. Ich muss sie sogar überqueren, was ich mit großer Vorsicht mache. Bisher ist noch nichts passiert, auch nicht beinahe. Jedoch wenn ich am See laufe, gibt es ein kleines Stück, wo auch Autos lang fahren können. Obwohl dort Spaziergänger, Walker und Läufer ihres Weges gehen, fahren manche sehr rücksichtslos und viel zu schnell dort lang. Da kriege ich dann manchmal auch die Wut.
    Ich meide vor allem am Wochenende jedoch Tageszeiten, wo viele z. B. mit dem Fahrrad unterwegs sind. Bin froh, wenn ich beim Laufen meine Ruhe finde.
    Generell stimme ich Dir zu, dass im Straßenverkehr oftmals rücksichtsloses Verhalten an den Tag gelegt wird, das nicht zu tolerieren ist. Entspricht aber insgesamt dem Trend unserer Zeit, finde ich.
    Wünsche Dir, dass Du von Unfällen und auch von Beinaheunfällen verschont bleibst, nicht nur beim Laufen.
    Pass auf Dich auf
    und schönes Wochenende!

    Kornelia

  18. Ähnlich wie bei mir, Kornelia! Sei froh, daß Du noch nichts Derartiges erlebt hast. Möge es dabei bleiben! Ich rechne bei jedem Lauf damit. Und solange sie nicht von hinten kommen (Rückweg) kann eigentlich nicht viel passieren – auch wenn es oft sehr knapp wird. Aber je gefährlicher es wird, umso nachhaltiger der Schreck für den Verursacher.

    Ich freue mich immer, wenn ich die Straße im Rücken habe und in den Wäldern verschwinden kann. Dann beginnt meine Welt.

    Wie auch fast überall findet im Straßenverkehr ein großes Gegeneinander statt MITeinander statt. Aber so ist unsere Gesellschaft. Doch der Preis ist recht hoch – wie ich finde.

    Ebenfalls vorsichtiges Laufen und ein grandioses Wochenende!

  19. „Ich habe nur reflexartig meinen linken Arm ausgestreckt und gegen seinen Oberkörper „gehauen““

    Witzig, das hab’ ich auch vor garnicht allzu langer Zeit mal gemacht, allerdings in einer anderen Situation: Bushaltestelle, ein Pulk von Schülern drängt in den Bus und droht dabei ein kleines Omchen mit Stock einfach zu überrennen … da kam auch dieser Reflex. Danach musste ich mir dann von den Kids anhören, was für ‘ne bescheuerte Alte ich doch bin … :(
    Ich würd’s trotzdem jederzeit wieder machen! :)

    Ich glaube, dass dieses rücksichtslose Verhalten bei den meisten Menschen nicht mal böse gemeint ist – sie sind einfach unaufmerksam, mit den Gedanken woanders als bei dem, was sie gerade tun.
    (Nichtsdestotrotz kann ich in solchen Situationen auch ziemlich böse werden.)

    • sie leben einfach in ihrer eigene welt ohne jegliche werten. ganz übel die entwicklung unserer gesellschaft zur zeit. und dann muß man mitansehen wie der Tot von Robert Enke so medial ausgeschlachtet wird. ich glaube der robert würde sich im grabe umdrehen wenn er das mitansehen könnte.

      • Ja Marco, dieses mediale Ausschlachten ist wirklich peinlich – aller Würde beraubt. Ich wünsche der Familie Ruhe, das braucht sie mehr als alles andere.

  20. Es ist doch schön, wenn man anderen Menschen so helfen kann. Hat denn die alte Dame die Situation auch erfaßt? Auf das Gerede der Kleinen darfst Du nichts geben. Die wissen es nicht besser.

    Wahrscheinlich sind sich manche Menschen dessen nicht bewußt, das kann schon sein. Obwohl es Situationen gibt, in denen man mit seinen Gedanken gar nicht derart weit weg sein kann, um bestimmtes Verhalten zu rechtfertigen. Vor kurzem traf ich während eines Laufes mehrere Freunde, ich habe zwar in ihre Richtung gesehen – kurz – und bin weitergelaufen – ohne zu reagieren. Das könnte man auch als unhöflich interpretieren. Peinlich! Es dauert etwas, bis ich das realisierte, umdrehte und meinen Fauxpas korrigierte. ;)

    Ich wünsche Dir ein schönes Wochenende, Gabriela! :)

  21. Hallo lieber Marcus,
    ein brennendes Thema, welches du heute in deinem Artikel zum Thema gemacht hast. Es ist schon sehr beängstigend, was da auf Deutschlands Straßen so abgeht.
    Ich gehe damit so um, daß ich sehr defensiv fahre und prinzipiell denen, die drängeln, den Vortritt lasse. Ich habe einfach keine Lust, mich im Straßenverkehr rumzuärgern, was allerdings manchmal schwerfällt.
    Glücklicherweise muß ich nur eine Straße überqueren, um in mein Laufgebiet zu gelangen und diese ist nicht so stark befahren. Tja -es hat halt auch Vorteile, wenn man auf`m Dorf wohnt… :D
    Aber generell fsahre ich überhaupt nicht mehr gern Auto. Entweder ich setze mich in die Bahn oder lasse meinen Mann fahren oder ich gehe einfach laufen!
    Mit dem Fahrrad fühle ich mich im Straßenverkehr auch nict sonderlich wohl.
    Ich sehe dieses Aggressivität im straßenverkehr auch als ein Resultat der immer stärker geforderten Mobilität. Immer mehr Menschen müssen immer weitere Fahrtwege in Kauf nehmen. Die Arbeitswelt wird immer schlimmer – da suchen sich viele ein Ventil auf der Heimfahrt im Auto. So nach dem Motto: Der Fahrer vor mir, den ich gerade Lichthupe gebe, kennt mich ja nicht…
    Es macht mir Angst, wenn auf de Autobahn 130 erlaubt ist, ich ein Auto mit 130 überhole und hinter mir mich jemand derart bedrängt.

    Viele liebe Grüße und ein schönes Wochenende wünscht Dir
    Petra

  22. Das Problem ist nur, selbst wenn man sich an alle Regeln hält, entkommt man der Thematik nicht. Wer beispielsweise die Geschwindigkeitsbegrenzungen einhält, „blockiert“ schon mal grundsätzlich den Verkehr, da kaum jemand so „langsam“ fährt. Nun ja, schnell fahren kann jeder, doch langsam fahren? Eine defensive Sichtweise ist auf jeden Fall sinnvoll. Und letztlich muß man auch ein wenig auf sein Glück vertrauen.

    Die Gründe sind sehr vielfältig; da addieren sich x Ursachen. Und am Ende geht das alles auf Kosten der Sicherheit und bedroht das Leben. Entsprechend die Unfallzahlen mit den hohen Opferzahlen. Das ist schon traurig, gell?

    Ein schönes Wochenende wünsche ich Dir, mit zufriedenen und sicheren Läufen! :)

  23. Marcus, du sprichst mir irgendwie aus der Seele, auch wenn ich wohl eher die Rolle der Radfahrer einnehme. Aber wie du sagst, jeder sieht in den anderen seine Feindbilder, wobei mich die Läufer noch nie gestört haben – die simplen Fußgänger aber sehr wohl. So bleibt ein Fahrradweg wohl auch neben einer für Fußgänger interessanten Geschäftsreihe noch immer ein Fahrradweg – was nur wenige interessiert.

    Mit den Autofahrern fange ich am besten gar nicht erst an, sonst rege ich mich noch zu sehr auf. Ich habe nicht mitgezählt, aber es war oft, dass ich mich heute auf den höchstens 12 Kilometern über Autofahrer aufgeregt habe. Nicht unbedingt, weil sie einen nicht sehen – davon gehe ich inzwischen immer auf. Dazu kommt bei den Autofahrern ihr rücksichtsloses, sinnfreies Verhalten überhaupt. 100 Meter mag die gerade Straße lang sein, bevor die scharfe Kurve kommt, aber natürlich zieht die alte Kiste mit einem lauten Getöse an mir auf dem Rad vorbei, als wolle der Fahrer mir noch mal sagen: Blockier nicht meinen Weg!, um dann stinkend und wieder langsam eiernd um die Kurve zu fahren und an der nächsten Ampel von mir eingeholt zu werden.

  24. Gegen Läufer kann ich nichts sagen. Mit der Gruppe identifiziere ich mich natürlich am Stärksten. Und als Auto- wie Radfahrer hatte ich noch nie Probleme mit Läufern.

    Das Überholen ist ein schönes Beispiel. Wenn man sieht, wie manche Rasen und dann durch die Lücken springen, Fastunfälle provozieren – und ein paar Sekunden später stehen sie doch an der roten Ampel. Was haben sie nun gewonnen? Der Sinn erschließt sich mir nicht.

    Nochmals allen ein schönes Wochenende und seid vorsichtig!

  25. Hallo Marcus,

    Nein, das Omchen hatte die Situation nicht erfasst, deswegen ja … sie war voll und ganz mit der für sie ohnehin schon herausfordernden Situation beschäftigt, die Stufe in den Bus hinein zu erklimmen.
    In Deinem Fall könnte ich mir auch vorstellen, dass der ältere Mann die Situation vielleicht garnicht richtig erfasst hat (wie Du auch vermutest), oder aber auch, dass es ihm peinlich war. Immerhin hast Du ihm vermutlich das Leben gerettet, und wenn er sich bei Dir bedankt hätte, wäre er mit seiner Schwäche (vermutlich dem Alter und dem damit verbundenen Nachlassen von Konzentration usw.) konfrontiert worden. Ältere Menschen verdrängen manchmal Dinge u./o. Situationen, die sie an ihr Alt-Sein erinnern.

    Übrigens: das Nicht-Grüßen was Du beschreibst würde ich für meinen Teil ja nicht in die Kategorie „rücksichtsloses Verhalten“ einordnen … denn wenn ich das tun würde, müsste ich mich selbst wohl als sehr rücksichtslos betrachten. Da ich leider nicht so nah am Wald wohne, führt meine hauptsächliche Laufstrecke teilweise durch bebautes, und dann Nah-Erholungs-Gebiet … und da sind manchmal ganz schön viele Menschen unterwegs (heute vormittag zum Beispiel). Ich achte mittlerweile kaum noch darauf, WER mir da begegnet (auf die Gefahr hin, an Bekannten oder Freunden vorbeizulaufen), einfach weil mir das zu anstrengend ist. Es bringt meinen Fokus weg vom Laufen und dem Erleben, wenn ich dauernd schauen muss, ob unter den vielen Gesichtern die mir da begegnen vielleicht ein bekanntes ist. Wer mich wirklich kennt und mag, wird das verstehen und nicht beleidigt sein, so hoffe ich.
    Und ebenso wird wer Dich kennt und versteht es nicht als rücksichtslos betrachten, wenn Du einfach weiter läufst … so denke ich :)

    Dir auch noch ein schöne Wochenende! :)

    • ich habe es schon lange aufgegeben läufer die mir entgegenkommen zu grüßen. fast 90% grüßen nicht zurück und meinen sie wären die größten. die läufer die ich seit jahren kenne grüßen einen schon vom weiten mit lieben oder lustigen sprüchen.
      aber alle anderen… ich habe es aufgegeben. teilweise hebe ich nur leicht die linke hand zum gruß aber selbst da kommt nix zurück!!!! WARUM nur????

      • Na ja – vielleicht geht’s Manchen von denen ähnlich wie mir … wie ich es oben beschrieben habe … ??
        Die meinen das gar nicht böse oder arrogant oder so … die sind halt einfach nur auf’s Laufen konzentriert :)
        Und die, die doch arrogant sind, die können einem doch sowieso gestohlen bleiben, oder? ;) :)

  26. Sehr schade, daß sie das nicht mitbekommen hat. Ein Lächeln – als eine Art Anerkennung bereitet viel Freude. In meinem Fall vermute ich, daß er es nicht realisierte. Der Nachbar ist über 80 und hat ziemlich „abgebaut“ in den letzten Jahren. Das ist schon traurig.

    Ja, sie verdrängen diese Dinge – das ist wohl wahr. Allerdings ist es keine Schwäche; wir werden alle mal alt. Wer weiß, wie ich in dem Alter sein werde – sofern ich je so alt werde. Sie sind alles andere schwach – das ist der Lauf des Lebens.

    „Wer mich wirklich kennt und mag, wird das verstehen und nicht beleidigt sein, so hoffe ich.“ – Du hast natürlich Recht. Jedoch, wirklich verstehen werden uns nur Menschen, die ebenfalls zu der Läuferzunft zählen und das aus eigener Erfahrung kennen. Ich habe einen sehr großen Bekannten/Gruß-kreis und es vergeht kein Lauf – ohne daß ich Menschen grüße. Manchmal kommen dann halt Läufe vor, wo man absolut niemand wahrnimmt. Vor kurzem hielt mir das jemand vor. Mittlerweile ist er aufgeklärt. ;)

    Dazu könnte ich glatt ein eigenes Thema eröffnen. :D

    Einen angenehmen Sonntag! :)

  27. Thema Grüßen:

    So ein Verhalten kann ich hier absolut nicht bestätigen. Hier ist es so, daß 95% der Läufer grüßen. Spontan fällt mir nur einer ein, der nicht grüßt und der ist alle drei Tage in der Zeitung – ein Meistertitelträger. Insbesondere Walker zählen zu einer sehr freundlichen Spezies, aber auch die Läufer grüßen hier in der Regel. Und was ist schon groß?

  28. Ich kann – warum auch immer – meine Antworten nicht der korrekten Zeit entsprechend einfügen; daher nacheinander.

    Arroganz:

    Arroganz ist ein zweischneidiges Schwert. Es gibt Menschen, die wirken arrogant, sind es aber nicht. Ich zähle (leider?) auch dazu. Allein eine aufrechte Haltung kann auf andere Menschen schon arrogant wirken. Der erste Eindruck ist zwar entscheidend, aber doch oft falsch. Und wer es wirklich ist – der kann einem gestohlen bleiben, ja! ;)

  29. „Allerdings ist es keine Schwäche; wir werden alle mal alt.“

    Ja natürlich! Ich bin sicher nicht der Meinung, dass das Alter an sich eine Schwäche ist, im Gegenteil …. aber die älteren Menschen erleben sich selbst nunmal in bestimmten Situationen als schwach (im Vergleich zu früheren Lebenseiten) … und sind es in solchen Situationen ja auch, wie unsere Beispiele deutlich zeigen. Da brauchen sie dann unsere Unterstützung, und manchem alten Menschen ist das nunmal peinlich … nur das wollte ich zum Ausdruck bringen. Schwäche ist weiß Gott keine Schande!

  30. „Vor kurzem hielt mir das jemand vor. Mittlerweile ist er aufgeklärt.“

    Genau das meinte ich :) …. wer mich kennt und mag wird mich auf mein Verhalten ansprechen und mir die Chance geben, ihn darüber aufzuklären.

  31. Manche vermeintliche Schwäche ist in Wahrheit eine große Stärke. Ja, es ist so, wie Du geschrieben hast. Wahrscheinlich ist es am Schwersten, dies für sich einzugestehen und auf Hilfe zu vertrauen. Das braucht niemanden peinlich zu sein, aber ich kann das sehr gut nachvollziehen, daß es – sicher vielen – Menschen dennoch so geht. Möchtest Du noch alle Artikel lesen? ;) Ein kleiner Tip, das paßt eben gut zum Thema:

    http://blacksensei.wordpress.com/2009/02/01/wurdevolles-altern/

    Ich wünsche Dir noch einen schönen Restsonntag, hoffentlich mit Sonne – hier scheint sie noch.

  32. „Manche vermeintliche Schwäche ist in Wahrheit eine große Stärke.“

    Ja, so sehe ich das auch.
    (Deswegen war ich halt ein bisserl erstaunt über Deine absolut klingende Formulierung: „Es ist keine Schwäche.“)

  33. Das war nicht absolut gemeint; doch ein wenig unpassend von mir formuliert. Ich wollte es noch ändern, kam aber wieder von ab. ;)

    Einen angenehmen Abend wünsche ich Dir!

  34. Alles klar … und dito! :D

  35. Leider keine reine subjektive Einschätzung. Es wird härter auf deutschen Straßen. Auch ein Grund, der mich immer mehr dazu bewegt im Wald zu fahren und die öffentlichen Wege mit dem Rad zu minimieren.
    Dabei ist es gar nicht so schwer. Ein bisschen gegenseitige Rücksichtnahme und alles läuft wie von alleine.
    Kein Stress!
    Machen wir es den anderen vor!

  36. Gabriela, merci! :)

    Gerd, sofern man die Wahl hat, ist das eine gute Option. Wer beispielsweise auf das Auto angewiesen ist, hat es schon schwieriger.

    Es anderen vorzumachen, ist schon mal ein guter Anfang – zumindest das Bemühen. :)

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