Archiv für Juli 3, 2008

Die Sonne brennt

Veröffentlicht in Laufberichte bei Juli 3, 2008 von blacksensei

Blauer Himmel, sengende Hitze. Um 09:55 Uhr, Startzeit meines heutigen Laufes, zeigt mir das Thermometer im geschützten Schatten schon 28 C°. Nicht unbedingt mein Lieblingswetter. Meine Laufkleidung bestehend aus schwarzer Hose, schwarzem T-Shirt, keine Kopfbedeckung, keine Wasserflasche oder ähnliches. Ein gutes Beispiel, wie man bei diesen Temperaturen nicht laufen sollte. Ich laufe los und ein Nachbar winkt mit seinem Wasserschlauch und bietet mir eine kalte Dusche an. In 30 Minuten werde ich mich danach sehnen, antworte ich ihm.

Es dauert nicht lange, bis ich richtig schwitze. Es läuft an meiner Stirn herunter und meine Arme glänzen naß in der Sonne. Als ich den zweiten Wald erreiche, sagen mir die parkenden Autos, welche Hunde heute auf dem Damm lustwandeln. Ein Minihund und „Smash“, der Rottweilermischling. Von beiden droht keine Gefahr. Der Damm, bei diesen Temperaturen als Laufstrecke eher ungünstig gewählt, strahlt mich mit seinen sonnigen Abschnitten regelrecht an. Es gibt dort zwar viele Bäume, die jedoch nicht viel Schatten spenden, der größte Teil ist Mutter Sol vollständig ausgeliefert. Umso schöner jene Meter, die geschützt liegen, zudem der leichte Wind an diesen Orten erst richtig fühlbar ist.

Auf der Rücktour erwäge ich noch meine kleine Waldrunde zu absolvieren, so käme ich auf 13 Kilometer. Bevor ich die Option richtig durchdenken kann, schwenkt mein Körper mehr oder weniger gewollt nach links in den Wald, um noch einen Kilometer zusätzlich zu laufen. Ich nähere mich den Waldarbeitern und in einer Entfernung von 20 Metern höre ich schon: „jeden Tag, jeden Tag“. Ehrlich gesagt, ich kann es nicht mehr hören. Es ist zwar kein negativer Kommentar und auch nicht böse gemeint, aber ich kann es einfach nicht mehr hören. Immer das gleiche. Ich sage ja auch nichts, wenn ich sie täglich sehe. Den Begriff „Waldarbeiter“ muß ich revidieren. Bisher haben sie vielleicht zweimal Bäume geschlagen, in den letzten Wochen sitzen sie nur noch auf selbst gebauten Stühlen und spielen Karten. Egal, zu welcher Tageszeit ich vorbei laufe – sie spielen Karten.

Ich trete langsam den Heimweg an und obwohl ich gänzlich durchnäßt bin, schüttelt es mich kurz und ich bekomme eine Gänsehaut. Clever, wie der Körper auf Kühlung umschaltet. Je näher ich mich dem Ende meiner Runde nähere, desto mehr freue ich mich auf das Wasserangebot des Nachbarn, nur – er ist weg! So viel dazu. Eine andere Nachbarin lacht und staunt, als sie mich in meinem Zustand sieht. Sie versteht es nicht wirklich, was ich damit bezwecken will. Ein Blick auf das Thermometer im Schatten sagt nun 31 C° – direkt nach dem Lauf. Insgesamt war der Lauf relativ schön, zwar sehr heiß, aber sonderlich anstrengend nun auch wieder nicht. Die kalte Dusche anschließend war einfach nur phantastisch.