Kälte findet (fast) nur im Kopf statt

Meine Läufe am Sonntag, Montag und Dienstag waren alles andere spaßig. Der „Wintereinbruch“ kam zu überraschend, ich konnte mich nicht langsam den Temperaturen anpassen. Meinen heutigen Lauf absolvierte ich bei 02/03 C°. Kurz nach dem Start fing es an zu hageln/regnen/schneien. Ein Mix aus allem, zwar intensiv, aber nur kurz anhaltend. Ich wurde nicht einmal richtig naß und fand es wunderschön am Horizont den Sonnenuntergang zu erahnen.

In den letzten Tagen waren meine Hände regelrecht steif gefroren, ich konnte sie kaum bewegen. Heute, glücklicherweise, keine Spur davon. Soll heißen, ich habe mich wieder mehr oder minder angepaßt, auch mental. Ab jetzt wird mir die Kälte nichts mehr ausmachen, bis zu einem gewissen Grad natürlich. Wer diesen Text liest, möge es mir bitte nicht gleichtun und ebenfalls in kurzer Bekleidung durch die Gegend düsen. Das setzt durchaus eine lange Zeit an Training und Erfahrung voraus. Ich habe meine Grenze ermittelt und Schritt für Schritt verschoben; bis zu einem bestimmten Punkt, um anschließend eine Lektion zu erhalten. Eine schmerzhafte. Aber ich habe gelernt: Wenn es richtig kalt wird, nach meiner Definition, steige ich auf wärmere Kleidung um.

Bei diesem Wetter in kurzer Bekleidung zu laufen wird zum einen mit Bewunderung goutiert, zum anderen bekommt man sehr schnell den Status „Verrückter“ zugesprochen. Vor allem von Menschen, die bei 15 C° schon Schal und Mütze bevorzugen. Wie auch immer, das interessiert mich nicht. Ich sehe die positiven Effekte für mich, um einen besonders hervorzuheben: Das Wort „Ekrlätnug“ kenne ich nicht und weiß nicht einmal, wie man es schreibt.

Am erstaunlichsten ist für mich immer wieder, wie leistungsfähig doch der menschliche Körper sein bzw. was er ertragen kann. Unsere heutige Gesellschaft ist schon ziemlich verweichlicht im Gegensatz zu früheren Generationen.

Genug philosophiert! Ich wünsche Euch allen schöne Läufe, natürlich dem Wetter angepaßt.


8 Antworten zu “Kälte findet (fast) nur im Kopf statt”

  1. Stimmt, wozu der menschliche Körper fähig ist, habe ich erst durch das Laufen langer Strecken erfahren, es geht und geht und geht weiter, der Kopf entscheidet, und wenn Du meinst, es geht nicht mehr, kommt irgendwo ein Lichtlein her, und das sitzt in unserem Kopf !!

    Was die Kälte betrifft, so bin ich eher nicht der Freiluft-Typ sowie du, obgleich ich lange mit 3/4 Hosen durch die Gegend pirsche, aber was Du machst, ist eigentlich genial, abgehärtet bis zum Geht-Nicht-Mehr. Darf nur nix dazwischen kommen: Panne, Sturz (Gott bewahre !!!) und Du kannst nicht mehr weiter, nee, lieber Marcus, das wollen wir alle nicht.

    Also, Marcus PASS GUT AUF DICH AUF, gell ??? 8)

  2. In bezug auf lange Strecken, bist Du mir weit, sehr weit voraus, Margitta! Du hast Recht, auch da entscheidet nur der Kopf. Das wird immer wieder unterschätzt.

    Danke, ja, ich versuche schon aufzupassen. Du aber auch, gell? Heute bin ich übrigens fast gestürzt, da ich auf meinem Damm ziemlich ausgerutscht bin. Der Grund war: Bruno und Life, ein Beagle und ein Goldie, die umher tollten.

  3. hi, marcus-

    deine „definition“ von abhärtung hast du ja schon dann und wann im forum beschrieben und ich muss sagen- ohne, dass ich es wollte, ist es an mir hängengeblieben…
    ich bin im gegensatz zu dir wirklich dick beim laufen eingemummelt- aber ich trainiere meinen geist- wie du schreibst- schritt für schritt.
    heute morgen wollte ich den kids doch tatsächlich noch strumpfhosen unter die jeans andrehen und hab gleich gedacht- nö, ihr kleinen streakrunner- werdet keine weicheier *prust…

    das „e-wort“ kommt mir zuhause auch nicht mehr über die lippen und wenn ich ein bisschen was merke, verteile ich sofort melissengeist- vor dem hat jede vire panik- sprich- es wirkt… wobei ich immer denke- auch hier wird die psyche ein wenig mitspielen…

    einen gruss von athena!!!

  4. Schritt für Schritt klingt doch gut. Allerdings: Anders ist es auch gar nicht möglich. Von hier auf jetzt ins kalte Wasser zu springen, ist nicht sinnvoll. Aber nicht Athena, daß Du es mir gleich nachmachst. ;) Heute traf ich eine Läuferin, die grinste bis über beide Ohren, als sie mich in kurzer Bekleidung laufen sah.

    Auch wenn ich selber da etwas aus der Reihe springe, sage ich immer wieder, daß es sehr wichtig ist, sich dem Wetter anzupassen.

    Die Psyche spielt eine sehr gewichtige Rolle. Kopf – Geist – Psyche – Gedanken; Das steht über allem!

    Ich wünsche Dir viel Erfolg Athena, halt mich über Deine Entwicklung auf dem Laufenden, okay? Vielleicht kann ich Dir ja ein paar Tips geben.

  5. Jeder so, wie er sich wohlfühlt, gelle ? :-)
    Ich war bis jetzt auch noch in Dreiviertelhosen beim Laufen unterwegs und werde wohl dieses Wochenende zum erstenmal die langen Tights hervorkramen – wehmütig zwar, aber dennoch ;-)

  6. Wow – echt inspirierend was Du schreibst. Ich bin ja sonst eher der Sommersportler und kann den Winter gar nicht leiden. Aber wenn ich mir ansehe was Du so alles machst – Hut ab!

  7. Richtig, das ist m.E. oftmals reine Kopfsache .. die Hände werden bei mir nach dem „Warmlaufen“ eigentlich immer warm, sodass man Handschuhe eigentlich wirklich weniger benötigt.

  8. Genau so ist es, Hase. Ich freue mich schon, wenn Du die kurzen Hosen wieder rauskramst. Denn dann ist wieder Frühling! :-)

    Danke Martin! Wenn ich ehrlich bin, mag ich mittlerweile auch lieber wärmere Temperaturen.

    Alex, meine Hände tauen nach exakt 11/12 Minuten wieder auf. Da kann ich die Uhr nach stellen. ;) Handschuhe ziehe ich erst ab -05 C° an.

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